Diese Faktoren sollten Sie berücksichtigen

6 Tipps für das perfekte Firmen-WLAN

| Autor / Redakteur: Ingo Schneider / Andreas Donner

Insbesondere beim Aufbau eines drahtlosen Firmennetzwerks gilt es, einiges zu beachten!
Insbesondere beim Aufbau eines drahtlosen Firmennetzwerks gilt es, einiges zu beachten! (Bild: © sdecoret - Fotolia)

Bei der Einrichtung eines WLANs am Arbeitsplatz müssen viele Faktoren berücksichtigt werden. Das muss einem aber keine Kopfschmerzen bereiten. Ingo Schneider, Director Business Development Data Network Infrastructure DACH bei Alcatel Lucent Enterprise, gibt sechs Tipps.

Um WLAN-Technologie im Unternehmen zu implementieren, reicht es nicht, einen Access Point zu installieren und sich anzumelden. Unternehmen müssen sich heute mit Mobillösungen, neuen Endgeräten und Maschine-zu-Maschine-Kommunikation auseinandersetzen. Und je nach Branche, kommen spezielle Anforderungen hinzu, die ebenfalls berücksichtigt werden müssen.

1. Standard? Welcher Standard?

Zunächst muss der WLAN-Standard festgelegt werden, der genutzt werden soll. Ein WLAN ist im Schnitt fünf Jahre in Betrieb, bevor das Unternehmen über einen Austausch oder ein Upgrade nachdenkt. Man sollte sich also für eine Lösung entscheiden, die die geschäftlichen und technischen Anforderungen mindestens für diesen Zeitraum erfüllt.

Die neueste Generation ist der 802.11ac-Standard. Er bietet eine größere Bandbreite und unterstützt eine höhere Dichte von WLAN-Nutzern als der Vorgänger 802.11n. Die Zahl der kabellosen Endgeräte, die im Unternehmen eingesetzt werden, steigt ständig. Wie viele Nutzer die Lösung unterstützen kann, wird also zu einem entscheidenden Faktor.

2. Der richtige Access Point

Der Access Point (AP) verbindet die kabellosen Endgeräte mit dem Unternehmens-LAN und gibt den Nutzern damit Zugriff auf die Unternehmensressourcen und das Internet. Access Points brauchen Strom. Im Hinblick auf eine gute Abdeckung werden sie aber meistens oben platziert – weit weg von der nächsten Steckdose. Deshalb empfehlen wir, APs einzusetzen, die Power over Ethernet (PoE) nutzen. Sie beziehen ihren Strom über dasselbe Kabel, das auch die Daten ins Unternehmensnetzwerk überträgt. Es ist keine zusätzliche Verkabelung erforderlich, und die Access Points können flexibler platziert werden. Damit das funktioniert, muss entweder der LAN-Switch PoE-fähig sein, oder man muss einen PoE-Injektor hinzufügen, der den AP mit Strom versorgt.

Ein kabelloser Access Point deckt im Schnitt eine Fläche von 150 Quadratmetern im Gebäude und bis zu 900 Quadratmeter im offenen Gelände ab. Diese Werte können als Anhaltspunkte für die benötigte Zahl von Access Points dienen. Eine definitive Aussage über den genauen Bedarf an APs kann nur nach einer Ausleuchtung vor Ort getroffen werden.

Ob Access Points mit interner oder externer Antenne benötigt werden, hängt vor allem von der Umgebung und eventuellen physischen Hindernissen ab. Integrierte Rundstrahlantennen bieten konzentrische Reichweite, während externe Richtstrahlantennen zum Beispiel in Korridoren eingesetzt werden. Von beiden Varianten gibt es besonders robuste Versionen für den Außeneinsatz.

3. Zahlenspiele: Wie viele Nutzer? Wie viel Bandbreite?

Ob ein Access Point eine große Zahl an Nutzern managen kann, hängt im Wesentlichen von drei Faktoren ab: der Prozessorleistung, der Zahl der Funkmodule und der Qualität der Software. Am Markt ist eine breite Palette an Access Points verfügbar – von kleinen APs, die sich schon mit der Verwaltung von fünf Nutzern schwertun, bis zu professionellen APs, die problemlos Dutzende von Nutzern managen.

Alle an den Access Point angeschlossenen Nutzer teilen sich seine Bandbreite. Das heißt: Je mehr Nutzer an einen AP angeschlossen sind, umso weniger Durchsatz steht für jedes einzelne Endgerät zur Verfügung. Bei vielen Nutzern sollte der neueste 802.11ac-Standard mit seiner höheren Bandbreite eingesetzt werden.

4. Die Frage der Frequenzen: Single- oder Dual-Band?

Die WLAN-Technologie arbeitet auf zwei verschiedenen Frequenzen. Da ist zunächst das 2,4-GHz-Band, das auch von anderen Technologien genutzt wird, zum Beispiel von Fernbedienungen, Bluetooth-Geräten und Mikrowellen. Daneben gibt es das 5-GHz-Band, das nahezu ausschließlich durch WLAN-Geräte genutzt und deshalb nicht durch den Funkverkehr anderer Quellen beeinträchtigt wird. Da das 5-GHz-Band erst vor relativ kurzer Zeit entwickelt wurde, werden die meisten Unternehmen Endgeräte beider Frequenzbänder unterstützen müssen. Deshalb empfehlen wir unbedingt den Einsatz von Dual-Band-APs, die gleichzeitig auf beiden Frequenzbändern senden und empfangen können.

5. Das Kontrollzentrum

Ein Sinfonieorchester braucht einen Dirigenten, der alle Instrumente koordiniert. Genauso braucht das WLAN einen Funk-Controller. Diese Funktion kann als Software auf einer separaten Appliance installiert oder direkt in einen AP integriert sein. Dieser sorgt dafür, dass alle Access Points, die im Unternehmen installiert sind, ein kohärentes und effektives Netzwerk bilden.

Der Controller hilft, Konflikte zu lösen, die entstehen, wenn zwei benachbarte APs denselben Kanal nutzen. Sie schaffen damit einen Interferenzbereich, in dem sich zwei Signale kreuzen und keines von beiden richtig empfangen werden kann. Durch eine dynamische Kontrolle der APs und der Kanäle werden solche Konflikte vermieden.

Ein weiteres Problem, auf das einige Nutzer in bestimmten WLANs treffen, ist der „sticky client“. Dabei wird das Mobilgerät des Nutzers einem AP – meist dem ersten AP, den es erkennt – fest zugeordnet, auch wenn ein besseres Funksignal verfügbar wäre. Wenn der Nutzer sich im Gebäude bewegt, verändert sich die Servicequalität merklich. Mit seiner umfassenden Sicht auf das Netzwerk und seine Nutzer kann der Controller Endgeräte dynamisch dem AP mit dem besten Funksignal zuordnen und sie sogar an benachbarte APs weiterleiten, wenn ein AP überlastet ist.

Ingo Schneider
Ingo Schneider (Bild: Alcatel Lucent Enterprise)

6. Zugriffsrechte: Wer, was, wo und wann?

Der letzte wichtige Punkt, der zu beachten ist, dreht sich um die Verwaltung der Nutzer. Oft muss man verschiedene Nutzertypen managen und diesen jeweils andere Zugriffsrechte zuweisen. So brauchen Mitarbeiter Zugang zu den Unternehmensressourcen, während Gäste nur das Internet oder bestimmte Dienste nutzen sollen. Dafür benötigt man ein Netzwerk, das multiple Service Set Identifiers (SSID) unterstützt, damit man Profile mit verschiedenen Zugriffsebenen definieren kann. Dabei sollte sichergestellt sein, dass alle diese SSIDs parallel zugreifen können.

Über den Autor

Ingo Schneider ist Director Business Development Data Network Infrastructure DACH bei Alcatel Lucent Enterprise.

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