Pilotprojekt von Ericsson und Audi

5G in der Automobilproduktion

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Ericsson und Audi demonstrieren einen 5G-Einsatz in der Automobilproduktion: Ein industrieller Roboter baut ein Airbag-Modul in das Lenkrad ein.
Ericsson und Audi demonstrieren einen 5G-Einsatz in der Automobilproduktion: Ein industrieller Roboter baut ein Airbag-Modul in das Lenkrad ein. (Bild: Ericsson)

Gemeinsam mit dem schwedischen Netzausrüster Ericsson stellt der Automobilhersteller Audi ein Pilotprojekt bei der Mensch-Roboter-Interaktion vor. Einer der ersten Fälle ist eine über 5G angebundene Automatisierungsanwendung mit Fokus auf der Personensicherheit.

Der Einsatz von 5G in der Produktion bietet viele Möglichkeiten. Damit künftig kabellose Produktionsroboter und Mitarbeiter reibungslos zusammenarbeiten können, ist eine drahtlose Kommunikation in Echtzeit die Voraussetzung. Im Gegensatz zu anderen Funktechnologien ist 5G zuverlässiger, reagiert robuster bei hoher Auslastung und eignet sich daher besonders für die Anbindung von Sensoren, Maschinen und von Menschen bedienten Endgeräten. Ericsson stellt nun gemeinsam mit Audi ein Beispiel für den Einsatz von 5G in der Automobilproduktion vor: Ein industrieller Roboter baut ein Airbag-Modul in das Lenkrad eines Audi ein.

Die Roboterzelle sei durch Sicherheitssensorik geschützt. Würde eine Menschenhand den Lichtvorhang der Zelle durchbrechen, so Ericsson, würde der Roboter automatisch anhalten. Die hierfür notwendige hochfrequente (Feldbus-)Kommunikation werde ermöglicht durch die sehr niedrige Latenzzeit, also einer Ende-zu-Ende-Verzögerung von ungefähr einer Millisekunde. Dank der 5G-Technologie werde die Interaktion zwischen Mensch und Maschine nun auch auf kabellosem Weg möglich. „5G verbindet alle Punkte in unserer Produktionsumgebung, was zu enormen Verbesserungen der Flexibilität und Konnektivität führt und zeigt, wie eine sichere Zusammenarbeit zwischen Mensch und Roboter aussehen kann“, sagt Arjen Kreis, Leiter Karosseriebau Automatisierungstechnik Audi Neckarsulm.

„Im Rahmen unseres 2018 angekündigten Projekts mit Ericsson testen wir im Audi Production Lab die Möglichkeiten der 5G-Technologie für industrielle Anwendungen in der Smart Factory. Mit diesen Projekten erfahren wir mehr darüber, wie drahtlose Netzwerke in einer Smart Factory optimal eingesetzt werden können“, sagt Dr. Henning Löser, Leiter des Audi Production Lab, in welchem industrielle Anwendungsszenarien für die Automobilfertigung auf Basis von 5G getestet und weiterentwickelt werden. „Dabei stellt Audi gemeinsam mit Ericsson eine besonders latenzkritische Anwendung in den Mittelpunkt, wie die Interaktion mit einem Industrieroboter.“

Seit 2018 erproben Audi und Ericsson den Einsatz von 5G für die Produktion von Fahrzeugen. Die Partnerschaft zwischen dem Automobilhersteller und dem 5G-Innovationsführer biete die Möglichkeit, frühzeitig die Potenziale von drahtloser Kommunikation in der Produktion zu erkennen. „5G bietet die extrem niedrige Latenz, die den Leistungsanforderungen der industriellen Automatisierung entspricht“, erklärt Marie Hogan, Head of Mobile Broadband & IoT bei Ericsson. „Hochentwickelte Anwendungsfälle und systemkritische IoT-Vernetzungen kombiniert mit den Vorteilen einer größeren Flexibilität, Mobilität und Effizienz für die Produktionsautomatisierung werden so überhaupt erst möglich. Das „Durchschneiden der Kabel“ ist der eigentliche Wendepunkt in der Industry 4.0-Ära.“

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