Standardisierung beginnt 2016

5G als Teil einer umfassenden Netztransformation

| Autor / Redakteur: Hans-Peter Mayer / Susanne Ehneß

Ab 2018 soll es erste Feldversuche mit 5G-Technik geben
Ab 2018 soll es erste Feldversuche mit 5G-Technik geben (Bild: Natalia Merzlyakova_Fotolia.com)

Weltweit forschen Unternehmen und Institutionen an 5G, dem nächsten Mobilfunkstandard. Die EU-Kommission hat ein Investitionsprogramm von 700 Millionen Euro aufgelegt, das in den nächsten sieben Jahren die 5G-Forschung beschleunigen soll. Schneller und breitbandiger war bisher die Maxime. Gilt das auch für den neuen Standard?

Das Internet der Zukunft muss verstehen, was ein Nutzer genau benötigt – ob er eine Kurznachricht schreibt, surft oder eine neue Anwendung nutzt – und seine Ressourcen daran anpassen. Und das Internet der Zukunft wird noch viel mehr als heute von neuen Arten von Endgeräten und einer riesigen Zahl vernetzter Sensoren geprägt sein.

Letztere spielen im Internet der Dinge eine wichtige Rolle. Über Sensoren werden oft kleine Datenmengen übertragen, die dafür sehr kostengünstig und batterieeffizient sein müssen. Die Anforderungen an das Mobilfunknetz der Zukunft werden also heterogener.

Einsatzzweck

Das ist ein wesentlicher Treiber für die Entwicklung der nächsten Mobilfunkgeneration 5G. Denn die heutige vierte Generation wurde nicht für die Anforderung konzipiert, breitbandigen Datenverkehr und einzelne kleine Datenpakete gleichermaßen gut zu verarbeiten.

Bisher wurde jede Mobilfunkgeneration für einen bestimmten Einsatzzweck entwickelt. Beim 2G/GSM-Netz war es die mobile Sprachkommunikation. Bei 3G (UMTS) waren es Datendienste, die anfangs noch recht schmalbandig waren. Erst HSPA machte UMTS für viele Nutzer wirklich datentauglich. Die 4G/LTE-Entwickler schließlich dachten an mobile Breitbandanwendungen, als sie an dem Standard feilten. Internet, Video, Social Media und auch Online-Gaming sollten auf mobilen Endgeräten ohne Probleme funktionieren.

Internet der Dinge

Solche Breitbandanwendungen werden auch in einer 5G-Zukunft eine große Rolle spielen. Aber der Verkehr durch viele vernetzte „Dinge“ wird hinzukommen. Viele vernetzte Gegenstände mit batteriebetriebenen Sensoren sollen dabei nur in langen Zeitintervallen oder gar nicht gewartet werden. Das verlangt langlebige Batterien.

Ergänzendes zum Thema
 
Zusammenfassung

Benötigt wird also eine Funktechnologie, die es erlaubt, vergleichsweise günstige mobile Mini-Sender und -Empfänger mit Batterien mit mehrjähriger Laufzeit zu bauen. Sie können auch in „Wearables“ eingesetzt werden, beispielsweise in vernetzten Uhren oder Bekleidung. 5G wird deshalb mehr Geräteklassen, besonders sogenannte „Low End Devices“, unterstützen als 4G.

Wichtig sind auch geringere Reaktionszeiten der Technik (Latenz) als bei LTE. In der Machine-to-Machine-Kommunikation (M2M) müsste die Latenz deutlich unter 10 Millisekunden sinken, damit Automobilhersteller Fahrzeugassistenzsysteme besser realisieren können, die helfen, Kollisionen zu vermeiden oder ihre Folgen zu mildern. Sie müssen in Sekundenbruchteilen das Kollisionsszenario und den Aufprallwinkel berechnen, um daraus die Reaktion der Fahrzeugsysteme zu berechnen und so die Unfallfolgen abzumildern.

Ein fiktives anderes Beispiel wäre ein virtuelles Orchester, bestehend aus verteilten Musikern, die gemeinsam musizieren. In der mobilen Bild- und Tonübertragung eines solchen Konzerts muss die Latenz minimal sein.

Lesen Sie bitte auf der nächsten Seite weiter.

Inhalt des Artikels:

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 43514724 / Standards)