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Die gesunde IT-Baseline 4 Grundzüge für den Kampf gegen Ausfälle im Client-Server-Netz

Autor / Redakteur: Rich Makris / Ulrike Ostler

Amazon und Google gerieten 2012 wegen deutlich sichtbarer Ausfälle in die Schlagzeilen. Es zeigte sich, wie anfällig Unternehmen für IT-Probleme sind, die sich negativ auf Umsatz und Produktivität auswirken.

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Wie definiert sich eine solide Basis für den Kampf gegen ungeplante IT-Ausfälle?
Wie definiert sich eine solide Basis für den Kampf gegen ungeplante IT-Ausfälle?
(Bild: Markus Dehlzeit/Fotoliacom)

Vor neuen Projekten sollten IT-Manager und Netzwerkadministratoren eine IT-Management-Baseline bestimmen, um die eigene Situation genau einschätzen zu können. Während Netzwerke immer komplexer werden (virtuell/physisch, kabelgebunden/funkbasiert), wächst gleichzeitig der Druck, die Leistung und Verfügbarkeit von geschäftskritischen und kundenseitigen Anwendungen zu verbessern.

Die Wachstumsfähigkeit von Unternehmen hängt von der IT-Leistung und Verfügbarkeit ab. Trotzdem erkennen viele Unternehmen diese IT-Abhängigkeit nicht, bis es irgendwann zu spät ist. Stellen Sie sich Folgendes vor:

  • Eine E-Commerce Anwendung leidet unter Lag oder fällt gar komplett aus.
  • Der E-Mail-Server des Unternehmens fällt mit deutlichen Produktivitätseinbußen aus.
  • Geschäftskritische Anwendungen wie Salesforce.com oder SAP reagieren nicht mehr.

Die finanziellen Verluste könnten verheerend sein. Unabhängig vom Ausmaß der IT-Ausfälle sind alle Bereiche davon betroffen. Und während die IT-Umgebungen immer komplexer werden, stehen die IT-Abteilungen unter Druck, die Leistung und Verfügbarkeit effektiv zu optimieren.

Die notwendigen Verbesserungen

Die Optimierung der Infrastruktur beginnt mit der Einrichtung einer IT-Management-Baseline. Diese bildet den Maßstab für die Klärung folgender Fragen:

  • Welche Leistungen erbringen das Netzwerk, die Anwendungen und die Infrastruktur?
  • Wo und warum kommt es zu Leistungsengpässen?
  • Welche Schritte sind für eine kontinuierliche Optimierung umzusetzen?

Die Erstellung einer IT-Management-Baseline umfasst vier wesentliche Elemente: Inventar, Leistung, Konfiguration und Datenfluss:

1. Die Inventar-Baseline

Die meisten IT-Manager kennen die Kerninfrastruktur, aber oft mangelt es an Wissen über die Geräte am Rande. Unbekannte Geräte erschweren die Netzwerkverwaltung, können erhebliche Ressourcen verbrauchen und sich auf die Leistung kritischer IT-Einrichtungen auswirken.

Um das Netzwerk besser in den Griff zu bekommen, sind drei Schlüsselbereiche der Inventar-Baseline zu berücksichtigen: Hardware, Systeme und Anwendungen. Ist das Inventar aktuell? Werden aktuelle Revisionsstände eingesetzt? Wurden alle Sicherheitspatches verteilt? Wie sind alle Komponenten der Infrastruktur miteinander verbunden?

Das Verständnis der gegenseitigen Abhängigkeiten in einem Netzwerk ist besonders wichtig, um Probleme schnell zu erkennen und zu beheben. Ändert ein Mitarbeiter eine Router-Konfiguration, so dass das Subnetz gewechselt wird und dabei ein Loop entsteht, kann dies katastrophale Auswirkungen auf das gesamte Netzwerk haben.

Eine vorhandene Inventar-Baseline erleichtert deutlich das Auffinden und Beheben von Problemen und steigert die Kosteneffektivität, da unausgelastete Ressourcen ermittelt und umgewidmet werden können.

2. Die Performance-Baseline

Die Erstellung einer Performance-Baseline beginnt mit den „Big Five“:

CPU-, Arbeitsspeicher-, Datenspeicher- und Interfaceauslastung sowie Ping-Latenz.

Netzwerkadministratoren müssen wissen, welche Kapazitäten der „Big Five“ die geschäftskritischen Anwendungen belegen.

Noch wichtiger ist die Kenntnis der optimalen Schwellenwerte. Die Leistungs-Schwellenwerte sind wichtig. Belegt ein Netzwerkgerät 98 Prozent der CPU-Kapazität, besteht die realistische Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls, der sich auf die Leistung und Verfügbarkeit des Netzwerks auswirkt.

Der Schlüssel zu einer Performance-Baseline liegt in der Kenntnis der akzeptablen Schwellenwerte jedes Netzwerkgeräts und jedes Servers im Netzwerk sowie im Vorhandensein eines Echtzeit-Warnsystems für verletzte Schwellenwerte.

3. Die Configuration-Baseline

Sicherheit, Konformität und Kontrolle stehen auf der Prioritätenliste jedes CIOs. Diese bilden auch die wesentlichen Elemente der Konfigurations-Baseline. Fragen zu allen Geräten in einem Netzwerk:

  • Sind die betriebenen Konfigurationen durchgehend autorisiert?
  • Sind alle Sicherheitsfunktionalitäten aktiviert?
  • Werden noch Standardkennwörter genutzt?
  • Kann ein Audit-Trail aller Konfigurationsänderungen erstellt werden?

Versäumnisse in diesen Bereichen können die Sicherheit und Richtlinieneinhaltung verletzen.

Die meisten größeren IT-Abteilungen erzwingen strenge Kontrollrichtlinien für Konfigurationsänderungen. Autorisierte Konfigurationen werden archiviert, Konfigurationsänderungen lösen Echtzeitwarnungen aus, und es können Berichte zu kritischen Fragen erstellt werden: Wer hat was zu welchem Zeitpunkt geändert? Dies erleichtert Korrekturen und Nachweise der Richtlinieneinhaltung deutlich.

4. Die Bandbreiten- und Datenfluss-Baseline

Diese Baseline hilft IT-Managern beim Verständnis der Belegung von Netzwerkkapazitäten und Bandbreiten. Sie schlüsselt den Verbrauch nach Anwendern, Abteilungen und Anwendungen auf.

Die Optimierung der Netzwerkbandbreiten und -kapazitäten ist entscheidend für eine Steigerung der Leistung und Produktivität. IT-Manager müssen nachvollziehen können, was im Netzwerk passiert und wie viel Bandbreite verbraucht wird. Das Ziel besteht darin, für geschäftskritische Anwendungen die erforderliche Bandbreite bei maximaler Effizienz sicherzustellen.

Das Budget wird auch vom Wissen darüber beeinflusst, welche Netzwerkkapazitäten von Mitarbeitern verwendet werden. Aus der Ferne mag es beispielsweise so erscheinen, als bräuchte ein Unternehmen mehr Bandbreite. Aus der Nähe kann sich dann aber zeigen, dass 30 Prozent der bestehenden Bandbreite mit der Identifizierung unautorisierter Bandbreitenfresser wie YouTube gespart werden könnte.

Die heutigen IT-Umgebungen sind dynamisch und komplex. Ständig erfolgen Änderungen, die sich auf Leistung und Verfügbarkeit auswirken. Mit einer Bandbreiten- und Datenfluss-Baseline erhalten IT-Abteilungen ein wirksames Echtzeitinstrument zur Steigerung der gesamten Netzwerkleistung.

Rick Makris stellt zusammen, welche Baselines es gibt und wie diese aussehen.
Rick Makris stellt zusammen, welche Baselines es gibt und wie diese aussehen.
(Bild: Ipswitch)

Der Autor:

Rich Makris ist Senior Sales Engineer bei Ipswitch WhatsUp Gold.

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