Juniper-Marktkommentar zum Thema Software-Defined Networking

2015 wird SDN erwachsen

| Autor / Redakteur: Jonathan Davidson / Andreas Donner

SDN ermöglicht höchste Automation und verbindet die IT so direkt wie nie mit den Geschäftsprozessen im Unternehmen.
SDN ermöglicht höchste Automation und verbindet die IT so direkt wie nie mit den Geschäftsprozessen im Unternehmen. (Bild: Olivier Le Moal - Fotolia.com)

In diesem Jahr wird Software-Defined Networking seinem Nischendasein entwachsen und für reale Steigerungen der Unternehmenswerte sorgen. Allerdings gibt es noch einige Herausforderungen zu überwinden, darunter auch die Frage, wie SDN am besten angeboten wird, um den Bedarf zu decken.

Unternehmen werden Software-Defined-Networking-Technologien und -Konzepte ab diesem Jahr vermehrt implementieren, um ihre Agilität in der Cloud und in den eigenen Rechenzentren zu erhöhen. Die folgenden Entwicklungen werden wir dabei voraussichtlich im Jahr 2015 sehen.

Einsatz im Überfluss

Die Softwarefirma VMware hat öffentlich bestätigt, dass sie 100 Millionen Dollar Run Rate aus ihrem NSX Portfolio generieren. Das ist eine großartige Leistung, aber die Zahlen sind immer noch gering im Vergleich mit den über 10 Milliarden Dollar die der Netzwerkmarkt im Bereich Rechenzentren zu bieten hat.

In diesem Jahr werden wir erleben, dass Software-Defined Networking auf breiter Front eingesetzt wird. Ein Grund hierfür ist die vielfach bereits automatisierte Verteilung von Applikationen. Dennnoch gilt die Netzwerkebene als Sonderfall in vielen Unternehmen. SDN ermöglicht es, in den Bereichen Automation und Orchestrierung anfallende permanente Wiederholungen bei der Verteilung von Applikationen in Rechenzentren zu vermeiden. SDN erlaubt außerdem die Nutzung von Netzwerkanalysen, um die Zeit für Fehlerdiagnosen von Tagen oder Wochen auf Minuten oder gar Sekunden zu reduzieren.

Viele Unternehmen haben bis dato bereits mit voller Automatisierung und Orchestrierung in Testumgebungen experimentiert. Zahlreiche mehr setzen diese bereits in signifikanten Größen ein, unter anderem Nike, AT&T und die Hess Corporation. Mit der Bestätigung durch diese ‚Early Adopter‘ werden viele zukunftsorientierte Unternehmen nachziehen. Allerdings werden sie nach Wegen suchen, um Netzwerkautomation in ihre aktuelle Infrastruktur einzubauen anstatt die vorhandene „zu entsorgen und zu ersetzen“.

SDN Highlights

Im Jahr 2015 werden wir vermehrt kreative Wege sehen, SDN zu nutzen. Unternehmen aus der Videospielbranche beispielsweise werden auf automatisierte Netzwerke zurückgreifen, um Cloud-Instanzen zu vergrößern und damit die großen Mengen an Datenverkehr verwalten zu können, die durch Online-Gaming der neusten Generation generiert werden.

Unternehmen, die Big Data gesteuert sind, wie Öl- oder Gasfirmen aber auch Banken, finden im SDN-Umfeld die benötigten kritischen Komponenten ihrer Rechenzentrumsinfrastruktur. Der Energie- und Finanzsektor, oft aus abgelegenen Außenstellen bestehend, wird Automation für erhöhte Sicherheit, maximale Effizienz und reduzierte Kosten nutzen.

Automation hat darüber hinaus das Potenzial, das Gesundheitswesen zu revolutionieren. Diese Branche erlebt zudem gerade einen Wandel durch den vermehrten Einsatz von mobilen Geräten und neuen Technologien, um Daten zu speichern und vorzuhalten sowie die Patientenüberwachung zu ermöglichen.

Kontrollierte Konsolidierung

Auch wenn der Bedarf an SDN-Produkten wächst, ist eine Marktkonsolidierung unausweichlich. Wir haben ähnliche Konsolidierungen bereits früher gesehen, zum Beispiel in den ersten Tagen der Internet-Telefonie, als es noch über 30 Anbieter gab.

Zwar gibt es einige Startups im SDN-Sektor, aber nur wenige werden erfolgreich sein. Große, etablierte Betreiber bringen ihre eigenen SDN-Produkte auf den Markt und haben den immensen Vorteil, dass sie über intensive Kundenbeziehungen verfügen, im Gegensatz zu neuen Firmen. Gleichzeitig wurden die wichtigsten Übernahmen in diesem Bereich schon getätigt. Weitere Akquisitionen werden eher auf den Aspekt der Talentsuche zurückzuführen sein, nicht auf eine Übernahme oder Weiterentwicklung der Produkte.

Sicherheit

Mit der zunehmenden Akzeptanz und dem Einsatz von SDN, festigt sich die Verbindung zwischen Over- und Underlay des Netzwerks und wird einen weiteren wichtigen Bereich vorantreiben: Sicherheit. Hier wird es entscheidend sein, Sicherheitslösungen einheitlich und zusammenhängend über physikalische und virtuelle Ebenen hinweg anzubieten. Außerdem sollten diese Komponenten in Orchestration und Richtlinien-Engines integriert werden, damit Applikationen und Arbeitslast konsistent geschützt sind.

Eine strahlende Zukunft

SDN ist die Zukunft der Netzwerkindustrie. Tatsächlich werden irgendwann die Gespräche über SDN aufhören und es wird einfach wieder nur noch über Netzwerke gesprochen werden. Wir werden eine erhöhte Anzahl an Unternehmen und Organisationen in unterschiedlichen Industriesektoren sehen, die diese Technologie im Jahr 2015 nutzen werden, um wettbewerbsfähig zu sein. Weiterhin werden wir erhöhte Investitionen in Automation, Orchestration und Netzwerkanalysen sehen.

Jonathan Davidson
Jonathan Davidson (Bild: Juniper)

Das Jahr 2015 markiert nicht das Ende des SDN-Hypes, sondern den Beginn eines erwachsenen Marktes.

Über den Autor

Jonathan Davidson ist Executive Vice President und General Manager, Juniper Development und Innovation (JDI) bei Juniper Networks.

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