Buglas fordert von Politik Gigabit-Strategie

2015: Glasfaseranschlüsse für fast 200.000 Haushalte

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Nach Verbandsangaben haben die Buglas-Unternehmen mittlerweile über 1,6 Mio. Haushalte mit Glasfaseranschlüssen versorgt.
Nach Verbandsangaben haben die Buglas-Unternehmen mittlerweile über 1,6 Mio. Haushalte mit Glasfaseranschlüssen versorgt. (Bild: PixBox – Fotolia.com)

2015 haben die Buglas-Unternehmen nach eigenen Angaben in Deutschland knapp 200.000 Haushalte direkt mit Glasfaser angeschlossen und somit insgesamt mittlerweile bei mehr als 1,6 Mio. Haushalten Glasfaseranschlüsse direkt ins Haus oder in die Wohnung gelegt.

Die Gesamtzahl der tatsächlichen Glasfaseranschlüsse in Deutschland ist nach Angaben des Bundesverbands Glasfaseranschluss (Buglas) 2015 erstmals über die Zwei-Millionen-Marke geklettert und liegt zum Jahresende bei knapp 2,1 Mio. Von den Buglas-Unternehmen seien über drei Viertel dieser Anschlüsse realisiert worden.

„Der Zuwachs in diesem Jahr ist zwar erfreulich“, wertete Buglas-Präsident Jens Prautzsch anlässlich des Buglas-Jahreskongresses in Niederkassel, „bei einem auf mehr Nachhaltigkeit ausgelegten Investitionsumfeld könnten die Zahlen aber erheblich höher ausgefallen sein.“ Beispielhaft für die ausschließlich auf die Erreichung des kurzfristigen Breitbandziels von flächendeckend 50 MBit/s im Download bis 2018 ausgerichtete Orientierung von Politik und Regulierung nannte Prautzsch in diesem Zusammenhang das Bundesförderprogramm Breitband und den nun vorgelegten Regulierungsentwurf zum Einsatz von Vectoring in den Nahbereichen der Hauptverteiler. Beide führten in ihrer Ausgestaltung im Wesentlichen dazu, dass in den kommenden drei Jahren vor allem in die Ertüchtigung des Kupfernetzes investiert werde, dessen Leistungsfähigkeit trotzdem bereits in wenigen Jahren an ihre Grenzen stoßen werde. Zudem würden gerade mit dem Nahbereichs-Vectoring bereits in vielen Gebieten bestehende bessere Glasfaseranschlussnetze durch weniger gute, kupferbasierte überbaut.

„Unsere Mitgliedsunternehmen wollen bis 2018 weitere über 800.000 Haushalte sowie etliche Unternehmen direkt mit Glasfaser anschließen“, führte der Verbandspräsident weiter aus. „Die Umsetzung dieser mit enormen Investitionen verbundenen Ausbauvorhaben ist aber in hohem Maße von einem entsprechenden Rahmen abhängig. Deutschland braucht endlich – darauf weisen wir seit über einem Jahr wiederholt hin – eine Gigabit-Strategie, damit die stärkste Volkswirtschaft Europas mit einer langfristig leistungsfähigen Telekommunikations-Infrastruktur ausgestattet werden kann.“ Hier sei die Politik entsprechend gefordert, der Verband und seine Mitglieder unterstützten dabei gerne mit ihrer langjährigen Erfahrung im Glasfaserausbau.

Prautzsch geht davon aus, dass die Bandbreitennachfrage sich in den nächsten Jahren weiter rasant nach oben entwickelt: „OTT-Dienste (Over the Top), die sogenannte Multinutzung verschiedener Bewegtbildapplikationen auf unterschiedlichen Endgeräten und der Upload, im privaten Bereich im Wesentlichen verursacht durch die Nutzung von Cloud-Diensten und Online-Spielen, erweisen sich als die Bandbreitentreiber bei den Privatkunden. Im Bereich der Geschäftskunden wird die Nachfrage insbesondere durch den Bedarf an stabil hohen und symmetrischen Bandbreiten getrieben.“ Diese Anforderungen könnten bereits kurzfristig ausschließlich FttB/H-Netze erfüllen, so der Buglas-Präsident abschließend.

Nach Buglas-Angaben haben die im deutschen Glasfaserverband organisierten Unternehmen dort, wo sich direkte Glasfaseranschlüsse (Fiber to the Building/Home, FttB/H) heute noch nicht wirtschaftlich abbilden lassen, in diesem Jahr weitere rund 400.000 Haushalte über die Erschließung der Kabelverzweiger mit Glasfaser (FttC, Fiber to the Curb) oder ihre TV-Breitbandkabelnetze (HFC, Hybrid Fiber Coax) angebunden. Damit würden die Buglas-Unternehmen nunmehr insgesamt über 2,73 Mio. Haushalte mit Internet über FttB/H, FttC und HFC versorgen. Diese Zahl soll bis Ende 2018 auf 3,7 Mio. ansteigen. Leicht positiv habe sich in diesem Jahr die Nachfrage nach hohen Bandbreiten entwickelt. Der sogenannte Take-up von FttB/H-Anschlüssen, also deren tatsächliche Buchung, sei wieder angestiegen und liege mittlerweile bei über einer halben Mio. Anschlüsse.

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