Embedded-OS

15 Betriebssysteme für den Raspberry Pi

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Sonderfälle und Kuriositäten

Da das Raspberry Pi vor allem bei Hobbyentwicklern und Makern großen Zuspruch findet, überrascht es wohl kaum, dass auch einige eher unbekannte oder kuriose Betriebssysteme für den Einplatinenrechner umgesetzt werden. Das meiste sind Hobbyentwicklungen und einige Bemühungen wurden zwischenzeitlich wieder eingestellt. An diesen vier Beispielen wird aber aktuell noch gearbeitet, und sie finden zumindest in eingefleischten Communities noch rege Beachtung.

Firefox OS: Das browserbasierte Betriebssystem soll im Laufe von 2015 voll auf das Raspberry Pi optimiert werden.
Firefox OS: Das browserbasierte Betriebssystem soll im Laufe von 2015 voll auf das Raspberry Pi optimiert werden.
(Bild: Richard King)

Am vielversprechendsten sind hierbei wohl Mozillas Pläne, FirefoxOS auf das Raspberry Pi zu bringen. Mozilla veröffentlichte hierzu Ende 2014 eine Art offizielle Roadmap für die Entwicklung im weiteren Verlauf des aktuellen Jahres. Bei Firefox OS handelt es sich um ein quelloffenes, linuxbasiertes Betriebssystem, dessen gesamte Benutzeroberfläche einschließlich Apps komplett aus dem gleichnamigen Webbrowser realisiert wird. Das Betriebssystem findet seit einiger Zeit auf Smartphones Anwendung.

Ebenso gibt es verschiedene Bemühungen, das Smartphone- und Tablet-Betriebssystem Android auf das Raspberry Pi zu portieren. Dem „Razdroid“ genanngen Hobbyprojekt fehlt es noch an der nötigen Hardwarebeschleunigung, um das Betriebssystem flüssig und fehlerfrei auf dem Minicomputer zum Laufen zu bringen.

Es existiert allerdings bereits eine relativ stabile, wenn auch sehr langsame, Portierung von Android 2.3 („Gingerbread“). Auch eine, wenn auch sehr fehlerhafte, Version von Android 4.0 („Ice Cream Sandwich“) konnte schon auf dem RasPi demonstriert werden. Das „Razdroid“-Projekt ist allerdings eine reine Community-Angelegenheit und wird von Google offiziell nicht unterstützt.

Eher eine Kuriosität: Bei der Raspberry Pi Variante von AROS handelt es sich um eine freie, auf ARM Prozessoren angepasste Weiterentwicklung des AmigaOS von Commodore.
Eher eine Kuriosität: Bei der Raspberry Pi Variante von AROS handelt es sich um eine freie, auf ARM Prozessoren angepasste Weiterentwicklung des AmigaOS von Commodore.
(Bild: Stephen Jones / YouTube)

Eine weitere Kuriosität ist AROS. Hierbei handelt es sich um eine unabhängige, freie und portable Weiterentwicklung des AmigaOS von Commodore aus den 1990er Jahren. Seit 2013 existiert eine Version von AROS, die nativ auf der Hardware des Raspberry Pi lauffähig ist. Das Betriebssystem wird langsam, aber stetig in Nightly Builds weiterentwickelt.

Ebenfalls erwähnenswert ist „Plan 9 from Bell Labs“. Das ursprünglich von Mitgliedern der Computing Science Research Center der Bell Labs entwickelte OS ist eine logische Weiterentwicklung von Unix und existiert seit 2002 in einer vierten, quelloffenen Edition. Wer das System ohne komplexe Installation austesten möchte, kann seit Januar 2013 direkt von der Entwicklerseite ein vollständiges, vorkompiliertes Image des Open Source Betriebssystems Plan 9 für das Raspberry Pi herunterladen. An dem System wird offiziell noch gearbeitet. Inwiefern das OS allerdings in Zukunft noch weiterentwickelt wird, ist eher unklar.

Dieser Beitrag stammt von unserer Schwesterpublikation ELEKTRONIKPRAXIS.

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