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Europäische Kommission und SamKnows erstellen Breitbandatlas über tatsächliche Performance 10.000 kostenlose TP-Link-Router für freiwillige Internettester

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Mit 10.000 kostenlos verteilten TP-Link-Routern wollen Europäische Kommission und Netzanalyseexperte SamKnows den Status Quo der aktuellen Internetversorgung in Europa messen. Ziel ist ein Breitbandatlas der tatsächlichen Verbindungsgeschwindigkeiten. Nutzer können ihre Daten während des Tests einsehen und die Hardware nach zwei Jahren behalten.

Europa will wissen, welche HTTP-Performance, Jitter und Streamingqualität Service Provider wirklich liefern.
Europa will wissen, welche HTTP-Performance, Jitter und Streamingqualität Service Provider wirklich liefern.
( Archiv: Vogel Business Media )

Bis 2013 soll jeder EU-Bürger einen Breitbandanschluss nutzen können. Wie nah man diesem Ziel bereits ist, soll ein jetzt gestartetes Projekt klären: Gemeinsam mit SamKnows werden 10.000 kostenlose Whiteboxes unters Volk gebracht, welche kontinuierlich die tatsächlich erreichte Verbindungsqualität von Internetanschlüssen messen sollen.

Bei den Systemen handelt es sich um Router von TP-Link, auf denen offenbar eine modifizierte Firmware auf Basis des Betriebssystems OpenWrt läuft. Die Whiteboxes werden als Bridge zwischen bestehende Router und Netzwerkgeräte gehängt und nur dann aktiv, wenn sie keine regulären Datentransfers behindern.

Pro Monat erzeugt jede Messbox ein Datenvolumen von circa zwei GByte Downstream und einem GByte Upstream. Zum vorläufigen Testszenario gehören:

  • Multithread-HTTP-Downloadgeschwindigkeitstest,
  • Multithread-HTTP-basierter Uploadgeschwindigkeitstest,
  • Verfügbarkeit der Verbindung,
  • Jitter,
  • Latenz (sowohl ICMP als auch UDP),
  • Paketverlust (sowohl ICMP als auch UDP),
  • DNS-Abfragelösungszeit,
  • DNS-Abfragefehlerrate,
  • Webseiten-Ladezeit,
  • Webseiten-Ladefehlerrate,
  • Video-Streaming-Leistung.

SamKnows hat bereits vergleichbare Tests in Großbritannien und den USA durchgeführt. CEO Alex Salter erklärt die Ziele des aktuellen Projekts: „Wir setzen uns mit dieser Initiative dafür ein, Internetprovidern, Regulierungsbehörden und vor allen Dingen Verbrauchern die erforderlichen Informationen zu liefern, die sie benötigen, um ein besseres Breitbandangebot zu erhalten“.

Tester bekommen ein monatliches Reporting über die Leistung ihres Internetanschlusses. In anonymisierter Form sollen die Daten zudem Grundlage eines Breitbandatlasses bilden.

Details zum Projekt und ein Registrierungsformular finden Interessierte auf einer eigens eingerichteten Website.

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