Welche technischen Ansätze anonymes Surfen ermöglichen

Zwiebelnetz und Mixe verwirren Spione

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Andreas Donner

Zwiebelnetz: Onion Routing verpackt Datenpakete für verschiedene Zwischenstationen und verspricht mehr Anonymität.
Zwiebelnetz: Onion Routing verpackt Datenpakete für verschiedene Zwischenstationen und verspricht mehr Anonymität. (Bild: Srocke)

Spätestens seit dem NSA-Skandal und den RedTube-Abmahnungen will auch Otto Normalverbraucher immer öfter anonym im Web surfen. Wir zeigen einige der gängigsten Ansätze und betrachten Risiken und Nebenwirkungen.

Die von Edward Snowden ins Rollen gebrachten Enthüllungen über die Umtriebe der National Security Agency (NSA) haben nicht nur Paranoiker bestätigt, sondern auch weniger skeptische Zeitgenossen ins Grübeln gebracht. Selbst Security-Experten kapitulieren mittlerweile vor Expertise sowie Skrupellosigkeit von Sicherheitsbehörden und Geheimdiensten. "Gegen die NSA ist gar nichts sicher", heißt es dann im persönlichen Gespräch.

Wer darüber nicht verzweifelt, kann seine persönlichen Daten per End-to-End-Verschlüsselung vor Datendieben schützen. Sauber implementierte und starke Chiffriermethoden empfiehlt selbst Edward Snowden in einem Online-Interview für die britische Tageszeitung "The Guardian": "Encryption works." Dabei schränkt der Whistleblower allerdings gleichzeitig ein, dass Endpunkte an sich "schrecklich verwundbar" und damit auch regelmäßig Ziel erfolgreicher NSA-Angriffe seien.

Verräterische Metadaten

Doch selbst wenn Nutzer den Inhalt ihrer Kommunikation komplett geheim halten, bleiben noch immer verräterische Metadaten übrig: Die Information, wer wo wann mit wem Nachrichten ausgetauscht hat. Welche Brisanz in diesen Verbindungsdaten liegt, wurde für Telefonnetze schon eingehend erläutert. 2011 veröffentlichte die Wochenzeitung "Die Zeit" gemeinsam mit Grünen-Politiker Malte Spitz dessen per Mobilfunk protokollierte Bewegungsprofile, nachdem Spitz die Herausgabe entsprechender Daten bei der Deutschen Telekom eingeklagt hatte. Kürzlich haben Forscher der Stanford University verdeutlicht, welche Rückschlüsse sich allein aus dem Kontaktverhalten ziehen lassen.

Beim Surfen in Datennetzen hinterlassen Nutzer ähnliche Spuren. Die unangenehmen Nebenwirkungen hat die kürzliche RedTube-Abmahnwelle gezeigt. Rechtsanwältin Viola Lachenmann zieht daraus gar folgenden Schluss: "Im Endeffekt kann sich jeder Internetnutzer willkürlichen Forderungen ausgesetzt sehen, ohne sich dagegen wehren zu können."

Tarnen und Täuschen

Eine Abwehr gäbe es freilich: Den eigenen Datenverkehr soweit verschleiern, dass unerwünschte Dritte nicht auf die Identität bestimmter, am Datenverkehr beteiligter Parteien schließen können. Die dafür geeigneten technischen Mittel werden im folgenden skizziert.

Per IP und Zeitstempel lassen sich Internetnutzer recht zuverlässig identifizieren. Egal ob fest oder dynamisch vergeben: Eine IP kann zu einer bestimmten Zeit immer nur von einem Teilnehmer respektive Netzwerkzugangsgerät genutzt werden. Der Zwang zur Vorratsdatenspeicherung ist zwar in Deutschland aktuell ausgesetzt – der Fall RedTube zeigt jedoch, dass IP-Daten noch immer Personen zugeordnet werden.

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