Schnelle Verbindungen und Social Media vorne im Ranking

Wie der IT-Arbeitsplatz der Zukunft aussehen soll

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Viele von MSG Services befragte Büroangestellte und Business-Manager sind mit der technischen Ausgestaltung ihres IT-Arbeitsplatz nicht zufrieden.
Viele von MSG Services befragte Büroangestellte und Business-Manager sind mit der technischen Ausgestaltung ihres IT-Arbeitsplatz nicht zufrieden. (Bild: MSG Services)

Die gegenwärtigen Computer am Schreibtisch der Büroangestellten erzeugen beim digitalen Wandel der Unternehmen offenbar Bremseffekte. Vielfach entsprechen sie noch nicht den veränderten Anforderungen. Zu diesen Erkenntnissen kommt eine Befragung im Auftrag von MSG Services.

MSG Services hat bei über 2.200 Büroangestellten und 600 Business-Managern nachfragen lassen, wie sie sich den zukünftigen IT-Arbeitsplatz der Mitarbeiter vorstellen. Analysiert wurden, so der IT-Service- und Consultingspezialist, die zehn wichtigsten Branchen in Deutschland.

Beim Blick auf die aktuelle Situation bei den Workplaces seien Bedenken angebracht, ob in den Firmen bereits eine ausreichende technische Infrastruktur für die Digitalisierung besteht. Zumindest würden die Büromitarbeiter im Branchendurchschnitt über deutliche Defizite klagen. Lediglich zwei von fünf seien mit der technischen Ausstattung ihrer IT-Arbeitsplätze sehr oder zumindest weitgehend zufrieden. Alle anderen stellten entweder deutliche Beschränkungen fest oder müssten mit veralteter Technik arbeiten. Deutlich abgemildert sei zwar das Urteil ihrer fachlichen Vorgesetzten, doch auch sie registrierten zu 43 Prozent, dass die technischen Bedingungen am Schreibtisch ihrer Büromitarbeiter nicht den zukünftigen Anforderungen entsprechen würden.

Holger Sievers, Vorstandsvorsitzender von MSG Services, sieht darin einen kritischen Erfolgsfaktor für die Digitalisierung in den Unternehmen. „Die vielfältigen Nutzeneffekte der Digitalisierung können sich nur entfalten, wenn den Mitarbeitern eine angemessene technische Basis zur Verfügung steht“, betont er. Es sei zwar eine sukzessive Abkehr von den klassischen Arbeitsplatzkonzepten hin zu standortunabhängigen, individualisierbaren und cloudorientierten Workplaces sichtbar, aber der Veränderungsprozess vollziehe sich angesichts des hohen Modernisierungsbedarfs noch zu zögerlich. „In den Planungen zur digitalen Transformation darf deshalb eine Neuausrichtung der Arbeitsplatzsysteme nicht fehlen“, betont Sievers.

Diese Notwendigkeit hätten auch die Mitarbeiter in ihren Antworten auf die Frage ausgedrückt, wodurch sich die zukünftigen IT-Arbeitsplätze charakterisieren sollten. Ganz oben auf ihrer Top-10-Wunschliste stünden – ähnlich wie bei den Business-Managern – eine schnelle Datenverbindung und einfache Bedienbarkeit der Office-Systeme. Sie würden von über 80 Prozent der beiden Befragungsgruppen als unbedingt notwendig erachtet.

Eine solche Übereinstimmung gelte hingegen nicht für die Social-Media-Funktionen: Von 77 Prozent der Mitarbeiter gewünscht, erachteten sie die Vorgesetzten nur zur Hälfte als unbedingt erforderlich. Ähnlich gegensätzliche Konstellationen bestünden bei den Messenger-Diensten als selbstverständliche Funktion am Arbeitsplatz und dem Thema der Endgeräte: Fast zwei Drittel der Mitarbeiter plädierten für mobile statt der herkömmlichen stationären Endgeräte und würden auch gerne standortunabhängig auf alle Daten zugreifen können. Für diese auf den Plätzen sechs und sieben rangierenden Anforderungen, so die Erhebung, sehen die Abteilungsleiter jedoch nur in jedem zweiten Fall eine Notwendigkeit. Gleiches gelte für den Wunsch der Angestellten nach einer individuelleren Nutzung der Anwendungen durch Einstellungen nach persönlichem Bedarf.

Anders die Situation hingegen bei der Datensicherheit, immerhin Rang neun in den Anforderungen an den zukünftigen IT-Arbeitsplatz. Sie werde von 60 Prozent der Beschäftigten als relevant erachtet, während drei Viertel ihrer Vorgesetzten den Datenschutz auf einem hohen Niveau sichergestellt sehen möchten.

Dagegen zeigten beide Gruppen ein zurückhaltendes Interesse an einer kollaborativen Ausrichtung. Dies gelte einerseits für die Möglichkeit des einfachen Teilens von Informationen bzw. Dokumenten und andererseits für die Zusammenarbeit mit Kollegen in virtuellen Teams vom eigenen IT-Arbeitsplatz aus. Auch weitere Aspekte gehörten aus Mitarbeitersicht nicht zu den Top 10 der wichtigsten Funktionen. Dies betreffe beispielsweise die Verknüpfung aller persönlich genutzten Geräte und Kommunikationskanäle ebenso wie ein gutes Angebot an Self-Services, intelligente Suchfunktionen für Daten und den Verzicht auf Papier zugunsten digital nutzbarer Informationen. Andererseits seien auch diese Merkmale für die Büroangestellten nicht bedeutungslos, weil sie von etwa jedem Zweiten als wichtig eingeschätzt würden.

Dafür würden sie aber gerne die Bedingungen in ihrem Job etwas modifiziert sehen: 58 Prozent wünschten sich flexiblere Arbeitszeiten, zudem sollten die Arbeitgeber mehr Möglichkeiten einräumen, öfter mal die Jobaufgaben am heimischen Schreibtisch erledigen zu können. Hier würden sie jedoch auf einen großen Widerstand ihrer Fachvorgesetzten stoßen, die sich nur zu einem geringen Teil für solche Modelle offen zeigten.

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