Windows 10 mit Windows 10 Server und System Center vNext

Vorteile der neuen Betriebssysteme im Überblick

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Andreas Donner

Windows 10 kommt: als Client im Sommer und als Server nächstes Jahr. Erste Eindrücke vermitteln die einzelnen Previews.
Windows 10 kommt: als Client im Sommer und als Server nächstes Jahr. Erste Eindrücke vermitteln die einzelnen Previews. (Bild: Joos)

Windows 10 ist das Client-Betriebssystem für die nächste Serverversion Windows 10 Server, auch Windows Server vNext genannt. Windows 10 wird wohl im Sommer fertig, während die Serverversion weiter auf sich warten lässt. Ein optimales Zusammenspiel von Client und Server darf dennoch erwartet werden. Das gilt auch für die neue Version des System Centers.

Mit Windows 10 bricht Microsoft erstmals mit der Tradition, den Client gleichzeitig mit dem Server zu auf den Markt zu bringen. Windows Server vNext, wie Windows 10 Server auch genannt wird, wird laut Microsoft erst 2016 erscheinen, der Windows-10-Client dagegen schon im Sommer/Herbst 2015.

Dennoch wird Windows 10 vor allem für Windows Server vNext optimiert sein. Bereits jetzt gibt es die Remoteserver-Verwaltungstools (RSAT), mit denen sich auch die neuen Funktionen verwalten lassen. Außerdem erscheint zusammen mit den beiden neuen Betriebssystemen auch die neue Version des System Centers. Auch diese ist auf die Zusammenarbeit mit Windows 10 optimiert.

Bereits jetzt lassen sich die neuen Versionen als Previews testen. Allerdings sind vor allem in der Technical Preview von Windows 10 Server noch sehr wenige neue Features aktiv. Microsoft wollte Anfang 2014 bereits eine neue Version der Technical Preview veröffentlichen, diese lässt aber weiter auf sich warten.

Remoteserver-Verwaltungstools für Windows 10

RSAT steht derzeit auch erst als Entwicklerversion für Windows 10 zur Verfügung. Alle neuen Funktionen von Windows 10 Server werden derzeit noch nicht unterstützt. So fehlen zum Beispiel die Verwaltungstools für die Remotedesktopdienste und den Remotezugriff. Vor allem hier arbeitet Microsoft derzeit massiv an Verbesserungen und neuen Möglichkeiten.

Mit RSAT für Windows 10 lassen sich natürlich auch Dienste in Windows Server 2012/2012 R2 verwalten, umgekehrt stehen neue Funktionen in Windows 10 Server nur für RSAT in Windows 10 zu Verfügung. Da in RSAT auch der Server-Manager enthalten ist, können Administratoren von Arbeitsstationen aus alle Verwaltungsaufgaben vornehmen, die auch von Servern aus möglich sind. Aktuell ist der Server-Manager von Windows 10 Server allerdings noch weitgehend identisch mit seinem Pendant aus Windows Server 2012 R2.

Besserer Remotezugang, VPN und Cloudabsicherung

Microsoft will mit Windows 10 vor allem VPN-Zugänge, DirectAccess und RemoteAccess verbessern. Außerdem soll Windows 10 jetzt auch an MDM-Lösungen (Mobile Device Management) angebunden werden können. Das ermöglicht das Fernlöschen von Unternehmensdaten, ähnlich zu Remote-Wipe-Szenarien für Smartphones in Exchange/Office 365. Windows 10 kann hier private Daten von geschäftlichen Daten unterscheiden, sodass der private Bereich von Mitarbeitern nicht beeinträchtigt wird. Diese Funktionen werden aller Voraussicht nach aber nur mit Windows 10 möglich sein, da eine solche Unterscheidung mit Windows 8.1 noch nicht möglich ist.

Außerdem soll BitLocker deutlich erweitert werden. Microsoft plant die durchgehende Verschlüsselung von Dateien, unabhängig davon, ob diese auf dem Windows 10-Client, einem Server mit Windows 10, auf dem Exchange-Server oder in der Cloud gespeichert werden (siehe Abbildung 1).

HyperV in Windows 10 – Neues Format, bessere Verwaltung

HyperV wird in Windows 10 Enterprise/Professional genauso integriert, wie in Windows 10 Server. Das war in Windows 8.1 schon so. Die neue Version bietet aber einige Neuerungen, die nur im Zusammenspiel möglich sind. Die Systemdateien von VMs werden jetzt als Binärdateien gespeichert (*.vmcx und *.vmrs) (siehe Abbildung 2). Vorteil dieser Dateietypen ist deren relative Unempfindlichkeit gegen Abstürze des Betriebssystems.

Eine weitere Neuerung ist die Möglichkeit, auch auf virtuellen Linux-Rechnern den dynamischen Arbeitsspeicher zu aktivieren.

Für Generation 2-VMs auf Basis von Windows 10 oder Windows 10 Server können Administratoren im laufenden Betrieb den Arbeitsspeicher konfigurieren. Das geht auch dann, wenn der dynamische Arbeitsspeicher nicht aktiviert ist. Allerdings muss dazu auch in der VM Windows 10 oder Windows 10 Server installiert sein. Die Verwaltung lässt sich auch von Windows 10-Arbeitstationen ausführen, und das auch dann wenn RSAT nicht installiert ist, da die Verwaltungstools für Hyper-V in Windows 10 integriert sind und nur aktiviert werden müssen.

Windows 10 und Windows 10 Server ermöglichen die Verwendung und Aktivierung der neuen Version-6.0-VMs. Windows 8.1 und Windows Server 2012 R2 arbeiten noch mit der Version 5.0. Die neue Version bietet zum Beispiel die Möglichkeit, Snapshots auf Basis des Volume Shadow Services (VSS) der Gastmaschinen zu erstellen, so genannte Production Snapshots. Dadurch lassen sich jetzt auch Snapshots von virtuellen Domänencontrollern oder Exchange-Servern zuverlässig erstellen. Auch hier besteht die Möglichkeit, die Verwaltung über Arbeitsstationen mit Windows 10 aus durchzuführen (siehe Abbildung 3).

Remotedesktop-Dienste und VDI

Vor allem im Bereich Virtual Desktop Infrastructure und Remotedesktop-Dienste gibt es beim Zusammenspiel von Windows 10 und Windows 10 Server interessante Neuerungen. RemoteFX in Windows 10 Server unterstützt OpenGL 4.4 und OpenCL 1.1 API (siehe Abbildung 4). Administratoren können mehr Grafikspeicher verwenden. Die neue Version unterstützt jetzt mehr als 1 GB VRAM. Das heißt, das Benutzererlebnis auf virtuellen Windows 10-Rechnern oder Remotedesktop-Diensten wird erhöht und bietet mehr Möglichkeiten für 3D-Anwendungen (siehe Abbildung 5).

System Center Virtual Machine Manager next Generation

Microsoft stellt, neben den Technical Previews für Windows 10 Server und Windows 10, auch die Technical Preview von System Center vNext zur Verfügung. Wer Zugriff auf ein MSDN-Abo hat, kann sich die neue Version direkt aus dem persönlichen Download-Bereich herunterladen. Microsoft stellt aber auch virtuelle Festplatten mit SCVMM vNext zur Verfügung. Im Evaluierungscenter steht die Version ebenfalls bereit.

Die neue SCVMM-Version kann nur auf Servern mit Windows 10 Server installiert werden. Als Datenbank-Server benötigen Administratoren SQL Server 2014. Die Verwaltungskonsole für VMM vNext müssen Administratoren entweder auf einem Server mit Windows 10 Server (Windows Server Technical Preview) oder auf einer Arbeitsstation mit Windows 10 installieren.

SCVMM vNext kann die Updates für Hyper-V-Hosts zentral für alle angebundenen Hyper-V-Hosts verwalten. Dazu müssen Administratoren einen WSUS-Server bereitstellen. Die Anbindung von Hyper-V und SCVMM vNExt an WSUS ist aber auch deshalb interessant, weil ab Windows 10 die Integrationsdienste in den virtuellen Servern über WSUS aktualisiert und nicht mehr direkt installiert werden.

Eine weitere Neuerung in VMM vNext besteht darin, dass virtuelle Netzwerkadapter besser konfiguriert werden können. Administratoren können mehrere virtuelle Netzwerkadapter bei der Bereitstellung von virtuellen Servern zur Verfügung stellen. Das funktioniert ähnlich zu Consistent Device Naming (CDN) in physischen Netzwerkadaptern. Dazu muss aber der virtuelle Server als Generation 2-VM erstellt und mit Windows 10 Server installiert werden (siehe Abbildung 6).

Fazit

Windows 10 nähert sich seiner Fertigstellung und bietet bereits in der Preview zahlreiche neue Features. Diese und mehr werden mit der Serverversion und den dazu gehörigen Verwaltungswerkzeugen System Center und Intune unterstützt und zentral verwaltet. Sobald eine neue Version von Windows 10 Server erscheint, lässt sich noch mehr zu den neuen Funktionen sagen. Aber schon jetzt wird an vielen Stellen deutlich, wie eng Windows 10 und Windows Server vNext zusammenarbeiten werden – vor allem wenn es um Sicherheit und Cloudanbindung geht.

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