Windows, Mac OS und Linux fernsteuern

UltraVNC/RealVNC/ThinVNC im Praxiseinsatz

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Andreas Donner

Die VNC-Derivate UltraVNC, RealVNC und ThinVNC erlauben den Fernzugriff auf PCs und Server und machen Admins damit das Leben leichter.
Die VNC-Derivate UltraVNC, RealVNC und ThinVNC erlauben den Fernzugriff auf PCs und Server und machen Admins damit das Leben leichter. (Bild: creative soul - Fotolia.com)

Geht es um die Fernsteuerung von Computern, setzen sehr viele Administratoren auf VNC-Derivate. Besonders beliebt sind die Varianten UltraVNC, RealVNC und ThinVNC. Mit diesen Produkten kann kostenlos eine Fernwartung für Windows-Rechner, aber auch für MacOS X und Linux durchgeführt werden. Wir zeigen, wie’s geht!

Alle hier vorgestellten Tools stehen kostenlos zur Verfügung. Da alle VNC-Varianten das VNC-Protokoll nutzen, sind die Programme auch untereinander kompatibel. Das heißt, Administratoren können auf Servern den Serverteil von UltraVNC installieren und gleichzeitig mit dem Client von RealVNC auf den Server zugreifen. Natürlich ist es ideal, wenn in Umgebungen möglichst einheitliche Installationen durchgeführt werden. Da das aber nicht immer möglich ist, kann es durchaus nützlich sein, auf eine VNC-Variante zu setzen, da hier jeder zugreifende Administrator festlegen kann, welchen Client er den gerne verwenden möchte.

UltraVNC installieren und einrichten

UltraVNC ist eine sehr ressourcensparende Fernwartungslösung. Geeignet ist das Produkt aber nur für erfahrene Administratoren, da es für Laien sehr kompliziert zu bedienen ist. Neben der standardmäßig zu erwartenden Fernwartung, können Administratoren über UltraVNC auch Daten übertragen, verschlüsselte Verbindungen herstellen und mit Benutzern kommunizieren. Das Programm muss für die Verwendung installiert werden und fällt unter die GNU/GPL-Lizenz. Das Tool steht auch mit einer deutschen Oberfläche zur Verfügung.

UltraVNC gibt es als 32-Bit und als 64-Bit-Version. Im Rahmen der Installation kann ausgewählt werden, ob auf dem aktuellen Computer der Serverpart oder der Viewer installiert wird (siehe Abbildung 1). Damit Administratoren über den Viewer auf einen Server zugreifen können, muss auf diesem Server zuvor die Server-Komponente von UltraVNC installiert werden. Im Rahmen der Installation kann festgelegt werden, ob der Serverdienst als Systemdienst registriert werden soll, oder ob der Serverpart vor dem Zugriff über UltraVNC erst manuell gestartet werden muss (siehe Abbildung 2).

Nach der Installation des Serverparts und dessen Start, ist in der Task-Leiste ein neues Symbol zu sehen. Über dieses lassen sich Einstellungen für UltraVNC vornehmen. Zusätzlich wurde auch das „Einstellungen“-Programm installiert. Dieses lässt sich über ein eigenes Symbol aufrufen. So können Administratoren zum Beispiel festlegen, mit welchem Kennwort die Verbindung erfolgen soll, oder ob sie sich mit einer Anmeldung an der Windows-Domäne auch an VNC anmelden müssen (siehe Abbildung 3).

Fernwartung mit UltraVNC

Um eine Fernwartungs-Sitzung aufzubauen, wird das Tool „Viewer“ aus der UltraVNC-Installation verwendet. Nach dem Start des Tools wird zunächst der Name oder die IP-Adresse des Servers eingegeben, mit dem eine Verbindung aufgebaut werden soll (siehe Abbildung 4). Hier haben Administratoren auch die Möglichkeit, die Geschwindigkeit der Leitung festzulegen. Außerdem lassen sich hier Optionen für die Kommunikation vornehmen (siehe Abbildung 5). Sobald der Verbindungsaufbau durchgeführt wurde, wird der Inhalt des Bildschirms angezeigt. Im oberen Bereich sind verschiedene Symbole zu finden, über welche Administratoren sich mit Anwendern unterhalten, Daten übertragen oder Einstellungen anpassen können (siehe Abbildung 6).

Alternative RealVNC

Neben UltraVNC stehen noch weitere Tools zur Verfügung, welche ebenfalls das VNC-Protokoll nutzen können. Ein weiteres bekanntes Beispiel ist RealVNC. Da auch dieses Tool das gleiche Protokoll nutzt, sieht die Einrichtung identisch aus. Zunächst muss auf den Geräten, auf die per RealVNC zugegriffen werden soll, der Serverpart des Tools installiert werden. Danach können Administratoren über den „Viewer“ von RealVNC zugreifen. Auch hier lässt sich wieder während der Installation auswählen, welcher Teil der Software installiert werden soll (siehe Abbildung 7). Wie bei UltraVNC können Administratoren auch bei RealVNC die deutsche Sprache bei der Installation auswählen.

Nachdem der Client gestartet ist, kann auch hier eine Verbindung zu einem beliebigen Server aufgebaut werden. Wichtig ist, dass auf dem empfangenden Gerät ein VNC-Serverpart installiert ist. Das Kennwort und die Authentifizierung für den Zugriff werden auf dem Server konfiguriert. Beim Starten des Clients können Anwender aber ebenfalls Einstellung für die Verbindung vornehmen (siehe Abbildung 8).

ThinVNC - HTML5 Remote Desktop

Die dritte bekannte Variante von VNC ist ThinVNC. Auch dieses VNC-Derivat steht kostenlos zur Verfügung. ThinVNC unterscheidet sich allerdings etwas von den anderen Varianten.

Administratoren benötigen für den Client-Zugriff keine Software auf dem Rechner, der Zugriff erfolgt hier über einen herkömmlichen Webbrowser. Dazu müssen Administratoren auf dem entsprechenden Server den Server Teil von Thin-VNC starten und festlegen, auf welchem Port der Server auf einen Zugriff warten soll. Außerdem können Administratoren an dieser Stelle festlegen, ob das Produkt automatisiert gestartet werden soll.

Eine Installation ist nicht notwendig, es reicht aus, wenn der Server gestartet wird (siehe Abbildung 9). Damit der Zugriff über das Netzwerk funktioniert, müssen aber in der Firewall des Servers Regeln erstellt werden, die den Zugriff erlauben. Soll zum Beispiel der Zugriff über den Standardport 8080 erfolgen, dann muss eine eingehende Regel erstellt werden, damit der Server auf diesem Port erreicht werden kann.

Um mit einem Client eine Verbindung zu ThinVNC aufzubauen, werden in einem Webbrowser dann die IP-Adresse und der Port des Servers eingegeben. Danach erscheint ein Anmeldefenster, über das festgelegt werden kann, auf welchen Server zugegriffen werden soll und mit welchem Benutzernamen und Kennwort die Anmeldung erfolgen soll (siehe Abbildung 10). Danach wird das Fernwartungsfenster im Browser geöffnet. Über die Symbole am oberen Rand können Einstellungen vorgenommen werden (siehe Abbildung 11).

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