Unverschlüsselte Übertragung bei ISDN

Toplink: Höherer Abhörschutz bei Internettelefonie

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Für Abhörspezialisten ist ISDN keine Herausforderung. Toplink empfiehlt daher den Wechsel zur Internettelefonie.
Für Abhörspezialisten ist ISDN keine Herausforderung. Toplink empfiehlt daher den Wechsel zur Internettelefonie. (Bild: © – sunnychicka – Fotolia.com)

Unternehmen, die den Wechsel vom althergebrachten ISDN-Netz zur Internettelefonie hinauszögern, handeln fahrlässig, warnt Cloud-Telefonsystembetreiber Toplink. Der Hintergrund: Bei ISDN werden die Telefongespräche von jeher unverschlüsselt übertragen.

Toplink empfiehlt Unternehmen die zügige Umstellung von ISDN auf verschlüsselte Internettelefonie. Geschäftsführer Jens Weller erläutert: „In Sachen Abhörsicherheit ist ISDN ein Desaster. Wer sich am grauen Verteilerkasten um die Ecke anklemmt, kann sämtliche Telefonate mithören.“

Zudem sei bekanntlich jedes Unternehmen verpflichtet, angemessene Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz des eigenen Betriebs zu ergreifen. Jens Weller weiter: „Eine unverschlüsselte Telefonie könnte man vor dem Hintergrund der bekannt gewordenen Abhörwellen wohl als grob fahrlässig einstufen.“

Allerdings sei die Sache nicht ganz so einfach, wenn man die verschiedenen Verbindungsszenarien durchspielt, gibt Toplink zu bedenken. Bei Telefongesprächen im firmeneigenen IP-Netz oder im IP-Netz des beauftragten Cloud-Anbieters lasse sich eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung lückenlos gewährleisten. Gespräche über zwei Anbieter hinweg, die beide mit Verschlüsselung arbeiten, seien ebenfalls sicher. Doch bei einer fremden Nummer wisse der Anrufer in der Regel nicht, welches Sicherheitsniveau auf der anderen Seite vorherrscht. Beim Anrufen eines ISDN-Anschlusses sei „der letzte Draht“ zum Angerufenen unverschlüsselt, also leicht abzuhören.

Verschlüsselte Verbindungen seien wenig wert, wenn die Daten selbst in der Cloud bzw. auf dem Server nicht ausreichend geschützt sind, warnt Toplink. Vielmehr müssten die Administrationsoberfläche, das Telefonbuch, die Rufnummern und alle weiteren Angaben im Cloud-Telefonsystem bestmöglich vor Angriffen von außen geschützt werden. Dazu gehörten HTTPS und SSL-Zertifikate ebenso selbstverständlich wie der Schutz mit Firewalls und allen weiteren gängigen Maßnahmen. Bei der Auslagerung der Cloud-Telefonie obliege es dem Cloud-Betreiber, die notwendige Sicherheit einschließlich Abhörsicherheit zu gewährleisten.

Bei internationaler Kommunikation hänge die Frage des Datenschutzes sehr eng mit dem Standort zusammen: Unternehmen, die sich bewusst und konsequent dem strengen deutschen Datenschutz unterziehen, um auch ihren Kunden dieses hohe Datenschutzniveau zu gewährleisten, würden ihre Cloud ausschließlich in Deutschland betreiben. Weller mahnt dennoch zur Vorsicht: „Entscheidend ist, in welchem Land die Cloud technisch betrieben wird, nicht etwa, in welchem Land der Reseller seinen Sitz hat, von dem die Firma das Cloud-Angebot bezieht.“

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