Praktischer LAN-Tester für Admins

Test: NetScout LinkSprinter 300

| Autor: Andreas Donner

Der LinkSprinter 300 von Fluke Networks bzw. NetScout Systems ist ein praktischer Helfer für jeden Netzwerkverantwortlichen.
Der LinkSprinter 300 von Fluke Networks bzw. NetScout Systems ist ein praktischer Helfer für jeden Netzwerkverantwortlichen. (Bild: Donner/VIT)

Der LinkSprinter 300 von Fluke Networks bzw. NetScout Systems ist ein kleiner, handlicher LAN-Tester. Innerhalb weniger Sekunden ermittelt das Gerät die wichtigsten Parameter jedes LAN-Anschlusses. Wir haben uns das Gerät angesehen, das zur Grundausstattung jedes Admins gehören sollte.

Fluke Networks gilt vielen als das Maß der Dinge im Bereich zuverlässiger Service-Messgeräte für die Elektro- und Netzwerktechnik. Seit Mitte 2015 gehört Flukes Netzwerkmesstechnik-Sparte zu NetScout Systems. Nach und nach wird daher der Name Fluke Networks von den Messgeräten der Administratoren und Netzwerkverantwortlichen dieser Welt verschwinden. Unser Testgerät, der LinkSprinter 300, trägt aktuell aber noch den Schriftzug von Fluke Networks.

Der LAN-Tester ist ein kleines, handliches Gerät mit 11 cm Länge, 4 cm Breite und einer Dicke von etwas mehr als drei Zentimetern. Als Bedienelement findet sich auf dem Gerät lediglich ein Power-Taster. In Sachen Anzeigeeinheiten bringt das Gerät sechs Leuchtdioden mit, jede einer einzigen Funktion bzw. einem einzigen Test zugeordnet. An der Unterseite befindet sich eine RJ45-Buchse, in die ein LAN-Kabel eingesteckt werden kann. Betrieben wird das gerät mit zwei AA-Batterien oder via Power over Ethernet, falls das angeschlossene Netzwerkkabel eine derartige Spannung führt.

Einfachstes Handling

Schaltet man das Gerät ein, prüft der LinkSprinter 300 als erstes die Verbindung zum nächstgelegenen Switch oder Router. Abgefragt werden Name, Modell, Steckplatz und Port des Switches/Routers sowie das für die Nutzung von CDP/LLDP/EDP verbundene VLAN. Ebenfalls geprüft werden die verfügbare Geschwindigkeit und die Duplexeinstellungen des Links. Ist der Test abgeschlossen, leuchtet die zugehörige grüne LED dauerhaft und der nächste Test wird initiiert.

Nach und nach werden so die DHCP-Verfügbarkeit und die Gateway-Verbindung getestet sowie eine Internetverbindung aufgebaut. Last but not Least erfolgt ein Power-over-Ethernet-Test (PoE), dessen positives bzw. negatives Ergebnis ebenso wie bei allen anderen Tests durch eine leuchtende, blinkende bzw. erloschene LED angezeigt wird. Leuchten alle LEDs des LinkSprinters grün, ist der Link in Ordnung und kann für den Zugang zum Netzwerk bzw. Internet genutzt werden.

Diese einfachen und schnellen Feld-Tests beherrschen alle LinkSprinter-Modelle. Bei allen Geräten der Serie lässt sich zudem ein Cloud-Service einrichten, zu dem die erfassten Daten übermittelt werden. Dort laufen die Messergebnisse dann auch etwas ausführlicher auf und so können über die Cloud-Datenbank bspw. Detail-Informationen über den Switch bzw. Router, das VLAN, das Gateway und die PoE-Klassifizierung ausgelesen werden. Auch eine Mailbenachrichtigung lässt sich einrichten, über die der Cloud-Service die detaillierten Messdaten versendet.

LinkSprinter 200 und 300 mit WLAN-Unterstützung

Die etwas funktionsreicheren Geräte LinkSprinter 200 und LinkSprinter 300 verfügen über ein WLAN-Modul und lassen sich so mit dem Smartphone oder Tablet des Administrators verbinden. Dazu meldet man das Smartphone oder Tablet einfach am offenen WLAN des LinkSprinters an und öffnet in einem Browser die Seite http://172.16.9.9. Nun kann man die detaillierten Messergebnisse, wie sie in der Cloud bereitstehen, auch sofort am Smartphone einsehen.

Das Topmodell, der LinkSprinter 300, kann sogar noch mehr. Über die aktivierte WLAN-Funktion kann man am gekoppelten Smartphone oder Tablet auch ein Blinken des Switchports auslösen, an dem der jeweils getestete Link angeschlossen ist. Eine herausragende Erleichterung bei Fehlersuchen im Verkabelungsgewirr. Steckt man den Link am Switch aus, kann der LinkSprinter 300 zudem auch die Länge des angeschlossenen Kabels sowie dessen Unversehrtheit ermitteln. Bei einem Kabelbruch oder Kurzschluss wird dieser unter Angabe der ungefähren Entfernung vom Messgerät detailliert angezeigt. In unseren Test wichen die ermittelten Längen und Distanzen meist deutlich unter zehn Prozent von der Realität ab. Eine Genauigkeit, die bei Messgeräten dieser Preisklasse eher unüblich ist.

Ebenfalls interessant dürfte das Gerät für Netzwerkverantwortliche sein, die hin und wieder auch mal eine LAN-Dose setzen und die Verkabelung erweitern müssen. Denn mittels separat erhältlicher Test-Dongels lässt sich nicht nur die korrekte Verkabelung einer LAN-Dose prüfen (hierzu ist ein Wiremapper nötig), über die Nummerierung in den Dongles (Wireview Cable ID) können in einem einzigen Arbeitsschritt auch bis zu sechs entfernte LAN-Dosen überprüft und zugeordnet werden (dies ermöglichen die im Set erhältlichen Wiremapper #2 bis #6 und der einzeln erhältliche Wiremapper #1). Gerade bei weitläufigen Verkabelungen eine echte Erleichterung.

Preise und Verfügbarkeit

Die aktuellen Straßenpreise (inkl. Mehrwertsteuer) der LinkSprinter-Serie liegen bei rund 220 Euro für den LinkSprinter 100 bzw. 350 und 450 Euro für die Modelle LinkSprinter 200 bzw. 300. Die Wireview-Dongles mit den Cable ID-Nummerierungen liegen eigentlich nur dem Extended Test Kit des mit rund 2.500 Euro deutlich teureren und umfangreicheren NestScout LinkRunner AT 2000 bei und können nur sehr schwer, oft nur direkt über die USA und meist nur zu recht hohen Preisen separat bezogen werden. So kostet der Wiremapper #1 bei separater Bestellung in USA rund 70 Dollar, die nur im Set erhältlichen Wiremapper #2 bis #6 schlagen dementsprechend gleich mit rund 350 Dollar zu Buche. Wünschenswert wäre es hier, wenn NetScout zumindest eine weitere Version des LinkSprinters inklusive des Wiremappers #1 anbieten würde – aber auch eine Version mit den Wiremappern #2 bis #6 respektive #1 bis #6 dürfte durchaus Interessenten finden.

Fazit

Der LinkSprinter 300 erweist sich im täglichen Doing eines Admins als äußerst nützlich und zeitsparend. Das Gerät ist so klein und handlich, dass es praktisch dauern mitgeführt werden kann. Probleme mit dem Netzwerk- bzw. Internetzugang an einzelnen Arbeitsplätzen lassen sich damit ebenso schnell eingrenzen wie Kabeldefekte. Ebenfalls sehr nützlich ist die Funktion des blinkenden Switchports, erlaubt sie dem Admin im Gewirr der Patchkabel doch wenigstens ein bisschen mehr Überblick.

Und so lautet die klare Empfehlung denn auch, unbedingt zum größten Modell des LinkSprinters zu greifen, denn die vermeintliche Kostenersparnis bei den kleineren Modellen erkauft sich der Admin teuer mit dem Fehlen extrem hilfreicher Funktionen.

Einzig das Fehlen einer weiteren Ausstattungsvariante muss an dieser Stelle deutlich kritisiert werden, denn zumindest der nachträglich schwer zu beschaffende Test-Dongle Wiremapper #1 sollte bei einem solchen LAN-Tester auf keinen Fall fehlen.

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