NB-IoT-Rollout in acht Ländern

Telekom startet NarrowBand-IoT-Netz in Europa

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Die Deutsche Telekom hat im Oktober 2016 ein NB-IoT-Smart-Parking-System in Bonn präsentiert.
Die Deutsche Telekom hat im Oktober 2016 ein NB-IoT-Smart-Parking-System in Bonn präsentiert. (Bild: Deutsche Telekom)

Die Deutsche Telekom plant ihren NB-IoT-Rollout in Deutschland, den Niederlanden, Griechenland, Polen, Ungarn, Österreich, Slowakei und Kroatien. Bei der Umsetzung der ersten Smart-Building-Lösung mit NB-IoT arbeitet das Unternehmen mit dem Energie-Serviceanbieter ista zusammen.

In Deutschland möchte die Deutsche Telekom NB-IoT ab dem zweiten Quartal 2017 kommerziell anbieten. Pilotprojekte mit Großkunden seien in den Bereichen Smart Metering, Smart Parking und Asset Tracking bereits erfolgreich gestartet worden. In den Niederlanden soll 2017 die landesweite Einführung des NB-IoT-Netzes mit mehreren Kunden abgeschlossen werden, u.a. mit dem Raumklimaspezialisten Itho Daalderop.

Auch das auf die Überwachung von Schienen spezialisierte Unternehmen Dual Inventive und der Sensorhersteller Smartsensors seien gewillt, das Netz zu nutzen. In den anderen europäischen Märkten, einschließlich Österreich, Kroatien, Griechenland, Ungarn, Polen und der Slowakei, plane die Deutsche Telekom, die bereits vorhandene Versorgung mit NB-IoT 2017 auf weitere Städte auszuweiten.

„Wir werden die Aufrüstung unserer Basisstationen in ganz Europa fortsetzen, um NarrowBand-IoT im 900-MHz- und 800-MHz-Bereich zu ermöglichen. Die Versorgung konnte mit dieser Technologie wie versprochen um 20 dB verbessert werden. Wir sind daher zuversichtlich, dass unsere Kunden jetzt schnell die Vorteile von NarrowBand-IoT erkennen und für sich nutzen, um im Innovationsbereich weiter an der Spitze zu bleiben“, sagt Claudia Nemat, Vorstand Technologie & Innovation bei der Deutschen Telekom.

Die Deutsche Telekom hat im Oktober 2016 in Bonn erstmals ein NB-IoT-End-to-End-System und eine Smart-Parking-App im Live-Betrieb präsentiert. Die wichtigsten Vorteile der Technologie seien die geringen Kosten, die gute Versorgung in Gebäuden (20 dB mehr als GSM) und die mit bis zu zehn Jahren sehr lange Laufzeit der beiden AA-Batterien bei NB-IoT-typischer Nutzung. Außerdem sorge die Nutzung von lizenziertem Spektrum und 3GPP-Standardisierung für Sicherheit auf LTE-Basis. Diese spezifischen Eigenschaften würden Anwendungen im Internet der Dinge auf breiter Ebene ermöglichen – und den Weg für zahlreiche neue Geschäftsmodelle in einer sicheren Betriebsumgebung ebnen.

Erste kommerzielle NB-IoT-Smart-Building-Lösung

Die Deutsche Telekom arbeitet im Bereich NB-IoT mit ista zusammen. Der in Deutschland ansässige Energie-Serviceanbieter habe derzeit über 15 Mio. vernetzte Geräte in Mehrfamilienhäusern in ganz Europa in Betrieb, u.a. batteriebetriebene digitale Geräte vorwiegend zur Messung des Wärme- und Wasserverbrauchs sowie intelligente Rauchmelder. Auf Basis des NB-IoT-Netzes der Deutschen Telekom konzentriere sich ista zunächst auf die intelligente Erfassung, Visualisierung und Abrechnung des Energieverbrauchs.

„Wir sehen bei unseren Kunden im Wohnungssektor einen klaren Trend in Richtung Smart Building“, sagt ista-Geschäftsführer Jochen Schein. „Die Nachfrage von Eigentümern und Vermietern nach vernetzten digitalen Geräten steigt stetig. Derzeit kommen im Portfolio von ista Monat für Monat rund 400.000 dieser Geräte hinzu.“

NB-IoT Prototyping Hub

Mit ihrem NB-IoT Prototyping Hub möchte die Deutsche Telekom für die Weiterentwicklung des NB-IoT-Ökosystems sorgen. Das Programm bringe Kunden und Interessenten mit IoT-Entwicklern zusammen, um die Markteinführung zu beschleunigen. Sie könnten die NB-IoT-Basisstationen der Deutschen Telekom im Live-Betrieb nutzen, um neue Anwendungen und Sensoren mithilfe eines speziellen Software-Toolkits in den Laboren in Berlin und Krakau zu testen. Die Initiative habe seit 2016 über 100 Entwickler mit Lösungen rund um die neue Technologie angezogen.

Ein Beispiel hierfür sei eine Monitoring-Lösung für Bienenvölker von Bee & Mee, die Bienenzüchter bei der Lösung typischer Probleme in der Bienenhaltung unterstützt. Das intelligente Überwachungssystem enthalte eine Mikroprozessoreinheit, mit der wichtige Parameter der Bienenhaltung gemessen werden. Zudem würden die mit „Babyphonen“ für Bienen erfassten Daten mithilfe von Data-Mining-Verfahren verarbeitet, um zentrale wissenschaftliche Fragen zu beantworten und Tools für die vorausschauende Analyse zur Präzisierung der Bienenhaltung zu entwickeln.

Weitere Entwickler mit Lösungen im NB-IoT Prototyping Hub der Deutschen Telekom seien Ayyeka, ein Startup, das Infrastruktur - und Umweltnetze, z.B. für intelligentes Wassermanagement, bietet, EcoMobile, ein kroatisches Unternehmen mit smarten Lösungen im Bereich Abfallmanagement, z.B. Abfallbehältern mit Füllstandsmessung und elektronischer Identifizierung von Müllbehältern, sowie Flashnet, das mit seiner Remote-Lösung inteliLIGHT für die Straßenbeleuchtung je nach Bedarf stets für die richtige Lichtmenge sorgen könne.

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