Umfrage von MSG Services

So wünschen sich Mitarbeiter ihren IT-Arbeitsplatz

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Der IT-Arbeitsplatz der Zukunft sollte Flexibilität ohne Bremseffekte bieten können.
Der IT-Arbeitsplatz der Zukunft sollte Flexibilität ohne Bremseffekte bieten können. (Bild: © - sdecoret - Fotolia.com)

Social-Media-Funktionen, schnelle Datenverbindungen und einfache Bedienbarkeit stehen auf dem Wunschzettel vieler Mitarbeiter, wenn es um ihren IT-Arbeitsplatz geht. Begehrt sind auch eine schnellere Bereitstellung technischer Innovationen und flexiblere Arbeitszeitmodelle.

Die gegenwärtigen Computer am Schreibtisch der Büroangestellten erzeugen beim digitalen Wandel der Unternehmen offenbar Bremseffekte. Vielfach entsprechen sie noch nicht den veränderten Anforderungen. Zu diesen Erkenntnissen kommt eine Befragung von MSG Services von über 2.200 Büroangestellten und 600 Businessmanagern, wie sie sich den zukünftigen IT-Arbeitsplatz der Mitarbeiter vorstellen. Für die Studie Arbeitsplatz der Zukunft seien zehn Branchen, darunter auch die Elektroindustrie in Deutschland, analysiert worden.

Innovationsniveau nur durchschnittlich

Gegenwärtig sei die Elektronikbranche von vielfältigen zukunftsorientierten Themen geprägt. Dazu zählt beispielsweise der dynamisch wachsende Markt der Smart-Home-Produkte wie auch die Unterhaltungsindustrie, die ihren Produkten durch intelligente Vernetzung ständig neue Nutzungsmöglichkeiten mit zusätzlichen Marktpotenzialen eröffnen. Daraus könnte der Schluss gezogen werden, dass auch auf der Ebene der IT-Arbeitsplätze in Elektronikunternehmen ein hoher Innovationsgrad besteht.

Doch branchenweit sei dies keineswegs der Fall, vielmehr bewege sich die Bewertung der Workplaces durch die Mitarbeiter auf einem im Vergleich mit allen untersuchten Sektoren durchschnittlichen Niveau. Lediglich ein Drittel gebe den IT-Systemen an den Büroarbeitsplätzen gute Noten, alle anderen seien wegen funktionaler Beschränkungen oder veralteter Technik unzufrieden. Aber auch 54 Prozent ihrer fachlichen Vorgesetzten beziehen laut Studie eine kritische Position und sehen einen deutlichen Optimierungsbedarf.

Holger Sievers, Vorstandsvorsitzender der MSG Services AG, sieht darin einen kritischen Erfolgsfaktor für die Digitalisierung in den Unternehmen. „Die vielfältigen Nutzeneffekte der Digitalisierung können sich nur entfalten, wenn den Mitarbeitern eine angemessene technische Basis zur Verfügung steht“, betont er. Es sei zwar eine sukzessive Abkehr von den klassischen Arbeitsplatzkonzepten hin zu standortunabhängigen, individualisierbaren und cloudorientierten Workplaces sichtbar, aber der Veränderungsprozess vollziehe sich angesichts des hohen Modernisierungsbedarfs noch zu zögerlich. „In den Planungen zur digitalen Transformation darf deshalb eine Neuausrichtung der Arbeitsplatzsysteme nicht fehlen“, betont Sievers.

Top-Wunsch: bessere Kommunikation

Diese Notwendigkeit hätten auch die Büromitarbeiter der Elektronikunternehmen in ihren Antworten auf die Frage ausgedrückt, wodurch sich die zukünftigen IT-Arbeitsplätze charakterisieren sollten. Ganz oben auf ihrer Top-10-Wunschliste stünden vor allem bessere Kommunikationsmöglichkeiten. Dazu gehöre ein Messenger-Dienst genauso wie ein Social-Media-Tool. Sie würden für 87 bzw. 84 Prozent die ersten beiden Plätze ihres Anforderungsprofils belegen. Ergänzend dazu plädierten sie für eine schnelle Netzverbindung und legten gleichzeitig großen Wert auf die komfortable Bedienbarkeit ihrer Officesysteme mit einstellbaren Anwendungen nach individuellen Präferenzen. Zudem würden sie gern regelmäßig mit den neuen Innovationen versorgt werden, um an der weiteren technischen Entwicklung der Arbeitsplatzsysteme teilhaben zu können.

Wille zur Eigeninitiative

Doch sie wollten sich auch selbst stärker in die Pflicht nehmen statt hierfür andere Ressourcen zu belegen. In deutlich größerer Zahl als in vielen anderen Branchen seien sie bereit, notwendige Dienste zur Unterstützung ihrer Aufgaben eigenständig zu bewerkstelligen. Hierfür erwarteten sie ein entsprechendes Angebot an Self Services. Ebenso hätten zwei Drittel den Wunsch, besser für die mobilen Arbeitsprozesse ausgestattet zu werden, indem die stationären Desktops durch Mobile Devices ersetzt würden. Aber auch das einfache Teilen von Dokumenten und Informationen sei ihnen wichtig, ebenso würden sie gern digital und damit mit weniger Papier arbeiten.

Manager mit anderen Prioritäten

Etwas zurückhaltender in fast allen Leistungsmerkmalen sei hingegen die Position der Businessmanager, demzufolge sehe ihre Top 10 der gewünschten Leistungsmerkmale deutlich anders aus. Sie legten sogar noch mehr Wert auf schnelle Datenverbindungen, einfach zu bedienende Workplaces und eine hohe IT-Sicherheit. Doch dass ihre Mitarbeiter unbedingt am Arbeitsplatz über Messenger und Social-Media-Tools kommunizieren wollen, erachteten sie als nicht so notwendig. Dafür legten sie größeren Wert darauf, ihnen technisch die Möglichkeit einzurichten, komfortabel auf bestehendes Wissen im Unternehmen zugreifen zu können.

Auch beim Gedanken an eine deutliche Modifizierung der herkömmlichen Arbeitszeitmodelle, so die Umfrage, sehen sie einen geringeren Veränderungsbedarf. So stehe dem Votum von 41 Prozent der Angestellten für mehr Homeoffice-Möglichkeiten eine Zustimmung seitens der Businessmanager von gerade einmal 22 Prozent gegenüber. Ähnlich groß seien auch die Unterschiede beim Mitarbeiterwunsch nach flexibleren Arbeitszeiten und einer geringeren Präsenzpflicht im Büro.

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