HD-Videokonferenzen im Fokus

So bekämpfen Sie Bandbreiten-Probleme

| Autor / Redakteur: Thomas Nicolaus / Andreas Donner

Kommen viele Teilnehmer bei einer Videokonferenz zusammen, können Bandbreitenprobleme die Folge sein.
Kommen viele Teilnehmer bei einer Videokonferenz zusammen, können Bandbreitenprobleme die Folge sein. (Bild: Lifesize)

High-Definition Video (HD) ist zum Industriestandard geworden und hat die herkömmlichen Videokonferenzsysteme mit geringer Standardauflösung abgelöst. Die hohe Bildqualität und einfache Handhabung von modernen, IP-basierten Lösungen sowie die niedrigen Kosten von HD-Displays haben die Nutzerzahlen rasant steigen lassen. Dies zeigt sich auch vermehrt in Bandbreiten-Problemen.

Eine Videokonferenz- und Collaboration-Lösung kann von der IT-Abteilung mit relativ wenig Bandbreite problemlos realisiert werden – klare, gestochen scharfe HD-Bilder ermöglichen ein sehr authentisches Erlebnis – fast, als befänden sich alle Personen im selben Raum.

Im Normalfall jongliert die IT-Abteilung jedoch mit mehreren Applikationen, die bei gleichzeitiger Nutzung das Netzwerk belasten und mehr als die verfügbare Bandbreite beanspruchen können. Daher muss der IT-Administrator Mittel und Wege finden, um das Netzwerk zu optimieren und die Bandbreite effektiv zu verwalten. Nur auf diese Weise kann das beste Nutzererlebnis erzielt werden.

Die folgenden fünf Tipps können Ihnen helfen, Ihr Netzwerk zu optimieren und für HD-Video fit zu machen:

1. Ermitteln Sie Ihren Bandbreitenbedarf

Für hochauflösendes Video (1.280×720 bei 30 Bildern pro Sekunde) werden nur 768 kBit/s benötigt. Für eine noch bessere Wiedergabe von Bewegtbildern sind es 60 Bilder pro Sekunde bei 1,1 MBit/s.

Zusätzlich lassen sich auch messbare Qualitätsverbesserungen bei niedrigeren Bandbreiten erzielen. So ist z.B. DVD-Qualität mit nur 384 kBit/s erreichbar. Damit ist mit weniger als 1 MBit/s über das öffentliche Internet eine phänomenale Videoqualität heute Realität. Die meisten Unternehmen können Bandbreite in dieser Größenordnung für die Videokommunikation zuordnen, besonders angesichts eines so günstigen Kosten-Nutzen-Verhältnisses. In manchen Fällen kann die Verwendung eines Quality of Service Netzwerks (QoS) vorteilhaft sein, dies ist aber nicht immer zwingend erforderlich.

2. Planen Sie voraus

Wenn HD-Qualität gewünscht wird, muss jeder Anschluss ausreichend Bandbreite bieten, um den erwarteten Echtzeitverkehr zu handhaben. Mit einigen gezielten Fragen können Sie beim Planungsprozess den Bedarf und die für Videokonferenzen benötigten Netzwerkressourcen ermitteln:

  • Wieviel Datenverkehr wird erwartet? Werden die Videokonferenzen im Konferenzraum oder an einem anderen, dezentralen Ort stattfinden?
  • Wann sind die Hauptgeschäftszeiten des Unternehmens? Berücksichtigen Sie alle Niederlassungen, wenn das Unternehmen in verschiedenen Zeitzonen operiert.
  • Kann die Bridge-Netzwerkverbindung die maximale Anzahl von Endpunkten bei gleichzeitigen Konferenzverbindungen unterstützen? Hierdurch kann ermittelt werden, wo die Bridge angeordnet werden sollte.
  • Sollte statt mehrpunktfähiger Endpunkte eine zentrale Bridge eingesetzt werden? Eine zentrale Bridge kann ideal und benutzerfreundlicher sein, aber zu Mehrkosten im Netzwerk führen.

3. Setzen Sie auf Netzwerkkabel, nicht WLAN – im Büro und im Home-Office

Einer der wichtigsten Faktoren für Videokonferenzen ist die Geschwindigkeit Ihres Netzwerks. Störungen im WLAN, die zu Verbindungsunterbrechungen führen können, lassen sich einfach dadurch vermeiden, dass Sie Ihr System über Netzwerkkabel anbinden. Wenn ein Benutzer seine aktuelle Bandbreitenbelegung nicht kennt, so kann dies vor der Videokonferenz durch Besuch einer Internet Speed Test-Seite festgestellt werden, um die Verfügbarkeit der erforderlichen Bandbreite sicherzustellen.

Es sollte auch beachtet werden, dass für die Nutzung von Video zu Hause oder auf einem mobilen Gerät andere Bedingungen gelten als im Büro. Innerhalb der Netzwerkumgebung im Unternehmen sind die Download- und Upload-Geschwindigkeiten wahrscheinlich nahezu gleich, was in einer Remote-Umgebung nicht der Fall sein kann. Durch einen Geschwindigkeitstest lassen sich nützliche Informationen gewinnen, von denen alle an der Störungssuche Beteiligten profitieren – der Nutzer, die IT-Abteilung und/oder der Service-Provider.

In beiden Fällen, aber besonders beim Arbeiten in einer Remote-Umgebung, sollten während der Videoverbindung unnötige Abläufe im Hintergrund vermieden werden wie z.B. umfangreihe Dateitransfers, Updates, Virus Protection Scans oder Video Downloads.

4. Nutzen Sie Data Analytics

Zwar können die meisten Netzwerke HD-Qualität handhaben, aber wenn es Verbindungsprobleme gibt, bieten professionelle, für Unternehmensanwendungen ausgelegte Videokonferenz-Services heute auch die Möglichkeit automatischer Kurskorrekturen. Die betreffenden Service-Provider überwachen die Bandbreite und die Geschwindigkeiten im Netzwerk in Echtzeit. Im Falle von Problemen wird die Audio-Übertragung proaktiv priorisiert, und die Video-Übertragung wird etwas reduziert. Mit zunehmender Leistungsfähigkeit der Datenanalytik werden Überwachungstools der nächsten Generation in der Lage sein, Bandbreiten-Engpässe zu erkennen, bevor diese zum Problem werden.

5. Erwarten Sie einen hochwertigen Service

In der Realität bieten nicht alle Videoservices gleich gute Leistungen in Bezug auf Technologie und Interoperabilität, sodass die Qualität unterschiedlich sein kann. In kostenlosen Programmen und Apps aus dem Consumer-Bereich kann es zu schlechter Bildqualität, stockenden Bildabläufen und zeitweiligen Bandbreiten-Engpässen kommen, was Meetings empfindlich stören kann. Durch Aufrüsten zu einem HD-Videokonferenzsystem der Enterprise-Klasse profitieren Unternehmen von einer störungsfreien und realitätsgetreuen Bild- und Tonübertragung, bei der die Teilnehmer das Gefühl haben, als befänden sich alle Personen im selben Raum, auch wenn diese über die halbe Welt verteilt sind.

Unternehmen haben die Vorteile der Collaboration- und Videokonferenz-Technologie im Hinblick auf Effizienz und erhöhte Produktivität erkannt. Wie viele andere Applikationen wirken sich HD-Videokonferenzen auf die Bandbreite eines Netzwerks aus. Die vorgenannten Ansätze sollen dazu beitragen, eine erfolgreiche Zusammenarbeit der Mitarbeiter über das Netzwerk zu planen, zu managen und zu realisieren.

Thomas Nicolaus.
Thomas Nicolaus. (Bild: Lifesize)

Über den Autor:

Thomas Nicolaus verantwortet als Vice President Central Europe bei Lifesize das Vertriebsgeschäft und Partner-Management in der DACH-Region. Er verfügt über 20 Jahre Erfahrung im Unified Communications-Markt. Nach Stationen bei DeTeWe und NextiraOne übernahm er von 2003 bis 2010 den Posten als Managing Director Central Europe bei Tandberg. Es folgten weitere leitende Positionen bei Cisco Systems, Polycom und Acano.

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