Den Fokus auf die IT-Basis legen

SD-WAN: Ein Netzwerk für die Industrie 4.0

| Autor / Redakteur: Oliver Burgstaller / Andreas Donner

Wer die digitale Transformation seines Unternehmens anstoßen möchte, sollte von Anfang an den Fokus auch auf die Grundlage seiner IT legen – auf das Netzwerk.
Wer die digitale Transformation seines Unternehmens anstoßen möchte, sollte von Anfang an den Fokus auch auf die Grundlage seiner IT legen – auf das Netzwerk. (Bild: © Style-Photography - Fotolia.com)

In der Geschichte der Menschheit durchlief die industrielle Fertigung drei Revolutionen: Die Dampfmaschine, die Elektrizität und an­schlie­ßend der Mikrochip haben die Art und Weise, wie Güter produziert werden, maßgeblich verändert. Heute greift die vierte industrielle Revolution um sich: Das Internet der Dinge ermöglicht es, alles und jeden miteinander zu vernetzen. Dies führt zu neuen Möglichkeiten, aber auch zu vielen Problemen.

Durch das IoT können sich Hersteller besser gegen ihre Konkurrenz durchsetzen. Zum einen, weil sie die Chance haben, ihre Produktion weiter zu automatisieren. Zum anderen können sie einzelne Produktionsschritte besser miteinander verknüpfen, indem sie Maschinen, Produkte, Systeme und Arbeiter vernetzen. Wenn Firmen Daten sammeln und analysieren, schlagen sie außerdem einen weiteren Vorteil für sich heraus: Sie können ihre Produkte besser auf ihre Kunden zuschneiden.

Um von Industrie 4.0 zu profitieren, reicht es nicht aus, eine beliebige Cloud-Lösung einzukaufen und abzuwarten, was passiert. Alle Daten müssen in einem robusten System gesichert werden. Außerdem gilt es, die bestehende IT-Infrastruktur auf den Prüfstand zu stellen. Doch wo sollen Entscheidungsträger anfangen? Zumeist besteht der erste Schritt darin, sich das Netzwerk vorzunehmen, das alle wichtigen Punkte miteinander verbindet.

Weg von der Zweigstellen-IT, hin zur Cloud

Flexible und bewegliche Netzwerke sind eine Grundvoraussetzung, um neue digitale Technologie in die IT-Landschaft zu integrieren. Diese Voraussetzung ist aber oft nicht gegeben: So genannte Smart Factories zum Beispiel haben regelmäßig mit der Komplexität ihrer Netzwerke zu kämpfen.

Dadurch, dass viele Objekte miteinander vernetzt sind, entstehen unzählige neue Endpunkte. Informationen müssen übermittelt werden und Anwendungen müssen funktionieren – herkömmliche Netzwerkstrukturen zeigen sich damit schnell überfordert. Zugleich haben Unternehmen angefangen, ihre Daten teils in der Cloud und teils lokal zu sammeln. Diese hybriden Systeme belasten das Netzwerk zusätzlich. Ausfälle und Performanceschwierigkeiten können die Folge sein.

Je mehr Standorte ein Unternehmen betreibt, desto drängender das Problem. Die lokal vorhandenen IT-Systeme sind oft schwer zu schützen und erfordern hohe Investitionen, wenn sie erweitert oder aktualisiert werden müssen. Ihr Ausfall aber kann zu immensen Kosten führen: Wenn etwa die Fließbänder an einem einzelnen Produktionsstandort stillstehen, leidet oft das gesamte Geschäft. Um solche Katastrophen zu verhindern, investieren die Unternehmen viel Geld in die IT ihrer Zweigstellen. Riverbed fand in einer Studie heraus, dass die Zweigstellen sogar 50 Prozent des IT-Budgets verschlingen.

Trotz der hohen Kosten erweist sich die Zweigstellen-IT oft als wunder Punkt der gesamten Infrastruktur. Daten werden hier nur unzureichend gegen Ausfall gesichert, außerdem sind sie oft nur lokal verfügbar – der Informationsaustausch im Unternehmen leidet somit. Lokal bereitgestellte Anwendungen hingegen können Leistungsspitzen zumeist nur unzureichend bewältigen, außerdem sind sie lediglich unter einem hohen Kostenaufwand zu aktualisieren und auf dem neuesten Stand zu halten. Wird an der Wartung jedoch gespart, entsteht ein unkalkulierbares Risiko durch nicht rechtzeitig geschlossene Sicherheitslücken.

SD-WAN: Ideal für Unternehmen mit vielen Standorten

Wer die digitale Transformation seines Unternehmens anstoßen möchte, sollte von Anfang an den Fokus auch auf die Grundlage seiner IT legen – auf das Netzwerk. Es muss flexibler werden, leistungsstärker und auf den Betrieb mit zahlreichen Zweigstellen bestmöglich ausgelegt sein. Ein Software-Defined WAN stellt deshalb in vielen Fällen die beste Lösung dar. Es erlaubt dem IT-Team, sämtliche Daten und Server aus den Zweigstellen zu entfernen und in Rechenzentren zu verlegen, wo sie zentralisiert verwaltet werden können. Die Vorteile der Zweigstellen-IT bleiben dabei erhalten, aber die Datensicherheit und das IT-Management werden effizienter und besser.

Zusätzliche Werkzeuge machen es möglich, Anwendungen umgehend lokal bereitzustellen, Ausfälle in Echtzeit zu kompensieren und das Netzwerk vollumfänglich abzusichern und zu überwachen. Die Datensicherheit steigt somit, auch Unterbrechungen der Betriebsabläufe – die vormals nicht selten durch defekte IT-Systeme verursacht wurden – können besser verhindert werden. Hinzu kommt eine erhöhte Agilität der IT, die nun flexibler an die sich verändernden Anforderungen des Geschäfts – etwa eine steigende oder sinkende Auftragslage – angepasst werden kann. Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche digitale Transformation sind damit geschaffen.

Der Weg zur optimalen Performance

Industrie 4.0 ist kein leeres Schlagwort, sondern ein Sammelbegriff für die Phänomene der vierten industriellen Revolution. Alles ist im Wandel begriffen – nicht nur, wie Güter produziert, sondern auch wie sie konsumiert werden. Die neuen Technologien bieten Unternehmen die Chance, ihre Produktivität maßgeblich zu steigern. Doch die Netzwerke in den Firmen müssen der neuen Beanspruchung standhalten. Durch die steigende Zahl an Apps, Geräten und Daten steigen unweigerlich auch die Anforderungen, jeder Digitalisierungsschritt eines Unternehmens setzt sie weiter herauf.

Wer also seine Produktion an die Standards des digitalen Zeitalters anzupassen versucht, dabei aber sein Netzwerk außer Acht lässt, geht ein hohes Risiko ein. Denn Performance-Schwierigkeiten und Ausfälle führen schnell zu unzufriedenen Kunden und stillstehenden Fließbändern – und damit zu Gewinneinbußen.

Oliver Burgstaller.
Oliver Burgstaller. (Bild: Riverbed)

Wer auf zunehmend umkämpften Märkten erfolgreich sein will, der kann sich solche Fehler nicht leisten. Die Digitalisierung erfordert ein hohes Maß an Agilität – nicht nur von der Technik, sondern auch von den Entscheidungsträgern im Vorstand. Sie stehen in der Pflicht, rechtzeitig die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die digitale Transformation ihres Unternehmens auf den Weg zu bringen und es für die Zukunft fit zu machen.

Über den Autor

Oliver Burgstaller ist ‎Director Advanced Business Solutions bei Riverbed.

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