Mit Linux-Servern kleine Netzwerke betreiben

Noch mehr Alternativen für Small-Business Server

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Andreas Donner

Den sehr beliebten Small-Business Server gibt es nicht mehr. Das sind die Alternativen, die auch eine Chance sein können.
Den sehr beliebten Small-Business Server gibt es nicht mehr. Das sind die Alternativen, die auch eine Chance sein können. (Bild: © voyata / stock.adobe.com)

Unternehmen, die auf der Suche nach einem kleinen Server für die Dateiablage und andere Funktionen sind, finden im Internet zahlreiche Alternativen für Small Business Server oder Windows Server Essentials. Wir zeigen einige bekannte Beispiele.

Im Beitrag „Alternativen für Small Business Server“ sind wir bereits auf einige bekannte Serverlösungen eingegangen, mit denen Unternehmen abseits der Microsoft-Welt einen zentralen Server zur Verfügung stehen können. Zusätzlich kann natürlich auch ein NAS-System als Ersatz für Small Business Server dienen. NAS-Systeme von Synology lassen sich zum Beispiel auch als vollwertiger Active Directory-Domänencontroller einsetzen, wie im Beitrag „Synology-NAS: der bessere Domänencontroller“ zu lesen ist.

Weitere Alternativen für Small Business Server

Univention Corporate Server (UCS) – Die Opensource-Lösung verfügt über alle notwendige Serverdienste für Unternehmen und lässt sich über einen internen App-Store um zusätzliche Funktionen erweitern.

Invis Server – Das Projekt Invis-Server besteht seit 2008 als Opensource-Projekt. Entwicklungsstart war bereits Anfang der 2000er Jahre. Mit DCHP, DNS, Active Directory, der Groupware Kopano und ActiveSync stellt die Lösung eine Alternative zu Microsoft Small Business Server dar.

FreeNAS – Die Opensource-NAS-Software stellt einen zentralen Speicherplatz im Netzwerk zur Verfügung.

Univention Corporate Server – Die umfassende Alternative

Univention Corporate Server (UCS) gehört sicherlich zu den SBS-Alternativen mit dem größten Umfang. Die Entwickler stellen die kostenlose Version „UCS Core“ auch für Unternehmen zur Verfügung. Wie mit vielen Alternativen für SBS, können Administratoren auch mit UCS eine Active-Direcotry-Domäne aufbauen. Weitere Bestandteile sind ein Dateiserver, DNS, DHCP und ein E-Mail-Server. Auch ein Proxy-Server ist integrierbar.

Unternehmen, denen die kostenlose Version nicht ausreicht, können das Produkt auch lizenzieren. Dadurch erhält man zum Beispiel Support, auf Wunsch mit einer Reaktionszeit von vier Stunden. Ein Vergleich der verschiedenen Editionen ist auf der Produktseite zu sehen.

Die Installation von UCS (Core) kann entweder auf physischer Hardware erfolgen, oder auch als virtueller Server. Der Virtualisierungshost kann kostenlos heruntergeladen werden, zum Beispiel bei VMware als ESXi oder bei Microsoft als Hyper-V Server 2016. Der Vorteil beim Betrieb als VM besteht darin, dass der komplette Server inklusive Konfiguration schnell und einfach gesichert werden kann.

Eine weitere Alternative für den Betrieb von UCS besteht darin, dass die Umgebung als VM in der Amazon Web Services-Cloud betrieben wird. In diesem Fall laufen alle Serverdienste in der Cloud. Ein solches Szenario ist für kleine mittelständische Unternehmen aber eher ungewöhnlich.

Die Verwaltung von Univention erfolgt über ein Webportal, auf dem alle installierten Anwendungen zu sehen sind (siehe Abbildung 1).

Invis Server – Der Small Business Server aus dem OpenSUSE Buildservice

Ein weitere Alternative für SBS ist Invis Server. Das Produkt steht als RPM-Paket im OpenSUSE Buildservice zur Verfügung (siehe Abbildung 2). Die Komplettlösung basiert auf OpenSUSE und bietet alles was ein Unternehmen als Ersatz für SBS benötigt. Die Benutzer lassen sich zentral verwalten, als Backend dient Active Directory in Form einer Samba-Implementation. Natürlich ist ein Datei-Server (Samba 4.5.x) genauso mit an Bord, wie eine Namensauflösung per DNS oder ein DHCP-Server. Auch ein Druck-Server ist dabei, der als Faxdienst funktionieren kann, und auch PDF-Dateien erstellt. Als Mailserver wird Kopano (ehemals Zarafa) eingesetzt. Auch ein ERP-System auf Basis von Kivitendo oder Wawision ist enthalten.

Zum Teilen von Dateien oder für die Teamarbeit lässt sich ownCloud anbinden, die Verwaltung erfolgt über das Invis-Portal. Auch eine Firewall ist enthalten. Diese basiert auf SUSEFirewall2 mit netfilter/iptables. Als Webserver wird Apache mit PHP zur Verfügung gestellt.

Windows Server 2016 Essentials als Ersatz nutzen

Mit Windows Server 2016 Essentials stellt Microsoft nach Windows Server 2012/2012 R2 Essentials den Nachfolger für SBS 2011 zur Verfügung. Windows Server 2016 Essentials kostet etwa 600 Euro und verfügt über die meisten Funktionen, die Unternehmen heute benötigen. Mit dem Server dürfen maximal 25 Benutzer an 50 PCs arbeiten, weitere Lizenzen sind dafür nicht notwendig, außer natürlich die Betriebssysteme auf den Clients.

Neben den Standard-Funktionen, die Windows Server 2016 als Domänencontroller, Dateiserver, DNS- und DHCP-Server bietet, können mit Windows Server 2016 Essentials auch Remotezugriffs-Szenarien umgesetzt werden. Die Verwaltung erfolgt über ein leicht bedienbares Dashboard (siehe Abbildung 3). Microsoft hat allerdings bereits mit Windows Server 2012 Essentials den Mail-Server aus der Umgebung entfernt. Um hier für Ersatz zu sorgen, bieten sich im Grunde zwei Möglichkeiten an: Entweder buchen Unternehmen eine kostenpflichtige Office 365-Lizenz dazu, oder sie nutzen einen alternativen E-Mail-Server, der auf dem Windows-Server installiert wird.

Der Vorteil von Windows Server 2016 Essentials besteht auch darin, dass auf den Clientcomputern eine Agenten-Software installiert wird. Mit dieser lassen sich die Daten der Client-Computer auf den Server sichern (siehe Abbildung 4).

FreeNAS – Der elegante Netzwerkspeicherplatz

Wer nur eine zentrale Datenablage sucht, kann vorhandene Serverhardware dazu verwenden, einen zentralen Netzwerkspeicher zur Verfügung zu stellen. Das kostenlose System FreeNAS ist eine der bekanntesten Lösungen in diesem Bereich. Mit diesem System bauen Administratoren ein leicht zu bedienendes NAS-System auf. Die Verwaltung erfolgt über eine Weboberfläche.

FreeNAS ist ein selbstständiges Betriebssystem, benötigt also keine weitere Installation von zusätzlichen Anwendungen oder Betriebssystemen. Da FreeNAS OpenSource ist, benötigen Unternehmen auch keine Zugriffslizenzen. An FreeNAS lassen sich Windows- und Linux-Computer anbinden. FreeNAS bietet auch Funktionen wie Speicherplatzbegrenzungen für Anwender(Quotas). Sind mehrere Festplatten im Server verbaut, können Administratoren mit FreeNAS auch ein Software-Raid erstellen. Dabei lassen sich Festplatten auch spiegeln (RAID 1, mirror).

Snapshots lassen sich genauso erstellen, wie Replikationen zwischen mehreren FreeNAS-Servern. Auch eine Verschlüsselung ist verfügbar. FreeNAS kann als Sicherungsziel für verschiedene Client-PCs genutzt werden. Über Plug-ins können die Funktionen von FreeNAS erweitert werden, zum Beispiel um Datensicherungs-Funktionen auf Basis von Bacula, oder um eine Anbindung per ownCloud.

Alternativen für Small Business Server

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