Was HD Videokonferenzen aus der Cloud taugen

LifeSize Connections im Test

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Florian Karlstetter

LifeSize Connections: Verschlüsselte HD-Kommunikation per Cloud und mit bis zu neun Teilnehmern.
LifeSize Connections: Verschlüsselte HD-Kommunikation per Cloud und mit bis zu neun Teilnehmern.

Mit LifeSize Connections sollen Anwender HD-Videokonferenzen aufsetzen, ohne dafür in teure Infrastruktur investieren zu müssen. CloudComputing-Insider hat die Lösung getestet.

Als Anwender könnte manLifeSize Connections leicht mit einem klassischen Instant Messenger verwechseln. Wir haben getestet, was das ab 25 Euro pro Desktop bepreiste Werkzeug von Skype, Live Messenger oder ICQ unterscheidet.

Als hauptsächlich genutztes Client-System wählten wir hierfür einen Rechner mit Intel Core2 Duo (T8100) und Windows 7 64 Bit – der Prozessortakt lag dabei 300 MHz unter der von LifeSize empfohlenen Mindestsystemanforderungen von 2,4 GHz. Als Aufnahmegerät für Bild und Ton stellte uns LifeSize eineB910 HD vom Mutterunternehmen Logitech zur Verfügung – das USB-Gerät lieferte ein ordentliches Bild und zeichnete Sprache mit zwei eingebauten Mikrofonen auf.

Installation

Obwohl LifeSize Connections ein Cloud-Service ist, müssen Anwender auf dem eigenen Rechner Webcam samt Clientsoftware einrichten. In die Cloud verlagert wurde lediglich die dahinterliegende Videokommunikationsinfrastruktur.

Trotz einiger Programmierpatzer lief der Webcam-Treiber von Logitech stabil und bot zahlreiche Extras.
Trotz einiger Programmierpatzer lief der Webcam-Treiber von Logitech stabil und bot zahlreiche Extras.

Zunächst installierten wir die Webcam Logitech B910 HD. Das funktionierte zwar relativ problemlos, der mitgelieferte Treiber machte jedoch einen etwas halbgaren Eindruck. So bekamen wir bei der Sprachwahl lediglich Zahlenfolgen zu sehen (siehe Abbildung). Auch beim späteren Nachjustieren reagierte die Treibersoftware etwas unkonventionell: Beim Verlassen der Kameraeigenschaften über "Abbrechen" sprang beispielsweise der Zoombereich unerwartet zurück auf die Werkseinstellungen. Von diesen Patzern abgesehen überzeugten Stabilität und Funktionsumfang der Logitech-Webcam jedoch. So bietet die Treibersoftware Funktionen für Autofokus, Belichtungsoptimierung und Gesichtserkennung. Zudem können Anwender manuell PTZ-Funktionen (Pan, Tilt, Zoom) simulieren – das freilich auf Kosten der verfügbaren Gesamtauflösung.

Anwender können beliebiges Equipment nutzen. Der eigentliche LifeSize-Client erlaubt es sogar, Audio- und Videogeräte unabhängig von den systemweit geltenden Windows-Standardvorgaben, dauerhaft für die Videotelefonie zuzuweisen.

Die lokal laufende Client ist übersichtlich, aber recht breit geraten.
Die lokal laufende Client ist übersichtlich, aber recht breit geraten.

Den Downloadlink zum eigentlichen Client für LifeSize Connections erhielten wir samt Einwahldaten per E-Mail; auf genau diesem Wege bekommen auch Endanwender innerhalb von Unternehmen das Tool, nachdem es vom Administrator freigeschaltet wurde. Nach der problemlosen Installation und Anmeldung fiel unser Blick auf eine aufgeräumte Oberfläche – die mit minimal 586 Pixeln allerdings etwas breit ausgefallen ist. Immerhin informiert das Tool per Sprechblase und Tonsignal auch im minimierten Zustand über eingehende Anrufe.

Funktionen

Für den Endanwender präsentiert sich LifeSize Connections vornehmlich als HD-Videokonferenzlösung (720p). Die Zeit zwischen Anwahl und Klingeln beim Empfänger dauerte in unseren Tests mitunter einige Augenblicke länger, als wir das aufgrund der Latenz unserer Internetanbindung erwartet hätten.

Neben Einzelgesprächen beherrscht das Tool Konferenzen mit bis zu neun Teilnehmern. Die müssen LifeSize Connections dann entweder selbst lizenziert haben oder können als Gast eingeladen werden. Die kostenfreien Gastzugänge können allerdings ausschließlich mit dem Einladenden kommunizieren oder an dessen Konferenzen teilnehmen. Wurde ein Gast von mehreren Anwendern eingeladen, muss er sich für jeden Kontakt erneut mit dem jeweils zugewiesenen Gast-Account beim Client anmelden – ein dem Lizenzmodell geschuldetes, aber unnötig umständliches Procedere.

An Funktionen für Datenaustausch und Collaboration hat LifeSize bewusst gespart.
An Funktionen für Datenaustausch und Collaboration hat LifeSize bewusst gespart.

Neben Video und Ton können Anwender Textnachrichten versenden sowie Desktops oder einzelne Anwendungen zur Ansicht freigeben. Von einem ausgewachsenen Collaborationtool ist das Produkt aber meilenweit entfernt: Daten werden offenbar nur per Videostream übertragen; eine Interaktion mit fremden Rechnern ist nicht möglich. Funktionen für Filetransfers fehlen komplett.

LifeSize begründet diese Beschränkungen einerseits mit Sicherheitsaspekten. So verhindern die fehlenden Funktionen den Verlust vertraulicher Daten oder das Einschleusen von Malware in Unternehmen. Zudem wolle man keine Web-Konferenz-Lösung liefern, sondern eine HD Video Infrastruktur as a Service (IaaS). Als typische Gegenstelle für diese dienen auch Video-Endpoints, die ohnehin keinen weiteren Datenaustausch zuließen.

Weiter mit: Infrastruktur und Administration

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