Mittelstandsstudie von Microsoft

KMU blicken positiv in die Zukunft

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Die Microsoft-Umfrage hat beim Einsatz digitaler Technologien in KMU eine erstaunliche Bandbreite und sehr unterschiedliche Reifegrade offenbart.
Die Microsoft-Umfrage hat beim Einsatz digitaler Technologien in KMU eine erstaunliche Bandbreite und sehr unterschiedliche Reifegrade offenbart. (Bild: Microsoft)

Eine Microsoft-Studie unter 13.000 kleinen und mittleren Unternehmen (KMUs) in Europa zeigt, wie der Mittelstand auf Zukunft, Digitalisierung und Erfolg blickt – und demnach tun 69 Prozent der befragten Unternehmen dies mit einem guten Gefühl.

Microsoft habe in seiner Studie untersucht, wie Geschäftsführer und Mitarbeiter kleiner und mittelständischer Betriebe ihre tägliche Arbeit organisieren, welchen Routinen sie folgen und was ihr Antrieb für die Gestaltung ihrer Zukunft ist. In Zusammenarbeit mit dem Institut Ipsos MORI seien 13.000 KMUs befragt worden, darunter rund 1.000 Betriebe aus Deutschland. Für die Analyse und Interpretation der Ergebnisse habe Microsoft mit der Hult International Business School zusammengearbeitet.

Die Studie zeichne ein differenziertes Bild der Arbeitsweise und Strategie kleinerer und mittlerer Betriebe sowie ihrer Vorstellungen und Anforderungen an die Zukunft, die so vielfältig seien wie die Unternehmen selbst. Für die Zukunft des Standorts Europa seien KMUs unverzichtbar: Sie würden 99 Prozent aller Betriebe in der EU stellen, schätzungsweise 3,9 Bio. Euro zur Wirtschaftsleistung der Gemeinschaft beitragen und zudem rund 90 Mio. Menschen Arbeit geben.

Woran Erfolg gemessen wird

Höhere Umsätze seien auch bei kleinen und mittelständischen Unternehmen ein Indikator für Erfolg – aber nur einer von vielen: Zwar bedeute Wachstum für 28 Prozent höhere Erträge und für 30 Prozent das Gewinnen neuer Kunden, gleichzeitig definierten Mittelständler Wachstum aber auch mit Kriterien wie dem Verbessern des eigenen Handwerks bzw. der beruflichen Leidenschaft (19 Prozent), mehr Spaß bei der Arbeit (18 Prozent) und mehr Zeit für andere Dinge im Leben zu haben (14 Prozent). Das spreche für eine deutliche Weiterentwicklung der Unternehmens- und Arbeitskultur und zeige, dass KMUs für die Mitarbeiter mehr als nur Arbeitgeber sind.

Digitalisierung spart Geld und erhöht die Flexibilität

Gleichzeitig beschäftige sich der Mittelstand auch mit dem technologischen Wandel. So seien 71 Prozent der kleineren Unternehmen davon überzeugt, dass digitale Technologien Zeit sparen und die Flexibilität erhöhen.

Es gebe jedoch unterschiedliche Vorstellungen davon, was Digitalisierung für das eigene Geschäft bedeutet: Jeweils rund ein Viertel der Befragten würde darunter die Digitalisierung von Geschäftsprozessen und Kundenbeziehungen oder den Einsatz von Anwendungen wie Office 365 für mobiles Arbeiten verstehen. Für jeden fünften Befragten (Mehrfachnennungen möglich) stünden die Datenanalyse, Social-Media-Anwendungen oder der Aufbau einer eigenen Webseite im Vordergrund. Und 37 Prozent, so die Studie, denken beim Stichwort Digitalisierung noch an den Umstieg von Papier auf den Computer.

Unterschiede bei Branchen und Altersgruppen

Insgesamt würden 69 Prozent der befragten KMU positiv in die Zukunft blicken, einige Branchen sogar deutlich zuversichtlicher:

  • Transport und Tourismus: 82 Prozent,
  • Energie: 80 Prozent,
  • Öffentlicher Sektor: 79 Prozent,
  • Telekommunikation: 77 Prozent,
  • Gesundheitsbranche: 75 Prozent der Unternehmen.

Auf der anderen Seite dämpften das produzierende Gewerbe (65 Prozent) sowie das Geschäft mit Nahrungsmitteln (62 Prozent) den positiven Gesamteindruck. Zudem gelte hier: Je niedriger das Alter des Betriebs und der Mitarbeiter, desto zuversichtlicher falle der Blick in die Zukunft aus. Zudem zeige sich das Management der Unternehmen (81 Prozent) deutlich optimistischer als die Mitarbeiter (69 Prozent).

Nachholbedarf bei Zukunftsplanung und der Umsetzung

So konkret die Vorstellungen der Manager, Inhaber und Mitarbeiter kleiner und mittelständischer Unternehmen auch seien, einen echten Zukunftsplan gebe es bei den wenigsten. Jeder fünfte (22 Prozent) habe überhaupt keinen, immerhin 13 Prozent einen für die kommenden ein bis drei Jahre. Bei neun Prozent erstrecke sich die Planung auf die nächsten zwölf Monate, für weitere vier Prozent gelte sie nur für das kommende Halbjahr.

Zudem mangele es an der konkreten Umsetzung: In fast 80 Prozent der Firmen gebe es keinen geregelten Prozess für Bedarfsermittlung und Technologie-Entscheidungen. Und viele zögerten Investitionen in solche Technologien hinaus: Ganze 41 Prozent würden eigenen Angaben zufolge so viel investieren, wie sie sollten, 37 Prozent dagegen zu wenig Geld in Zukunftstechnologien stecken. Auch die Nutzung moderner Technologien sei verbesserungsfähig: Gerade einmal 41 Prozent setzten auf cloudbasierte Infrastrukturen, Plattformen und Anwendungen.

„Technischer Fortschritt bedurfte in der Vergangenheit immer riesiger Investitionen und hohen Wartungsausgaben“, so Gregor Bieler, General Manager für das Mittelstands- und Partnergeschäft bei Microsoft Deutschland. „Beides war im Prinzip großen Unternehmen vorbehalten. Über die Cloud stehen diese Technologien heute dagegen Unternehmen jeder Größe zur Verfügung – ohne Investitionsaufwand und Wartungskosten. Das ist, was wir als „Demokratisierung der IT durch die Cloud“ bezeichnen, und sie ist für das weitere Wachstum von KMUs und damit der europäischen Volkswirtschaften absolut erfolgskritisch.“

Das belegten zahlreiche Mittelständler, die ihr Unternehmen mithilfe moderner Technologien stetig weiterentwickelten. Etwa das Familienunternehmen WWM, das auf Messebau spezialisiert sei und sich als Anbieter für „Live-Communication on Demand“ digital neu erfunden habe. Auch die Traditionsbäckerei Hofpfisterei würde auf eine moderne IT an den wichtigen Schnittstellen des täglichen Betriebs setzen, um so mehr Zeit für das Wesentliche, das Backen, zu haben.

Frühaufsteher und Tierliebhaber

Inhaber und Mitarbeiter von kleinen und mittelständischen Unternehmen sind der Studie zufolge Frühaufsteher: Für drei von vier beginne der Arbeitstag in Deutschland spätestens um 8 Uhr, 40 Prozent würden bereits vor 7 Uhr beginnen. Manche von ihnen – immerhin zwölf von 100 – brächten ein Haustier mit. Das sei in den meisten Fällen ein Hund (65 Prozent) oder eine Katze (32 Prozent), in manchen aber auch ein Fisch (3 Prozent), ein Nagetier (2 Prozent) oder gar eine Amphibie (1 Prozent, Mehrfachnennungen waren möglich). Dabei gelte: Je größer der Betrieb, desto geringer sei die Haustierdichte.

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