Funkfreie mobile Datenkommunikation

Fraunhofer: Projekt „VLC Mainau“ ein Erfolg

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Bei der VLC-Technologie werden LED-basierte Beleuchtungsquellen, z.B. eine Deckenlampe, zur Datenübertragung genutzt.
Bei der VLC-Technologie werden LED-basierte Beleuchtungsquellen, z.B. eine Deckenlampe, zur Datenübertragung genutzt. (Bild: Fraunhofer HHI)

Vor gut zwei Jahren begannen das Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut (HHI) für Nachrichtentechnik und die Mainau GmbH, einen Konferenzraum mit Visible Light Communication (VLC) auszustatten. Diese optische WLAN-Umgebung habe man nun erfolgreich realisiert.

Im Frühjahr 2015 startete das Projekt „Installation von VLC-Technologie auf der Insel Mainau“. Die Aufrüstung des Konferenzraumes sei in mehreren Aufbauschritten erfolgt und sollte Erkenntnisse für praxisorientierte Parameteroptimierung liefern. Damit sei diese VLC-Installation außerhalb einer Laborumgebung die erste in Deutschland und einer der wenigen Feldtests dieser Art weltweit.

Mit Abschluss der ersten Projektphase habe man im Konferenzraum ein Kommunikationssystem auf Basis einer optischen Freistrahlkommunikation (VLC) installiert. Die VLC-Technologie, auch LiFi genannt, biete damit eine Alternative für WLAN, ohne auf den drahtlosen Austausch von hohen Datenmengen verzichten zu müssen. In der zweiten Projektphase sie die VLC-Technologie erweitert worden, um mehreren Nutzern flexiblen Zugang zum Internet zu ermöglichen.

„Diese erste VLC-Installation auf der Insel Mainau war für uns ein sehr spannendes Projekt und wir sind für die konstruktive Zusammenarbeit mit der Mainau GmbH und die finanzielle Förderung durch das Umweltministerium Baden-Württembergs sehr dankbar. Wir blicken heute auf ein Jahr kontinuierlichen, fehlerlosen Betrieb der Systeminstallation zurück. Die sehr positiven Nutzerreaktionen zeigen, dass diese Technologie einen Platz in unserem Alltag finden wird. Die konstruktiven Anmerkungen fließen schon heute in die Weiterentwicklung unserer Systeme“, sagt Dr. Anagnostis Paraskevopoulos, Projektleiter am Fraunhofer HHI.

Bettina Gräfin Bernadotte, Geschäftsführerin der Mainau GmbH, unterstützt die Forschung zu einer strahlungsärmeren mobilen Kommunikation aus persönlicher Überzeugung. „Wir als Insel Mainau freuen uns, dass wir einen Beitrag zur weiteren Erprobung der neuen Technologie leisten konnten und sind gespannt auf ihre weitere Entwicklung.“

„Das Pilotprojekt ist wegweisend für die funkfreie mobile Datenkommunikation und Ausgangspunkt zur Verbreitung einer neuen Basistechnologie, die dort zum Einsatz kommen kann, wo Funktechnik aus gesundheitlichen oder technischen Gründen nicht angebracht ist. Wir freuen uns, ein erfolgreiches Projekt mit Partnern aus Forschung, Politik und Wirtschaft initiiert und koordiniert zu haben“, erklären Dr. Andrea Leute und Dr. Stefan Zbornik von der Initiative BodenseeMobilfunk.

Umwelt- und Energieminister Franz Untersteller: „Wir unterstützen gerne solche zukunftsweisenden Projekte. Die VLC-Technik kann einen Beitrag zur Minimierung der Belastung durch drahtlose Funkverbindungen leisten und trägt damit dem Vorsorgegedanken Rechnung.“

Gefördert werde das Projekt vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg. Die Initiative BodenseeMobilfunk habe den Anstoß für das Projekt auf der Insel Mainau gegeben und die Aktivitäten der Projektbeteiligten koordiniert.

Die VLC-Technologie

Die Nachfrage nach drahtlosen Kommunikationsnetzen innerhalb von Gebäuden werde in den kommenden Jahren weiter zunehmen. Die optische Freistrahlkommunikation sei eine Alternative, indem sie LED-basierte Beleuchtungsquellen zur Datenübertragung nutzt. Durch die höhere Zahl von Zugangspunkten könne insgesamt eine erhebliche Ausweitung der Kapazität drahtloser Netze erreicht und auch die von den Anwendern immer mehr erwünschte Mobilität beibehalten werden.

Dabei seien mit herkömmlichen LEDs Datenraten von 1 GBit/s und mehr und damit die problemlose Übertragung von Videodaten in HD- und 4K-Qualität möglich. Mit nur wenigen Zusatzbauteilen werde die handelsübliche LED-Leuchte zum leistungsstarken Sender eines optischen WLAN. Ein spezieller Modulator schaltet die Leuchtdioden in schnellem Rhythmus ein und aus – so würden die digitalen Informationen übermittelt.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44777545 / Forschung und Entwicklung)