Carrier-Ethernet-Services, Teil 2 – E-LAN

EP- & EVP-LAN – Flexibel erweiterbare Infrasturkturen

| Autor / Redakteur: Ariane Rüdiger / Peter Schmitz

Ethernet lässt sich in Carriernetzen nahezu über jedes Trägermedium übertragen, was es zum „großen Vereinheitlicher“ auch zwischen mobilen und fest vernetzten Infrastrukturen machen könnte.
Ethernet lässt sich in Carriernetzen nahezu über jedes Trägermedium übertragen, was es zum „großen Vereinheitlicher“ auch zwischen mobilen und fest vernetzten Infrastrukturen machen könnte. (Metro Ethernet Forum)

Während die Punkt-zu-Punkt-Dienste EP/EVP-Line für bilaterale Verbindungen gedacht sind, dienen EP/EVP-LAN-Services zum Aufbau von Multipunkt-Verbindungen. Der Aufwand dafür, eine neue Location einzubinden, ist nämlich gering.

Wer Multipunkt-Verbindungen braucht, ist beim EP/EVP-LAN-Service an der richtigen Adresse. Denn dieser Dienst erlaubt die Bündelung von Verbindungen und Services und flexible Erweiterungen bestehender Netze.

Will man zum Beispiel in einem rasch wachsenden Unternehmen ohne großen Aufwand neue Geschäftsstellen in einer unternehmensweiten Infrastruktur ans Internet anbinden, könnte dieser Service helfen, das möglichst unkompliziert zu bewerkstelligen.

Die einzelnen physischen Verbindungen erstrecken sich auch weiterhin von Punkt zu Punkt. Doch im Gegensatz zur den E-Line-Diensten ist bei den E-LAN-Services kann der EVC mehr als zwei Schnittstellen zum Kundennetz (User Network Interfaces) einschließen. Beim EVP-LAN-Service können zudem mehrere einlaufende EVCs an einem Standort auf eine UNI gebündelt werden – beispielsweise, wenn man neben einem Multipoint-E-LAN auch noch eine separate virtuelle Verbindung braucht wie in Grafik 2 in der Bildergalerie dargestellt. Und ein EVC kann mehr als ein Carrier-Ethernet-VLAN transportieren.

Bei den auf Punkt-zu-Punkt-Dienste orientierten E-Line-Services dagegen muss mit jedem neuen UNI auch ein neuer EVC zu jeder der adressierten Sites errichtet werden. Denn EVCs umfassen jeweils nur einen Anfangs- und Endpunkt. Erweiterungen bedeuten deshalb hohen Aufwand. Gerade in Zeiten knappen Personals, dafür aber schneller Umstrukturierungswünsche bezüglich der ortsübergreifenden Infrastruktur will jeder Netzverantwortliche, ob nun beim Carrier oder im Unternehmen, derartigen Aufwand gern vermeiden. Denn letztlich schlägt er sich in Kosten nieder.

Hinsichtlich der Preise gilt das schon bei E-Line-Diensten Gesagte: Der Preisdruck dürfte dafür sorgen, dass sie weiterhin sinken. Ob die Degression weiterhin bei 30 Prozent pro Jahr bleibt, oder ob man zumindest für sehr breitbandige Connections anfangs auch kräftig blechen muss, wird die Zeit zeigen. Denn noch befindet sich die vom Metro Ethernet Forum angetriebene Zertifizierung von Services nach CE 2.0 in der Anfangsphase.

Technische Details

Nun einige technische Details: Jedes UNI am E-LAN hat einen eindeutig identifizierbaren Text-String als Namen, dasselbe gilt auch für EVCs. Der Name eines EVC, an den eine spezifische UNI angeschlossen ist, besteht aus der Verkettung der Identifikationsnummern von UNI und EVC.

Logischerweise sind mindestens zwei UNIs zum Aufbau eines EVC nötig (Quelle und Ziel), es können aber auch mehr sein, denn alle EVC (Enterprise Virtual Circuits) von E-LAN-Diensten müssen Multipunkt-fähig sein. Die UNIs an einen EVC werden in einer Liste zusammengefasst. VLANs, die über EVP-LAn-Services übertragenw erden, erhalten Nummern von 1 bis 4096.

Als physikalische Datenüberträger kommen alle Medien in Frage, die 802.3-2005 aufführt. Ausgenommen ist PON, also Dark Fiber. Denn etwas mehr als Glasfaser ohne alles soll der Dienst schon bieten. Die verschiedenen Geschwindigkeiten reichen von 10 MBit/s bis 10 GBit/s. Das Netz stellt jeweils automatisch fest, welche Geschwindigkeit anliegt und wählt die optimale über die Gesamtverbindung. Alle Verbindungen funktionieren mit derselben Bandbreite in beide Richtungen gleichzeitig (full-duplex).

Auch Schicht 2 von E-LAN-Diensten gemäß CE 2.0, der Medienzugang (MAC), muss den Vorgaben von 802.3-2005 entsprechen. Die Übertragungspakete am UNI und am EVC müssen mindestens 1522 Bytes groß sein. Das entspricht laut Ethernet-Spezifikation von 2005 den Dimensionen eines Frame mit einem VLAN-Tagging-Bit (kennzeichnet VLAN-Übertragungen). Das heißt, dass solche Pakete auf jeden Fall ohne Fragmentierung versendet werden können.

weiter mit: Service-Multiplexing und Wartungsframes

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