Application Rationalization

Entrümpeln in der IT – 5 Schritte zu mehr Ordnung

| Autor / Redakteur: Anton Hofmeier / Gesine Herzberger / Andreas Donner

Unternehmen sollte die IT-Struktur in Angriff nehmen. Einmal alles entrümpelt, sorgen regelmäßig durchgeführte Application Rationalization-Maßnahmen für ein sauberes und übersichtliches IT-Portfolio.
Unternehmen sollte die IT-Struktur in Angriff nehmen. Einmal alles entrümpelt, sorgen regelmäßig durchgeführte Application Rationalization-Maßnahmen für ein sauberes und übersichtliches IT-Portfolio. (Bild: gemeinfrei / CC0)

In Unternehmen finden sich die vielfältigsten Softwareanwendungen – darunter auch viele ungenutzte oder End-of-Life Programme. Diese verursachen nicht nur Kosten in Millionenhöhe, sondern bergen auch ein hohes Sicherheitsrisiko.

Laut einer Studie von Flexera Software verfügen 64 Prozent der befragten Unternehmen über mehr Anwendungen als sie für ihre täglichen Geschäftsabläufe benötigen. Eine vollständige Inventarisierung der Assets findet häufig erst dann statt, wenn große IT-Projekte wie die Migration auf Windows 10 ins Haus stehen. Ein solcher Wechsel auf eine neue Plattform lässt sich mit einem Umzug vergleichen: Je ordentlicher vorab entrümpelt und gepackt wird, desto schneller und einfacher gelingt der Einzug ins neue Haus.

In der IT lautet das Schlagwort deshalb Application Rationalization. Der Begriff bezeichnet eine systematische Methode, um nützliche und geschäftsentscheidende Anwendungen von Anwendungen zu unterscheiden, die überflüssig sind und/oder keinen Mehrwert erzielen und daher entfernt oder ersetzt werden können. Diese fünf Schritte sind dabei ausschlaggebend:

IT-Portfolio: 64 Prozent der befragten Unternehmen verfügen über mehr Anwendungen als sie für ihre täglichen Geschäftsabläufe benötigen.
IT-Portfolio: 64 Prozent der befragten Unternehmen verfügen über mehr Anwendungen als sie für ihre täglichen Geschäftsabläufe benötigen. (Bild: Flexera Software)

1. Sammeln Sie die Nutzungsdaten der Anwendungen

Kontinuierlich über Inventory-Tools, wie zum Beispiel Microsoft System Center Configuration Manager, im Unternehmen Nutzungsdaten der Anwendungen sammeln. Da solche Tools die Informationen unterschiedslos erfassen, kommt es oft zu inkonsistenten Bezeichnungen der Softwareanbieter (z.B. IBM, IBM Corp., IBM Corporation). Zudem finden sich in den Daten Treiber, Spiele, Unterversionen und Updates sowie Patches.

2. Standardisieren und kategorisieren Sie Bestandsdaten

Der nächste Schritt ist daher die Standardisierung und Kategorisierung der Bestandsdaten hinsichtlich Namen des Softwareanbieters, Softwaretitel und konsolidierter Versionen. In einem durchschnittlichen Unternehmen lässt sich dadurch die Zahl der Bestandsdaten um den Faktor 10 verringern – aus 10.000 einzelne Anwendungen und Versionen werden so schnell rund 1.000 eindeutig zuordenbare Softwaretitel. Automatisierte Lösungen vereinfachen diesen Prozess durch Softwareerkennungs-Funktionen, die Inventarisierungsrohdaten in verwertbare Daten umwandeln.

3. Legen Sie Applikations-Owner fest

Für jede Anwendung sollte zudem ein eindeutig identifizierter Applikations-Owner vorliegen, der für den jeweiligen Geschäftsbereich steht. In Zusammenarbeit mit den Eignern sowie Fachexperten lässt sich der Wert der Anwendung für Geschäftsabläufe bestimmen und darüber entscheiden, welche konkurrierenden Anwendungen vereinheitlich werden.

Überblick schaffen: Automatisierte Lösungen sammeln Nutzungsdaten von Anwendungen und wandeln Inventarisierungsrohdaten in verwertbare Daten um.
Überblick schaffen: Automatisierte Lösungen sammeln Nutzungsdaten von Anwendungen und wandeln Inventarisierungsrohdaten in verwertbare Daten um. (Bild: Flexera Software)

4. Prüfen Sie die Kompatibilität der Anwendung

Alle Entscheidungen basieren dabei immer auf Kompatibilität der Anwendung. Lässt sich die Applikation unter Windows 10 installieren? Entspricht sie den Anforderungen zur Virtualisierung durch Microsoft App-V oder VMware ThinApp? Oder muss sie für einen Fernzugang auf einem Server gehostet werden?

5. Sortieren Sie: Entfernen, Ersetzen, Aktualisieren oder Beibehalten

Liegen alle diese Informationen vor, fällt es der IT leichter weitere Maßnahmen zu planen und Arbeitsabläufe zu initiieren. Rationalisierungsprojekte innerhalb des IT-Anwendungsportfolios richten sich nach Geschäftseinheiten, Anwendern, Geräten und Applikationen. Jede Anwendung wird dabei einer von vier Kategorien zugeordnet: Entfernen, Ersetzen, Aktualisieren (Upgrade) oder Beibehalten. Im Anschluss folgt über Application-Readiness-Prozesse die Aufgabenverteilung an die jeweiligen IT-Verteilungen, um neue Anwendungen zur Verteilung auf Geräte und Betriebssysteme vorzubereiten oder Patches zur Verfügung zu stellen.

Stubenreines IT-Portfolio

Einmal entrümpelt, sorgen die regelmäßig durchgeführte Application Rationalization-Maßnahmen für ein sauberes und übersichtliches IT-Portfolio. Dadurch ist die IT nicht nur besser auf zukünftige Veränderungen vorbereitet, sondern kann auch das Risiko in Sachen Cyber Security auf ein Minimum reduzieren. Je besser der Überblick der im Unternehmen genutzten IT-Assets, desto kleiner ist die Angriffsfläche für Hacker. Schwachstellen lassen sich einfacher und schneller identifizieren und bewerten. Zudem sinkt die Zahl der Sicherheits-Patches, die gemanagt und bereitgestellt werden müssen.

Das Befreien von unnötigem IT-Balast ist ein wichtiger Schritt für die Application Readiness in Unternehmen. So können sie Prozesse vereinfachen, Kosten einsparen, Risiken minimieren und den Lebenszyklus ihrer Anwendungen durchgängig managen – von der Anschaffung bis hin zur Ausmusterung.

Anton Hofmeier ist Regional Vice President Sales DACH bei Flexera Software.
Anton Hofmeier ist Regional Vice President Sales DACH bei Flexera Software. (Bild: Flexera Software)

Über den Autor

In seiner Funktion als Regional Vice President DACH bei Flexera Software verantwortet Anton Hofmeier den Bereich Softwarelizenzoptimierung für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Mit mehr als 20 Jahren Erfahrung in der IT-Branche betreut er mittelständische und große Kunden bei der Auswahl und Implementierung von Lösungen zur Softwarelizenzoptimierung sowie bei Schnittstellen zu anderen Bereichen, zum Beispiel IT Service Management und Security.

Dieser Beitrag stammt von unserem Schwesterportal marconomy

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