IoT, Digitale Transformation und Industrie 4.0

Digitalisierung: läuft

| Autor / Redakteur: Dr. Stefan Riedl / Andreas Donner

Die Digitale Transformation legt gegenwärtig einen Zahn zu.
Die Digitale Transformation legt gegenwärtig einen Zahn zu. (Bild: liuzishan - stock.adobe.com)

Das Ingenieurswesen hat den Industriestandort Deutschland stark gemacht. Doch die Fertigungsbranche verändert ihr Gesicht: Digitalisierung, Digitale Transformation und Industrie 4.0 sind mehr als nur Buzzwords. Wenn führende Köpfe der Industrie zusammen kommen, gibt es gegenwärtig kaum andere Themen.

Zeigt man Jugendlichen eine (magnetbandbasierte) Audiokassette und einen Bleistift, bringen sie die beiden Objekte in der Regel in keinen Sinnzusammenhang. Die ältere Generation weiß hingegen sofort: Hat das Kassettendeck wieder mal die Kassette „gefressen“, hilft ein Bleistift (am besten einer mit sechseckigem Querschnitt), um das lose Band wieder aufzurollen. Diese Tatsache lässt sich mit der fortschreitenden Digitalisierung erklären, denn MP3s in einem Datengrab bekommen nie einen Bleistift zu Gesicht. Nicht mal einen Tablet-Pen und nicht mal einen virtualisierten Bleistift.

Im ursprünglichen und engeren Sinne ist Digitalisierung die Erstellung von digitalen Repräsentationen von physischen Objekten oder analogen Medien. Beispielsweise wenn Magnetbänder mit ­Video- oder Audiomaterial einer neue Existenz in einem digitalen Format zugeführt werden. In einem weiteren Sinne ist Digitalisierung allgemein die Veränderung von Prozessen, Vorgängen und Objekten, die mit dem Gebrauch von Informationstechnologie zu tun haben.

Der Puls der Zeit schlägt binär

Inzwischen geistert der Begriff „Digitale Transformation“ durch Medien, Politik und gesellschaftlichen Diskurs. Der ist noch weiter gefasst und beschreibt den so genannten „digitalen Wandel“ (weiterer Buzzword-Begriff) der Gesellschaft und der Unternehmen durch den Einsatz digitaler Technologien. Geschieht dies konsequent und am Puls der Zeit, führt kein Weg an der Industrie 4.0 vorbei. Verkürzt dargestellt, beschreibt dieser Begriff eine zunehmend selbstorganisierte Produk­tion, die dadurch ermöglicht wird, dass Menschen, Maschinen, Anlagen, Logistik sowie Bauteile, halbfertige und fertige Produkte kommunizieren und kooperieren.

Das geschieht durch ausgefuchste Logistikprozesse und den Einsatz neuer Technologien wie RFID.

Digitalisierung und Ingenieurswesen

Beim 5. Engineering Summit, der im Juli in Mannheim stattfand, ging es um genau dieses Thema: Die Digitalisierung mit all ihren Konsequenzen. Es besteht Handlungsbedarf für den Standort Deutschland in einer immer stärker vernetzten Welt: „Der deutsche Großanlagenbau genießt aufgrund seiner Problemlösungskompetenz weltweit hohes Ansehen. Um diese Stärke zu erhalten und weiter auszubauen, müssen wir unsere Mitarbeiter noch stärker in den Fokus rücken und sie durch Weiter- und Neuqualifizierungen fit für die Herausforderungen der Zukunft machen“, so Dr. Christian Bruch, Mitglied des Vorstands der Linde AG zu den Teilnehmern des Summits in seiner Keynote.

Die Studie „Potenziale von Industrie 4.0 im Großanlagenbau“, die der VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau) und das Beratungsunternehmen Maexpartners auf dem Engineering Summit präsentierten, erhärtet diese These. Demnach bewerten 72 Prozent der Befragten die Chancen, Umsatzsteigerungen durch neue, digitale Produkte und Dienstleistungen zu erzielen, als „sehr relevant“. 2015 waren erst 50 Prozent der Anlagenbauer dieser Meinung gewesen. Die Digitalisierung hat nach diesen Zahlen also die strategischen Köpfe der Branche erfasst.

Geplantes Umdenken

Jürgen Scheidt, Mitglied des Executive Management Board der TGE Gas Engineering GmbH betonte in diesem Zusammenhang: „Damit unsere Mitarbeiter ihr Verhalten und ihre Einstellung an die neuen Gegebenheiten anpassen, müssen die Führungskräfte klare Ziele vorgeben und mit gutem Beispiel vorangehen.“ Ähnlich sieht es Christian Bruch. Die ­erfahrenen Mitarbeiter am Standort Deutschland mit ihren hohen Bewertungs- und Eingriffskompetenzen sind für ihn der Markenkern des deutschen Großanlagenbaus und ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal gegenüber dem Wettbewerb, etwa aus Asien.

Ergänzendes zum Thema
 
Kommentar: Hunger macht Appetit

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