Studie: Kommunikationslücke zwischen IT und Management

Digitale Disruption trifft Führungsebene unvorbereitet

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Die IT- und Netzwerkautomation wird als extrem wichtig für die künftige Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens weltweit angesehen.
Die IT- und Netzwerkautomation wird als extrem wichtig für die künftige Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens weltweit angesehen. (Bild: Bild: Juniper Networks)

Juniper Networks hat in einer weltweiten Studie untersuchen lassen, wie gut die Unternehmen auf die unvermeidlichen Auswirkungen der digitalen Disruption vorbereitet sind. Der Report zeigt, dass es an vielen Stellen großen Nachholbedarf gibt.

An der von Wakefield Research im Auftrag von Juniper Networks durchgeführten Studie nahmen online 2.704 IT- und Business-Entscheider (ITDM und BDM) in den USA, China, Australien, Japan, Indien, Deutschland, Großbritannien und Frankreich teil. Der Report von Wakefield Research und Juniper Networks zeige deutlich die Kommunikationslücke zwischen der IT und dem Top-Management, die in Deutschland größer als im weltweiten Durchschnitt ist und mache darauf aufmerksam, wie gut vorbereitet – oder wie unvorbereitet – Unternehmen im Hinblick auf die digitale Disruption sind, in der sich einige Branchen bereits befinden. Zudem unterstreiche er die Vorteile von Investitionen in Automation. Damit steige die Geschäftsflexibilität, und Firmen seien der Disprution dadurch einen Schritt voraus.

IT-Führungskräfte auf Veränderungen vorbereiten

35 Prozent der ITDMs und 22 Prozent der BDMs in Deutschland erwarten, dass innerhalb der nächsten zwei Jahre eine neue disruptive Technologie, bzw. ein disruptives Produkt oder ein Service innerhalb ihrer Branche auf den Markt kommt. Diese Zahl ist deutlich niedriger als der weltweite Durchschnitt: Hier sind 55 Prozent der ITDMs und 50 Prozent der BDMs dieser Meinung. Nur eine Minderheit der deutschen Befragten gibt allerdings an, dass ihre IT-Abteilung nicht genügend auf die kommenden Herausforderungen vorbereitet ist. Weniger als ein Viertel (20 Prozent) der deutschen Unternehmensleiter glaubt, dass ihre IT-Teams nicht über die notwendigen Qualifikationen verfügen, die sie in fünf Jahren benötigen, um ihre Rolle auszufüllen. IT-Entscheider sind sogar noch optimistischer: Nur 13 Prozent sind dieser Meinung.

Führungsebene ausbilden und auf den Wandel einstellen

84 Prozent der ITDMs und 76 Prozent der BDMs in Deutschland sind der Meinung, dass ihr Unternehmen leistungsfähiger wäre, wenn die Führungsriege technologieaffiner wäre. Unzureichende Investitionen in die IT blockieren Innovationen und hindern Organisationen daran, mit dem Wechsel Schritt zu halten und wettbewerbsfähig zu bleiben. Mehr als die Hälfte der ITDMs (60 Prozent) in Deutschland sowie 42 Prozent der deutschen Führungskräfte erwarten, dass es mindestens ein Jahr dauern würde, bis ihr eigenes Unternehmen ein verbessertes Produkt entwickeln und supporten würde, wenn ein Wettbewerber sie herausfordert. Bei der Geschwindigkeit, mit der die Disruption voranschreitet, haben sie diese Zeit in vielen Fällen vermutlich nicht.

Noch schlimmer: Legacy-Infrastrukturen verlangsamen das Geschäftswachstum deutlich. Fast zwei Drittel der deutschen Befragten gaben an, dass die IT-Infrastruktur ihres Unternehmens sehr wahrscheinlich oder zumindest wahrscheinlich eine Hürde darstellt, wenn es darum geht, ein neues Produkt oder einen Service zu entwickeln. Diese Zahl liegt über dem Studiendurchschnitt, der bei knapp über 50 Prozent liegt.

Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Unternehmen ihre Herangehensweise an die IT überdenken und kontinuierlich in Innovationen investieren. Ein Marktvorteil bleibt länger bestehen, wenn die Führungsriege bezüglich der technologischen Fortschritte auf dem Laufenden ist.

In Automation investieren

Um einen Schritt vor der Veränderung zu bleiben, sollten Unternehmen in Netzwerkautomation investieren. Die Studienergebnisse zeigen, dass ITDM und BDM die IT- und Netzwerkautomation als extrem wichtig für die künftige Wettbewerbsfähigkeit ihres Unternehmens weltweit ansehen.

Fast alle deutschen ITDMs (99 Prozent) bestätigen die Enterprise-Funktionen, die durch SDN gewonnen werden. Dazu gehören Cloud-Interconnect-Fähigkeiten (52 Prozent), virtuelle Rechenzentrenfunktionen (48 Prozent), Security-Automations-Funktionen (38 Prozent) und Netzwerk-Visibilität (38 Prozent). Dank dieser Vorteile stimmen fast neun von zehn befragten ITDMs damit überein, dass Netzwerk- und IT-Automation enorm wichtig sind, damit ihr Unternehmen auch künftig wettbewerbsfähig bleibt (86 Prozent der ITDMs und 92 Prozent der BDMs).

ITDMs in Deutschland berichten außerdem, dass sich ihre Fähigkeiten durch die Einführung von NFV erhöht haben. Sie verzeichneten die größten Gewinne bei virtueller Security (45 Prozent), Netzwerkanalytik (41 Prozent) sowie virtuellem Routing (41 Prozent). Einen Wermutstropfen gibt es jedoch: Während die ITDMs der Meinung sind, dass das Netzwerk der Schlüssel zum Unternehmenserfolg ist, sind 66 Prozent davon überzeugt, dass die Führungsriege dies nicht so sieht.

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