Kriterien für gemanagte SD-WAN-Dienste

Die Wahl des richtigen SD-WAN-Providers

| Autor / Redakteur: Zeus Kerravala / Andreas Donner

Bei der Wahl eines Managed Services Providers (MSP) sollte dessen Angebot vor Vertragsabschluss umfassend geprüft werden.
Bei der Wahl eines Managed Services Providers (MSP) sollte dessen Angebot vor Vertragsabschluss umfassend geprüft werden. (Bild: © - leowolfert – Fotolia.com)

Ein auf viele Standorte verteiltes Unternehmen, das einen Managed Services Provider (MSP) beauftragt, um ein SD-WAN einzurichten und zu betreiben, entlastet damit die hauseigene IT-Abteilung. Doch bevor es die endgültige Wahl trifft, sollte es dem SD-WAN-MSP „auf den Zahn fühlen“.

Die IT-Abteilung eines Unternehmens mit vielen Niederlassungen ist häufig damit überfordert, unter Dutzenden von Anbietern von DSL- und Kabelnetzen oder Mobilfunkservices die passenden herauszusuchen und deren Dienste in einem SD-WAN zu kombinieren. Besser ist es dann, sich auf die Suche nach dem Anbieter eines Managed SD-WANs zu machen. Das lässt sich anhand folgender Kriterien durchführen.

Welche Verbindungsarten bietet der Provider an?

Das Angebot sollte möglichst umfassend sein. Denn es gibt leider nicht die eine perfekte WAN-Technik. Zudem stehen an manchen Standorten nur bestimmte Services zur Verfügung, etwa Breitbandinternet. Im Idealfall umfasst das Portfolio eines SD-WAN-MSP Dienste wie E1/T1-Verbindungen, MPLS-Services (Multi-Protocol Label Switching), DSL und Kabel-TV sowie Ethernet. Auch funkgestützte Verbindungen (Fixed Wireless, Richtfunk und Mobilfunk) und Satellitenverbindungen sollten nicht fehlen. Wichtig ist zudem, dass der Provider hybride SD-WANs unterstützt.

Auf welche SD-WAN-Lösung greift der MSP zurück?

Hier hilft nur, sich mit den unterschiedlichen Ansätzen vertraut machen. Anschließend sollte der Provider zum Zuge kommen, dessen SD-WAN-Angebot den Anforderungen des Nutzers am besten entspricht.

Wie ist es um die Sicherheit bestellt?

Wichtig ist, dass der Service-Provider physische und virtuelle SD-WAN-Appliances mit integrierten Sicherheitsfunktionen einsetzt. Führende Anbieter von SD-WAN-Lösungen arbeiten zu diesem Zweck mit IT-Sicherheitsfirmen zusammen.

Welche Optimierungstechniken für Applikationen stehen zur Verfügung?

Sie sind vor allem beim Einsatz von Internetbreitbandverbindungen wichtig, damit es beim Zugriff auf Anwendungen zu keinen Verzögerungen kommt. Zu diesen Techniken zählt die Datenkomprimierung, außerdem die Klassifizierung von Anwendungen. Sie räumt wichtigen Applikationen wie Datenbankzugriffen Vorrang vor weniger kritischen, etwa E-Mail, ein. Hilfreich sind außerdem Verfahren, die Latenzzeiten minimieren und eine hohe Quality of Service (QoS) sicherstellen, vor allem bei Sprach- und Videoapplikationen.

Ist eine dynamische Pfadwahl vorhanden?

Nur dann lassen sich mehrere Internetverbindungen zu einem virtuellen Link kombinieren, der die gleiche oder eine höhere Bandbreite und Servicequalität wie MPLS bietet.

Wie sieht das Serviceportfolio aus?

Das schließt alle Aspekte des Betriebs des Netzwerks mit ein, von der Planung über die Installation und Konfiguration bis hin zu Tests, Betrieb und Wartung.

Übernimmt der Provider auch die Verwaltung des internen Unternehmensnetzes?

Das ist kein „Muss“, entlastet aber die eigene IT-Abteilung.

Steht ein Onlineportal mit umfassenden Funktionen zur Verfügung?

Der Nutzer sollte darüber in Echtzeit Informationen über das SD-WAN abrufen können, etwa über den Status von Wartungsarbeiten, die Konfiguration, den Netzwerkverkehr, über Fehler sowie über die Auslastung. Wichtig sind zudem ausführliche Reporting-Funktionen.

Sind weitere Mehrwertdienste vorhanden?

Manche Unternehmen wollen auf so wenige Dienstleister wie möglich zurückgreifen. Warum also nicht neben dem SD-WAN bei einem Service-Provider Voice over IP oder Videodienste buchen? Auch das macht der IT-Abteilung das Leben leichter.

Fazit

SD-WANs sind noch eine relativ junge Technologie. Daher mangelt es vielen IT-Abteilungen am entsprechenden Know-how. Ein gemanagter SD-WAN-Service ist daher für viele Unternehmen eine gute Wahl, die von den Vorzügen dieser Technik profitieren wollen und gleichzeitig Erfahrungen damit sammeln möchten.

Zeus Kerravala.
Zeus Kerravala. (Bild: ZK Research)

Doch bei Managed SD-WANs gilt dasselbe wie bei Cloud-Services und anderen Angeboten, die von IT-Dienstleistern bereitgestellt werden: Wichtig für den Anwender ist, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und das Angebot umfassend zu prüfen, und zwar vor Vertragsabschluss. Denn sonst besteht die Gefahr, dass Erwartungen enttäuscht werden. Und das muss wirklich nicht sein.

Über den Autor

Zeus Kerravala ist Gründer und Principal Analyst des Beratungshauses ZK Research. Er verfasst u.a. Artikel für WAN Speak, einen Blog von Silver Peak.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44517835 / Märkte & Services)