Virtual Desktop Infrastructure: Die Zukunft der Arbeitsplatzgestaltung

Die Vor- und Nachteile des VDI-Trends

| Autor / Redakteur: Carolin Lehmann / Andreas Donner

Bspw. die Windows-Suchfunktion hat ihre Probleme in VDI-Umgebungen; Spezielle Tools wie Lookeen schaffen hier aber Abhilfe.
Bspw. die Windows-Suchfunktion hat ihre Probleme in VDI-Umgebungen; Spezielle Tools wie Lookeen schaffen hier aber Abhilfe. (Bild: Axonic)

Virtuelle Desktop-Umgebungen sind der Trend in der Arbeitsplatzgestaltung. Physische Desktop-PCs werden in virtuelle Maschinen verlagert und von einem Server aus zentral gesteuert. Dieser Trend bringt einige Vor- aber auch Nachteile mit sich.

Bei virtuellen Desktop-Umgebungen ist das Betriebssystem vom Client, beziehungsweise vom Desktop der es verwendet, getrennt. Sämtliche Daten werden zentralisiert und von einem Server im Unternehmen aus gesteuert, wobei von der IT-Abteilung in Sekundenschnelle neue Desktops für z.B. neue Mitarbeiter oder kurzfristig anstehende Projekte bereitgestellt werden können. Benutzer haben jederzeit und von überall Zugriff auf Daten und Applikationen – auch von ihren mobilen privaten Endgeräten aus.

Für die virtuellen Maschinen ist es unerheblich, auf welcher Hardware sie laufen. Alles was sie brauchen ist eine Verbindung zum Server über das Unternehmensnetzwerk. Diese attraktive Arbeitsweise wird für Unternehmen immer interessanter, denn sie bringt einige Vorteile mit sich, die die anfänglichen Kostennachteile mit der Zeit kompensieren.

Bevor man sich allerdings für eine VDI Technologie entscheidet, sollte man sich fragen, welchen Nutzen diese bringen soll. Bei der Beantwortung der Fragen, ob man Arbeitsprozesse effizienter gestalten und die Mobilität der Mitarbeiter erhöhen oder einfach nur Geld und Systemressourcen sparen will, ist dann meist bereits klar, ob sich eine Investition in virtuelle Desktops lohnt oder nicht.

Hohe Anschaffungskosten können zunächst abschrecken

Der größte Kostentreiber bei der Anschaffung einer virtuellen Desktop-Infrastruktur sind die Kosten für den benötigten zentralen Netzwerkspeicher mit den zugehörigen Hochleistungsnetzwerken. Doch diesem Kostenblock wirkt folgender Vorteil entgegen: Viele Unternehmen nutzen die Kapazität ihrer Server nicht vollständig aus und verursachen deshalb mit vielen Servern mehr Kosten, als wenn sie wenige Server vollständig auslasten würden.

Da in virtuellen Desktop-Umgebungen alle Benutzeroberflächen zentral von einem Server gesteuert werden, braucht man bei dieser Technologie weniger Server, da diese vollständig ausgelastet werden. Unternehmen sparen im Endeffekt also Kosten. Sowohl bei der Hardware als auch beim Stromverbrauch.

Mit der Einrichtung einer virtuellen Desktop Infrastruktur sind aber nicht nur Kosten sondern auch Aufwand verbunden. Um eine VDI-Umgebung aufzusetzen, benötigt es einige weitere Komponenten und eine Fülle von Diensten, wie Shared Storage, Loadbalancing, Hochverfügbarkeit, Connection Broker usw. Die Einrichtung dieser Dienste ist abhängig vom jeweiligen Anbieter ebenfalls mit Kosten verbunden. Die Anschaffung ist jedoch einmalig. Vor allem in größeren IT-Umgebungen mit hoher Automation und Prozessmaturität, sind bestimmte Tools bei der Einführung von Desktop Virtualisierungen notwendig.

Mehr Flexibilität und Sicherheit

Da die virtuellen Maschinen unabhängig voneinander laufen, beeinflussen Systemabstürze oder Viren auf einem privaten Endnutzergerät die anderen aktiven virtuellen Maschinen auf dem gleichen Server nicht. Die Virtualisierungsschicht trennt dabei die Hardware vom Betriebssystem und den Anwendungen. Ein großer Vorteil der virtualisierten Arbeitsflächen ist, dass durch die zentralisierten Desktop-Sessions jeder Mitarbeiter jederzeit und von überall über das Unternehmensnetzwerk auf seinen für ihn eingerichteten Desktop zugreifen kann. Dies kann von jedem beliebigen Netzwerk von unterwegs oder zu Hause aus passieren.

Von der Theorie zur Praxis

Wer von der Theorie der virtuellen Desktop Umgebungen überzeugt ist, vergisst leider schnell Probleme, die in der Praxis auftreten können. Ein Beispiel dafür ist die Performance der Microsoft-Suchfunktion. Wer auf virtuellen Desktop Umgebungen, wie z.B. Citrix, VMware, HyperV und Terminalserver versucht, eine Datei auf seinem Windows Desktop oder eine E-Mail in seinem Outlook Postfach zu finden, wird zu keinem Ergebnis kommen. Das kann für Mitarbeiter schnell zum echten Problem werden.

Das Werkzeug Lookeen verhilft auch in VDI-Umgebungen zu optimalen Suchtreffern in Outlook.
Das Werkzeug Lookeen verhilft auch in VDI-Umgebungen zu optimalen Suchtreffern in Outlook. (Bild: Axonic)

Doch auch für derartige Problemstellen gibt es Lösung. Im Beispiel der Suche könnte als Alternative zur Windows Desktop und Outlook-Suche bspw. Lookeen eingesetzt werden. Das Outlook Such Add-on hat, wie auch die virtuellen Desktopumgebungen, eine leicht zu bedienende Benutzeroberfläche und stört somit die Arbeitsgewohnheiten der Mitarbeiter nicht.

Einführung gut vorbereiten

Die Zentralisierung aller Daten und die damit erhöhte Sicherheit und Verfügbarkeit der Systeme vereinfacht das IT-Management entscheidend. Sämtliche Desktops können gemäß unternehmerischer und rechtlicher Vorgaben eingerichtet werden. Doch Vorsicht, man sollte vor der Einführung von virtuellen Desktop-Umgeben alle Mitarbeiter einbeziehen und schulen. Zwar sieht die virtuelle Umgebung nicht stark viel anders aus als der gewohnte Arbeitsplatzdesktop, doch nicht jede Funktion funktioniert wie gewohnt und Bedarf wohlmöglich einer Erläuterung.

Carolin Lehmann
Carolin Lehmann (Bild: Axonic)

Über den Autor

Carolin Lehmann ist Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der Axonic Informationssysteme GmbH.

Kommentar zu diesem Artikel
Ein wichtiger Aspekt wird bei dem Artikel nicht berücksichtigt und wird bei sehr vielen...  lesen
posted am 22.09.2014 um 15:55 von Unregistriert


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