Grundlagen moderner Netzwerktechnologien im Überblick – Teil 93

Die Internet-Protokolle im Überblick – Erweiterungen der Grundkonzepte

24.01.2011 | Autor / Redakteur: Dr. Franz-Joachim Kauffels / Andreas Donner

Das Common Gateway Interface CGI; Bild: Dr. Franz-Joachim Kauffels

Das Web hat eine enorme Entwicklung durchlaufen. Angespornt durch diesen riesigen Erfolg sind nunmehr Erweiterungen der Grundkonzepte auf den Weg gebracht worden, die das Leben mit dem Web noch schöner machen können. Die sicherlich spektakulärsten Weiterentwicklungen waren Java und XML.

Schon recht bald stellte sich den Entwicklern die Frage, wie man denn externe Datenbestände z.B. aus Datenbanken automatisiert so aufarbeiten kann, dass sie mit einem Browser genutzt werden können. Die erste Entwicklung in dieser Richtung war das Common Gateway Interface CGI. CGI hat zwar funktioniert, war aber sehr langsam und eigentlich von Beginn an ein Flaschenhals.

Die Programmiersprache Java wurde 1995 von Sun Microsystems vorgestellt. Mit Java kann man kleine Anwendungsprogramme formulieren, die so genannten Java Applets, die von einem Web-Server auf einen Client geladen werden und dann dort ablaufen. Damit dies funktioniert, muss eigentlich nur der Browser Java unterstützen bzw. interpretieren können. Dies ist aber offensichtlich kein Problem, denn alle wichtigen Browser haben Java-Unterstützung realisiert.

Eine Hauptanwendung der ersten Stunde ist die Animation von Elementen einer Web-Seite. Auch das Abspielen von Tonsequenzen, wie einer Begrüßungshymne, wird von Java unterstützt. Man kann dies zwar als Spielerei abtun, aber in einer immer mehr grafikorientierten Welt sind solche Dinge offensichtlich wichtig.

Wesentlich war aber vor allem, dass nunmehr eine Programmierschnittstelle zur Verfügung stand, deren Funktionsumfang auch den Zugriff auf Daten in völlig anderen Formaten zugelassen hat. So konnte z.B. der CGI-Botleneck elegant umschifft werden.

Eine weitere Möglichkeit des Java-Einsatzes sind alle Formen der Interaktion, wie sie für Spiele, aber auch für Bestellungen und andere kommerzielle Anwendungen benötigt werden. Mit Java kann man z.B. auch sehr bequem anwendungsorientierte Verschlüsselung durchführen.

Durch Java wurden Erweiterungen in der Beschreibungssprache HTML notwendig, die zur Version 3.2 geführt haben. HTML 3.2 kann dynamische Objekte definieren, die z.B. der Ausführung von Java-Applets entsprechen. Aber auch eine Integration der Java-Konkurrenz ActiveX von Microsoft ist möglich.

ActiveX erweitert das OLE-Konzept für die Zusammenarbeit zwischen Dokumenten auf MS-Betriebssystemen und Anwendungssoftware auf die Web-Umgebung. Die Gestaltungsmöglichkeiten für Tabellen wurden wesentlich verbessert. Schließlich kann eine HTML-Seite jetzt auch mehrere Frames enthalten, in denen unterschiedliche Informationen abgelegt werden können. Jeder Frame hat dann seine eigene Scroll-Bar. Außerdem kann man so auch verschiedene Seiten gleichzeitig auf einen Bildschirm bringen, z.B. ein Inhaltsverzeichnis und die jeweils angewählte Seite, ohne dafür extra den Fenstermechanismus des Betriebssystems in Anspruch nehmen zu müssen.

All diese Entwicklungen haben zusammen genommen zu den ersten drei Generationen der Web-Technologie geführt.

Eine weitere Entwicklung im Internet betrifft die dreidimensionale Modellierung. Hierfür gibt es eine eigene Sprache: VRML (Virtual Reality Modelling Language), die letztlich auf Entwicklungen von Silicon Graphics basiert. In der praktischen Realisierung benötigen animierte dreidimensionale Darstellungen jedoch Bandbreiten, von denen die europäischen Internet-Benutzer noch eine Zeit lang träumen dürften. Möglich und sinnvoll sind 3D-Darstellungen jedoch oft im Zusammenhang mit internen Netzen.

Alle Erweiterungen wie Java und VRML lassen sich in einem nicht-bandbreitenbeschränkten Intranet wesentlich umfangreicher und komfortabler nutzen als im konventionellen Internet. Allerdings sollte man auch darauf achten, dass es nicht zu allzu vielen Spielereien kommt, die letztlich nur Geld kosten.

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