IDC-Studie zur Digitalisierung der Geschäftsprozesse deutscher Unternehmen

Die Hybrid Cloud macht den Unterschied

| Redakteur: Ulrike Ostler

Bei der IDC-Studie wurden 752 europäische Unternehmen - darunter 100 Unternehmen aus Deutschland - befragt, um die Hintergründe des digitalen Wandels sowie die zunehmende Verbreitung von Public und Hybrid Cloud und deren Auswirkungen auf die IT-Infrastruktur und Netzwerke besser zu verstehen.
Bei der IDC-Studie wurden 752 europäische Unternehmen - darunter 100 Unternehmen aus Deutschland - befragt, um die Hintergründe des digitalen Wandels sowie die zunehmende Verbreitung von Public und Hybrid Cloud und deren Auswirkungen auf die IT-Infrastruktur und Netzwerke besser zu verstehen. (Bild: IDC/Interxion)

Welche Faktoren zählen für die Unternehmen als Bedingungen für den Erfolg ihrer digitalen Transformation? Dieser Frage ist das Marktforschungsunternehmen IDC im Rahmen einer Studie nachgegangen, die die Interxion Holding NV in Auftrag gegeben hat.

Zunächst zeigt die Umfrage, dass der digitale Wandel auch von deutschen Unternehmen als eine der wichtigsten Herausforderungen gesehen wird, um sich im Wettbewerb zu behaupten. So sehen rund 70 Prozent die Notwendigkeit, sich in den nächsten zwei Jahren stark zu digitalisieren. Rund 35 Prozent der deutschen Befragten bewerten ihre eigene Digitalisierungsgeschwindigkeit bereits als „schnell“.

Doch was bedeutet das konkret für die Umsetzung? 60 Prozent der Entscheider in Deutschland geben an, dass hohe Flexibilität und Leistungsfähigkeit der Infrastruktur die wichtigsten Faktoren für einen erfolgreichen digitalen Wandel sind. Mit deutlichem Abstand folgen die Geschwindigkeit der Implementierung (43 Prozent) sowie die Anpassung der internen Prozesse und Organisationsstrukturen (42 Prozent).

Die flexible Infrastruktur ist den Unternehmen für die Transformtion wichtiger als die Geschwindigkeit der Implementierung und die Anpassung der internen Prozesse und Organisationsstrukturen.
Die flexible Infrastruktur ist den Unternehmen für die Transformtion wichtiger als die Geschwindigkeit der Implementierung und die Anpassung der internen Prozesse und Organisationsstrukturen. (Bild: IDC/Interxion)

„Die IT steht im Zentrum der digitalen Transformation und ist kritischer Erfolgsfaktor, damit Unternehmen ihre Digitalstrategie erfolgreich umsetzen können“, sagt Jens Prautzsch, Geschäftsführer der Interxion Deutschland GmbH. „Dies gelingt nur mit einer dynamischen IT-Infrastruktur. IT-Verantwortliche sind jetzt gefordert, mittels eines neuen Ansatzes für Management und Betrieb die geeignete Grundlage zur Umsetzung der Digitalisierung zu schaffen.“ In der Folge dürfte so manches Rechenzentrum verschwinden.

Trend zum Outsourcing - Eigene Rechenzentren verschwinden

Die Grundlage für eine erfolgreiche Umsetzung der digitalen Strategie liefert also eine flexible IT-Infrastruktur. Die Studie zeigt, dass die notwendige Agilität am ehesten mit Hybrid-Cloud-Umgebungen erreicht wird; denn sie ermöglichen die schnelle Nutzung neuer Funktionen, Anwendungen und Ressourcen. So ist die Hybrid Cloud gemäß der Studie „eine äußerst wichtige Plattform zur Verbindung von bestehenden und neuen digitalen IT-Projekten sowie zur Integration von Front- und Backoffice-Systemen“.

Rund 35 Prozent der befragten Unternehmen geben an, sie seien schnell in der Umsetzung einer digitalen Transformation.
Rund 35 Prozent der befragten Unternehmen geben an, sie seien schnell in der Umsetzung einer digitalen Transformation. (Bild: IDC/Interxion)

Während die deutschen Entscheider im europäischen Vergleich die Bedeutung von Flexibilität und Leistungsfähigkeit der Infrastruktur noch stärker bewerten als der europäische Durchschnitt (56 Prozent), liegen sie bei deren Auslagerung aktuell bei 23 Prozent - und somit im europäischen Durchschnitt. Doch die Studie prognostiziert einen deutlichen Trend zum Auslagern eigener Strukturen in Rechenzentren von Drittanbietern.

Der Anteil steigt in den kommenden drei Jahren in Deutschland von 23 auf 33 Prozent und in Europa von 23 auf 27 Prozent. Die Nutzung ausschließlicher Public-Cloud-Angebote in Deutschland entwickelt sich im Vergleich etwas langsamer, steigt aber von 15 auf 19 Prozent und in Europa von 12 auf 16 Prozent. Entsprechend geht der Anteil des eigenen Rechenzentrums in Deutschland von 62 auf 50 Prozent zurück und in Europa von 65 auf 57 Prozent.

Digitale Vorreiter nutzen Outsourcing

Als digitale Vorreiter gelten im Rahmen dieser Umfrage die Unternehmen, die bei der Digitalisierung ihrer Geschäfte und Branchen bereits mehrere digitale Technologien zur Transformation ihrer Unternehmen einsetzen. Dank ihrer Digitalisierungsgeschwindigkeit schreiten sie im Vergleich zu anderen befragten Unternehmen schneller voran.

Die Flexibilität und die Leistungsfähigkeit der IT-Infrastruktur sind für sie dabei entscheidende Erfolgsfaktoren. Sie verzichten zunehmend auf den Betrieb eigener On-Premise-Lösungen und steigen auf Outsourcing um. Damit können sie nach eigener Einschätzung schneller, flexibler und innovativer agieren.

Digitale Vorreiter betreiben 16 Prozent ihrer Infrastruktur in der Public Cloud (andere: 10 Prozent) und 27 Prozent in externen Rechenzentren (andere: 22 Prozent). Laut Studie lassen sich nur mit einer hybriden Infrastruktur aus Public Cloud und On-Premise-Anteilen die heutigen kritischen Treiber für die digitale Transformation adressieren. Die wichtigsten Kriterien für die deutschen Führungskräfte dabei: die IT näher an die Nutzer/Kunden bringen (26 Prozent) und eine Hybrid-Cloud-Umgebung unterstützen (23 Prozent).

Die IDC-Analysten fragten auch danach, was die Unternehmen mit Vorbildcharakter diffreneziert.
Die IDC-Analysten fragten auch danach, was die Unternehmen mit Vorbildcharakter diffreneziert. (Bild: IDC/Interxion)

Wer übernimmt den Infrastrukturbetrieb?

Entsprechend planen 46 Prozent der deutschen und 38 Prozent der europäischen Unternehmen die Einführung einer Hybrid-Cloud-Lösung. Als hauptsächliche IT-Umgebung in den kommenden Jahren sehen sie 34 Prozent in Deutschland und 28 Prozent in Europa. Nur für 32 Prozent der deutschen Firmen stellt sie eine Nische für wenige Anwendungen dar. Dies bestätigt laut IDC: Wenn die Deutschen auslagern, dann gründlich.

Trotzdem gibt es nach wie vor Bedenken. Das Thema Sicherheit wird in Deutschland (52 Prozent) inzwischen sogar seltener genannt als in Europa (56 Prozent). Auf den Plätzen folgen hierzulande Bedenken zu Daten (51 Prozent), Netzwerk (30 Prozent) und Kosten (28 Prozent).

Der Trend geht dahin, Dienstleister wie Co-Location-Rechenzentrums-Betreiber mit dem Betrieb der Infrastruktur zu beauftragen. Denn natürlich bedeutet Hybrid Cloud im eigenen Rechenzentrum mehr Komplexität. Diese wollen Unternehmen nicht alleine angehen, denn dafür müssten sie entsprechende Mitarbeiter ausbilden oder einstellen. Daher suchen sie nach Partnern, um Aufwand und Zeit zu reduzieren. Langfristig gesehen ist das Outsourcing-Modell ein strategischer Entschluss, um durch flexible Infrastruktur die Basis für den digitalen Wandel zu legen.

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