Connectivity as a Service

Die helfende Hand in die Welt des IoT

| Autor / Redakteur: Aurelius Wosylus, / Andreas Donner

Die Vorteile von Connectivity as a Service liegen für Unternehmen auf der Hand.
Die Vorteile von Connectivity as a Service liegen für Unternehmen auf der Hand. (Bild: Sigfox)

Wer das Internet der Dinge (IoT) und Industrie 4.0 effizient nutzen möchte, kommt um den Zugang zu einem dedizierten IoT-Netz nicht herum. Unter dem Schlagwort „Connectivity as a Service“ (CaaS) stellen spezialisierte IoT-Service-Provider Netzzugänge zur Verfügung, die je nach Anwendungsfall individuell angepasst werden können.

Das Internet der Dinge (IoT) wächst rasant: Laut einer Prognose der Boston Consulting Group wird alleine der B2B-Anteil bei der Entwicklung von entsprechenden Technologien, Produkten und Services bis 2020 knapp 250 Milliarden Euro betragen. Die Investitionen von Unternehmen in das Internet der Dinge betragen im gleichen Zeitraum 60 Milliarden Euro.

Der größte Anteil an diesem Wachstum liegt in drei Bereichen: vorausschauende Wartung, eine sich selbst optimierende Produktion und ein automatisiertes Bestandsmanagement. Diese Einschätzungen zeigen deutlich, dass das Internet der Dinge mittlerweile in der Realität angekommen ist. Eine vernetzte Espressomaschine, die durch eine App eingeschaltet wird, ist eine „Spielerei“, vernetzte Rauchmelder, Produktionsstraßen oder Gebäude ermöglichen jedoch wirtschaftlichen Vorteile.

Dass die althergebrachten Geschäftsmodelle ihren Zenit nun mehr überschritten haben und nun eher erfolgsgefährdend statt fördernd sind, wird immer klarer. Das IoT wird beinahe schon zum Garanten, um wettbewerbs- und zukunftsfähig zu bleiben – wenn Lösungen entwickelt werden, die Unternehmen und Verbraucher dabei unterstützen, ihr Wirken und Leben erfolgreicher und/oder angenehmer zu gestalten.

Wo noch Neuland im Umgang mit dem IoT herrscht, verlassen sich deshalb viele Unternehmen, beispielsweise beim Thema Connectivity, auf Partner, die Spezialisten in diesem Segment sind. Diese Partner helfen bei der Analyse und der Entwicklung maßgeschneiderter Lösungen für die komplette Abdeckung und Vernetzung. Wo befindet sich der Sensor, was muss wie verbunden werden, welche Daten sollen gesendet werden und brauche ich eventuell verschiedene Konnektivitätsoptionen für Indoor und Outdoor?

Vernetzte Services erfordern eine zuverlässige Abdeckung

Schaut man sich zum Beispiel den am meisten genutzten Use Case „Assett Tracking“ heutzutage an, stell man fest, dass die meisten Lösungen GPS als Ortungsdienst verwenden. GPS hat dabei jedoch ein großes Problem – es hat keine Innenraum-Abdeckung und kann somit nicht innerhalb von Gebäudekomplexen oder in Hallen eingesetzt werden. Zwar gibt es bereits Netzwerkverstärker, sie sind aber weder zuverlässig noch kosteneffizient. Sie erfüllen außerdem nicht die wachsenden Anforderungen, die das IoT an Netzwerke stellt. Ein spezifisches IoT-Netzwerk kann und muss also als Ergänzung zu den bestehenden Mobilfunknetzen und Datenservices ergänzend hinzugenommen werden.

Der Vorteil eines dedizierten IoT-Netzes: Es verfügt über einen kleinen Formfaktor, ist einfach zu installieren und kosteneffizient. Für Unternehmen, die darüber nachdenken IoT-Lösungen zu entwickeln oder auch bestehende Lösungen zu ergänzen, bei denen zwar nur kleine Datenmengen übertragen werden müssen, dies aber zuverlässig und mehrfach am Tag, ist ein solches Netzwerk ideal. Zum Beispiel können in ländlichen Gegenden mit Sensoren ausgestattete Maschinen und Tiere überwacht werden. So lässt sich beispielsweise nicht nur deren Bewegung und Zustand tracken, sondern es lässt sich auch Diebstahl verhindern.

IoT-Netze

Ähnlich wie bei Mobilfunknetzen, werden die IoT-Netze zentral, also zuerst in Ballungszentren aufgebaut. Für Anwendungen in ländlichen Gebieten, die erst verzögert in den Ausbau der Netze aufgenommen werden, gibt es nun jedoch eine Möglichkeit, die Sache selber in die Hand zu nehmen. Unternehmen können sich Basisstationen mieten, die Ihnen dann die benötigte Netzabdeckung für Ihre Anwendungen liefern.

Nach der Auswahl eines geeigneten Standortes gemeinsam mit dem Netzbetreiber wird dann die Basisstation durch den Netzbetreiber installiert, betrieben und „vermietet“. Mit einer Abdeckung von mehr als 50 Prozent der Landesfläche Deutschlands bietet Sigfox aktuell mit die beste Connectivity-as-a-Service-Lösung an. Das Netzwerk wird kontinuierlich erweitert und soll bis Ende 2017 tatsächlich 85 Prozent von Deutschland abdecken. Die Kontrolle und Wartung des Netzes obliegt dabei Sigfox, um Kunden ein entsprechend hohes Serviceniveau zu bieten.

Die Ausrüstung ist denkbar einfach zu installieren: Eine Basis-Station und die dazugehörige Ausrüstung werden von Sigfox geleast und von einem Deployment-Team installiert. Der Datenverbindung basiert dann auf einem Abo-Modell und der Kunde zahlt nur für die genutzten Kapazitäten, d.h. pro Device und Jahr. Damit lässt sich ein Angebot erstellen, das für das jeweilige Unternehmen maßgeschneidert ist.

Die CaaS-Services sind vielseitig einsetzbar. Die Basis-Stationen lassen sich überall dort einsetzen, wo sie benötigt werden. Diese sind äußerst sparsam im Energieverbrauch und brauchen, neben einer Stromversorgung, lediglich eine Ethernet- oder 3G-Verbindung. Darüber hinaus halten sie Temperaturen von -40 Grad bis +55 Grad aus. Dank ihrer Widerstandsfähigkeit sind sie drinnen und draußen installierbar. So kann mit diesen Basis-Stationen beispielsweise auch ein Warenlager beziehungsweise ein Hafen komplett vernetzt werden. Der Vorteil: Mitarbeiter können nicht nur verschiedene Güter lokalisieren, sondern deren Bestände messen und somit rechtzeitig nachbestellen.

Gerade bei temperaturempfindlichen Gütern lässt sich auch die Temperatur in den einzelnen Lagerfächern anpassen und kontrollieren. So kann das Unternehmen jederzeit alle Informationen über den aktuellen Warenstand, deren korrekter Lagerung und deren Ort abrufen und hierdurch die Lieferkette optimieren. Zum Service gehören ein kontinuierliches Monitoring und Support durch den Anbieter – der Kunde muss sich um nichts kümmern.

CaaS als Rundum-Sorglos-Paket

CaaS ist sozusagen ein Rundum-Sorglos-Paket für Unternehmen: Der CaaS-Anbieter prüft die Standorte für eine Implementierung, um den besten Empfang zu gewährleisten. Sind die idealen Orte für die Basis-Stationen identifiziert, nimmt der CaaS-Anbieter die Installation vor. Die Basis-Station wird dann eingerichtet, in Betrieb genommen und im Hinblick auf einen zuverlässigen Service kontinuierlich überwacht. Eine Verfügbarkeit von mehr als 99 Prozent ist so gewährleistet.

Die Vorteile von Connectivity as a Service liegen für Unternehmen also auf der Hand: Die jährliche Abo-Gebühr enthält nicht nur die Übertragung der benötigten Datenmenge über das Netzwerk, sondern es sind auch sämtliche Wartungs- und Support-Services enthalten. Sollten Probleme auftauchen, kann dies remote festgestellt und entsprechend gehandelt werden. Auch um Server- und Cloud-Kapazitäten kümmert sich der CaaS-Anbieter.

Aurelius Wosylus.
Aurelius Wosylus. (Bild: Sigfox)

Über den Autor

Aurelius Wosylus ist Director Sales Germany bei Sigfox und verantwortlich für die Niederlassung und den Vertrieb des Unternehmens in Deutschland. Zuvor war er bei Gemalto, einem internationalen Unternehmen für digitale Sicherheit, als Direktor für die Geschäftsentwicklung der Embedded-Märkte sowie IoT zuständig. In seiner 18-jährigen Erfahrung im Embedded / IoT-Markt arbeitete Aurelius für mehrere multinationale Unternehmen.

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