Windows Server 2016 und vSphere 6.5

Das sind die neuen Maximalwerte für Hyper-V und vSphere

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Ulrike Ostler

VMware und Micrsosoft tun etwas für den Muskelaufbau ihrer Virtualisierungsprodukte. Welches ist stärker?
VMware und Micrsosoft tun etwas für den Muskelaufbau ihrer Virtualisierungsprodukte. Welches ist stärker? (Bild: © chaoss/ stock.adobe.com)

Mit „Windows Server 2016“ und „vSphere 6.5“ haben Microsoft und VMware neue Produktversionen aufgelegt, die auch mehr Leistung ermöglichen, als ihre direkten Vorgänger „Windows Server 2012 R2“ und „vSphere 6.0“. Im folgenden Beitrag geht es um die wichtigsten Maximalwerte.

Mit jeder neuen Produktversion erhöhen Microsoft und VMware auch die Maximalwerte für die verschiedenen Produkte. Dabei spielen vor allem der maximale Arbeitsspeicher, die virtuellen Festplatten aber auch die virtuellen CPUs eine Rolle. Zwar werden die maximalen Werte selten benötigt, dennoch ist es wichtig zu wissen, mit welchen maximalen Konfigurationen Administratoren arbeiten können.

Funktionsumfang und Leistung von Windows Server 2016

Windows Server 2016 bietet vor allem mehr Leistung für „Hyper-V“. Auch für „Hyper-V Server 2016“ gelten neue Limits. Diese sind identisch mit den Grenzwerten von Windows Server 2016. Die bekannten Grenzwerte (320 CPUs für Host, 4 Terabyte RAM für Host, 64 Terabyte für virtuelle Festplatten, 1 Terabyte RAM für VM, 64 Cluster-Knoten) für Windows Server 2012 R2, wurden mit Windows Server 2016 aufgebohrt. Für Windows Server 2016 gelten folgende Grenzwerte:

  • Maximale CPUs pro Host: 512
  • Maximaler Arbeitsspeicher pro Host: 24 Terabyte
  • Maximaler Arbeitsspeicher pro VM: 16 Terabyte
  • Maximale Anzahl an virtuellen CPUs pro VM: 240

Die Virtualisierung sind bei Hyper-V Server 2016 und Windows Server 2016 identisch. Auch die Neuerungen in Hyper-V von Windows Server 2016 fließen in Hyper-V Server 2016 ein. Hyper-V Hosts können also in Windows Server 2016 jetzt 24 Terabyte RAM nutzen. Virtuelle Maschinen verwalten in Windows Server 2016 bis zu 16 Terabyte Arbeitsspeicher.

In Generation 2-VMs können Administratoren ein virtuelles TPM hinzufügen, für Generation 1-VMs speichert Windows Server 2016 die notwendigen Daten in einem versteckten Bereich der Festplatte. Generation 2-VMs können Sie in Windows Server 2016 auch mit Linux-VMs nutzen.

Das bietet Linux-VMs auch die Möglichkeit über UEFI zu booten und auch die Secure Boot-Funktion von UEFI zu nutzen. Dazu müssen Administratoren „Ubuntu“ ab Version 14.04 oder „Suse Linux Enterprise Server“ ab Version 12 einsetzen. Diese Systeme sind automatisch für Secure Boot aktiviert.

Core versus Nano

Im Gegensatz zu „Core“-Servern, erhalten „Nano“-Server keinerlei lokale Verwaltungswerkzeuge. Auch Remote-Verbindungen sind nicht erlaubt. Die Server sollen abgeschottet, sicher und minimal ausgestattet sein. Vorteil der Umgebung ist die Möglichkeit dedizierte Server schnell und einfach bereitzustellen. Nano-Server sollen also möglichst kleine Fußabdrücke (Footprints) im Netzwerk hinterlassen.

Core-Server haben eine Größe von etwa 4 Gigabyte in der Minimal-Installation. Nano-Server sollen dagegen mit 400 Megabyte auskommen. Laut Microsoft sollen Nano-Server außerdem fast 90 Prozent weniger Ressourcen verbrauchen. Den Servern fehlt 32-Bit-Unterstützung, auch MSI-Dateien und -Installationen lassen sich mit dieser Installation nicht verwenden oder durchführen. Microsoft hat dazu den kompletten GUI-Stack und die 32-Bit-Unterstützung (WOW64) aus der Installation von Nano-Servern entfernt.

Storage Spaces Direct – Speicher virtualisieren

Mit Windows Server 2016 verbessert Microsoft die Storage Spaces aus Windows Server 2012 R2. Die Software-Defined-Storage-Software erlaubt das Zusammenfassen mehrerer Datenträger zu einem zentralen Speicherpool.

„Storage Spaces Direct“ benötigen einen Cluster mit mindestens drei Hosts. Unter vier Hosts unterstützt die Technik nur die Spiegelung der Daten zur Absicherung (mirrored resiliency). Sollen auch Paritiäts-basierte Datenträger (parity-based resiliency) erstellt werden, sind mindestens vier oder mehr Hosts notwendig.

Storage Spaces Direct sind standardmäßig vor dem Ausfall eines Hosts geschützt. Die Technik kann den Ausfall eines ganzen Racks mit Servern verkraften, die Bestandteil eines Storage Spaces Direct sind. Das hängt aber auch von der Konfiguration ab sowie der Anzahl der Server, die Bestandteil des Clusters sind.

In Windows Server 2016 lassen sich in den Storage Spaces drei Storage-Tiers nutzen: NVMe, SSD und HDD. NVMe-Speicher wird zum Zwischenspeichern der Daten verwendet, während die SSD und HDD zur Datenspeicherung dienen. Administratoren können aber auch verschiedene Kombinationen die Windows Server 2016 lizenzieren

Editionen und Lizenzen im Vergleich

Microsoft hat mit Windows Server 2016 Unterschiede in den Storage-Funktionen integriert. So unterstützt nur die „Datacenter Edition“ alle Funktionen. In der „Standard-Edition“ gibt es weder Storage Spaces Direct, noch „Storage Replica“. Auch „Shield Virtual Machines“ fehlen in der Standard-Edition.

Allerdings muss hier beim Einsatz der Hyper-V-Container darauf geachtet werden, dass eine Lizenz der Standard-Edition auch nur zwei Container erlaubt, da nur 2 VMs erlaubt sind. Nano-Server sind an Software Assurance gebunden. Hier gelten die gleichen lizenzrechtlichtlichen Punkte, wie bei herkömmlich installierten Servern mit Windows Server 2016.

Die Lizenzierung erfolgt nicht mehr auf Basis der CPUs, sondern auf Basis der CPU-Kerne. In Hyper-V werden die logischen Prozessoren lizenziert, da diese das Pendant zu den physischen Prozessorkernen darstellen. Beide Editionen decken immer nur zwei Prozessorkerne des Hosts oder zwei logische CPUs ab.

Lizenzminimum

Die erforderliche Mindestanzahl von Betriebssystemlizenzen für jeden Server wird durch die Anzahl der physischen Prozessorkerne des Hosts sowie die Anzahl an virtuellen Servern bestimmt. Setzen Unternehmen Server mit mehreren Prozessoren ein, ist pro Kern-Paar eine Lizenz notwendig, egal welche Edition im Einsatz ist.

Unternehmen müssen für jeden Server mindestens vier Lizenzen erwerben, also für 8 Kerne. Setzen Unternehmen einen Dual-Prozessor mit je acht Kernen ein, müssen sie also 8 Lizenzen für diese 16 Kerne erwerben. Für jeden Kern muss ein Core-Pack gekauft werden, damit alle Kerne lizenziert sind.

In Windows Server 2016 Standard dürfen pro Lizenz 2 VMs installiert werden, Windows Server 2016 Datacenter kennt kein Limit. Hier müssen lediglich alle Prozessorkerne des Servers lizenziert werden. Lizenzen von Windows Server 2016 sind direkt auf die physische Hardware gebunden. Jede Lizenz deckt zwei physische Prozessorkerne ab.

Windows Server 2016 für kleine Unternehmen

Die „Foundation-Edition“ wurde mit Windows Server 2016 gestrichen. „Windows Server 2016 Essentials“ erlaubt die Anbindung von bis zu 25 Benutzer, dafür sind keine CALs notwendig. Setzen Unternehmen „Windows Server 2012 R2 Foundation“ ein, dürfen bis zu 15 Benutzer an den Server angebunden sein, hier sind keine CALs notwendig.

Foundation ist direkt an die Hardware gebunden, da diese Edition nur als OEM-Version verfügbar ist. Setzen Unternehmen auf Windows Server 2012 R2 Foundation, müssen sie entweder zur Standard-Edition oder zur Essentials-Edition von Windows Server 2016 wechseln.

vSphere 6.5 – Neue Maximalwerte

Mit vSphere 6.5 bietet VMware einer aktuelle Version seiner Virtualisierungssoftware. Das VMware-Dateisystem „VMFS“ steht in vSphere 6.5 in der neuen Version 6 zur Verfügung. Neuerungen gibt es in diesem Bereich vor allem im Format der Snapshots und der besseren Speicherverwaltung beim Freigeben von nicht mehr verwendeten Speicher.

Der neue HTML5-Client wird am schnellsten über die Adresse https://<vcenter>/ui erreicht. Ab vSphere 6.5 unterstützt die Appliance mehr Funktionen als die Windows-Installation von vCenter. Allerdings setzt die vCSA nicht mehr auf Suse Enterprise Server, sondern nutzt ein eigenes Linux von VMware mit dem Codenamen „Photon“.

VMware nennt die maximale Anzahl von 20.000 VMs, die in einer Umgebung gleichzeitig von einer vCSA verwaltet werden können. In vSphere 6 waren es noch 10.000.

VMs können in der neuen Version mit 6.128 Gigabyte Arbeitsspeicher umgehen und unterstützen 128 virtuelle CPUs (vCPUs). Virtuelle Festplatten dürfen eine maximale Größe von 62 Terabyte erreichen. vSphere-Hosts (ESXi) dürfen bis zu 576 CPUs nutzen und insgesamt bis 1.024 VMs mit insgesamt 4.096 vCPUs verwalten. Mehr zu den neuen Maximalwerten von vSphere sind in einer PDF-Datei von VMware aufgeführt.

Entgegenkommen für kleine Unternehmen

Neben vSphere hat VMware auch „vSAN“ auf die neue Version 6.5 aktualisiert. Die neue Version erlaubt jetzt auch in der Standard-Lizenz die Anbindung von All-Flash-Speicher, bisher war das nur den erweiterten Editionen vorbehalten.

In der neuen Version von vSAN sind Cluster mit nur zwei Knoten möglich. Das ist vor allem für kleine Unternehmen, Niederlassungen, aber auch für Entwicklungs- und Testumgebungen ideal. Die Cluster-Knoten können in diesem Zusammenhang sogar direkt über ein Crossover-Kabel verbunden werden, was Netzwerkswitches einspart.

vSAN 6.5 unterstützt virtuelle Festplatten, die auf 512e physischen Festplatten erstellt wurden. Der Preis von vSphere 6.5 liegt bei etwa 1.000 Dollar pro CPU, bei vSAN müssen Unternehmen mit etwa 2.500 Dollar rechnen.

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