Gastkommentar

Das Jahr 2017 und die Welt der Netzwerk-Testgeräte

| Autor / Redakteur: Hendrik Härter / Andreas Donner

Christian Schillab von Fluke Networks: Das IoT spielt auch im Jahr 2017 für die Netzwerk-Verkabelung eine wichtige Rolle.
Christian Schillab von Fluke Networks: Das IoT spielt auch im Jahr 2017 für die Netzwerk-Verkabelung eine wichtige Rolle. (Bild: Fluke)

Mit Testgeräten für IoT und Cloud Computing lässt sich die Produktivität des Teams verbessern – denn der Standort der Mitarbeiter spielt keine Rolle mehr.

Das Internet der Dinge (IoT) wird auch 2017 ein wichtiger Treiber bei der Netzwerk-Verkabelung bleiben. Im LAN wird es mehr Geräte als je zuvor bei der Verkabelung mit Kupfer-Twisted-Pair geben. Und im Rechenzentrum steigt der Bedarf an High-Speed-Faserverbindungen weiter an, da stetig mehr Unternehmensdaten bereitstehen, übertragen und gespeichert werden müssen. Das hat auch Auswirkungen auf Netzwerkverkabelungstests.

Ein wichtiger Aspekt der zunehmenden Anzahl der am LAN angeschlossenen Geräte ist die Möglichkeit, diese über die sich ständig weiterentwickelnden PoE-Technik (Power-over-Ethernet-) mit Strom zu versorgen. Da die IEEE 802.3bt-PoE-Standards voraussichtlich dieses Jahr ratifiziert werden, gibt es bald Typ-3-PoW bei einer Leistung von 60 W und Typ-4-PoE bei 90 W, die über alle vier Adernpaare laufen.

UPOE von Cisco liefert bereits heute Leistungen von 60 W. Im nächsten Jahr werden Standards ratifiziert, damit mehr Geräte mit PoE möglich sind als je zuvor. In Verbindung mit HDBASE-T und einer Gleichstromleistung von 100 W für Videosignale ebnen sie den Weg für PoE in der LED-Beleuchtung, Displays und TV-Geräte mit LED oder die digitale Beschilderung (Digital Signage) hierüber zu versorgen. Der im September 2016 genehmigte neue Standard IEEE-802.3bz für 2,5-/5-GBASE-T wird über Cat.5e- und 6-Kabel laufen, die immer noch von mehr als 80 Prozent der bestehenden Systeme genutzt werden.

Die neuen Standards unterstützen die Wi-Fi-Anwendungen 802.11ac und bahnen sich den Weg für zusätzliche 2,5/5GBASE-T-Produkte. Bei Tests sind die Trends die Grundlage für Gleichstrom-Schleifenwiderstands- und -Widerstands-Unsymmetrietests, um bei vieradrigem Ethernet Typ-3 und Typ-4 PoE zu garantieren. Für alle, die 802.11ac-Wi-Fi über installierte Cat.5- und 6-Kabel einsetzen, müssen Tests im Rahmen des neuen 2,5-/5-GBASE-T-Standards in bestehenden Anlagen erfolgen, da nicht alle Cat.5e- und -6-Kabel diese Geschwindigkeiten unterstützen müssen. Ob Auslagerung von Services in die Cloud eines Rechenzentrums oder die Aufrüstung der unternehmenseigenen Glasfaserverbindungen: Hier unterstützen Kupfer- und Glasfasertechniken den steigenden Bedarf aus der Industrie.

Mit dem von der TIA genehmigten Standard ANSI/TIA-568-C.2-1 für Verkabelungssysteme des Typs Cat.8 ist dann sichergestellt, dass sie in kürzeren Switch-zu-Server-Rechenzentrumsverbindungen mit Längen von 30 m und darunter eingesetzt werden können. Breitband-Multimodeglasfaser, kurz WBMMF oder auch als OM5 bezeichnet, bieten Bandbreiteneigenschaften mit Wellenlängen von 953 nm. Damit unterstützen die OM5 sogenanntes Multiplexing, wodurch Übertragungsraten von bis zu 100 GBit/s über eine Duplex-Glasfaserverbindung und zukünftige 400-GBit-Anwendungen über die derzeitige 8-Glasfaser-MPO-Schnittstelle möglich sein sollen.

Ein wesentlicher Vorteil dabei ist, dass die Prüfung des neuen OM5-Glasfaserkabels, sobald es verfügbar ist, nicht sehr kompliziert ist. Die Spezifikationen entsprechen dem vorherigen Multimodus-Glasfaserkabel mit Ausnahme der Dämpfungsparameter, die für Wellenlängen von 953 nm festgelegt sind.

Abschließend lässt sich festhalten: Testgeräte in der Welt von IoT und Cloud Computing – das bedeutet vor allem auch verbesserte Produktivität in einem Team und schnelle Fehlerbehebung. Grund sind die gewonnenen Ergebnisse auf jedem beliebigen Gerät, da diese schnell an die entsprechenden Mitarbeiter wie Techniker, Installateur, Projektmanager und Berater von jedem beliebigen Standort weltweit aus weitergegeben werden können. Und genau wie beim Remote-Setup durch die Mitarbeiter, die sich mit dem Projekt am besten auskennen, sowie bei der Verfolgung des Inventars, um die verschiedenen geografischen Standorte der Testgeräte zu überwachen, wird die Genauigkeit verbessert und Zeit gespart. Das ist ein aktueller Trend, der sich auch in Zukunft fortsetzen wird.

Dieser Beitrag stammt von unserer Schwesterpublikation ELEKTRONIKPRAXIS.

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