Hohe Kosten, fehlende Usability

Das Internet der Dinge wächst langsamer als erwartet

| Autor / Redakteur: Franz Graser / Andreas Donner

Das IoT tut sich noch schwer: Die angekündigten exponentiellen Wachstumsraten werden derzeit nicht erreicht.
Das IoT tut sich noch schwer: Die angekündigten exponentiellen Wachstumsraten werden derzeit nicht erreicht. (Bild: gemeinfrei/Pixabay / CC0)

Das Internet of Things (IoT) wächst zwar, aber nicht mit der erwarteten Geschwindigkeit. Das sagt Analyst Mike Demler von der Linley Group bei der hauseigenen IoT-Konferenz im kalifornischen Santa Clara. Erst im Jahr 2019 wird demnach die Rate von einer Milliarde neuer IoT-Geräte pro Jahr geknackt werden.

Wie die EETimes berichtet, führt Analyst Demler die unter den Erwartungen liegende Entwicklung auf vergleichsweise hohe Kosten sowie das Fehlen von interoperablen Standards und mangelhafte Integration zurück. Als Beispiel nannte der Marktforscher Probleme bei der Vernetzung von Geräten über das WLAN: „Dinge per Wi-Fi zu vernetzen, ist so mühsam und unzuverlässig; dadurch werden viele Dinge aufgehalten.“

In den kommenden zwei Jahren soll sich die Situation aber grundlegend ändern, prognostiziert der Analyst. Dazu sollen sinkende Kosten sowie eine einfachere Benutzbarkeit der Geräte beitragen. Dann würde der Consumer-Markt für IoT-Devices in Schwung kommen und den Industriesektor überholen. Für das Jahr 2023 rechnet Demler dann mit 2,3 Milliarden ausgelieferten Geräte.

Derzeit macht das industrielle IoT 57 Prozent des weltweiten Gesamtmarktes aus. Gegen Ende des Jahres sollen in diesem Segment etwa 1,6 Milliarden vernetzter Geräte existieren. 2023 wird dann jedoch der Consumer-Bereich davongezogen sein und 72 Prozent des Gesamtmarktes ausmachen, schätzt Analyst Demler.

Wichtigster Teilmarkt ist das vernetzte Heim mit kumulierten sieben Milliarden Geräten, darauf folgen intelligente Gebäude (2,5 Milliarden) sowie vernetzte Autos und intelligente Farmen (je etwa eine Milliarde Geräte). Tragbare vernetzte Geräte, die so genannten Wearables, schlagen 2023 mit etwa 300 Millionen Stück zu Buche, intelligente Fabriken liegen bei 150 Millionen Einheiten.

Drahtlose Netztechniken mit geringer Stromaufnahme wie LTE Cat-M, LoRa und Sigfox würden zur Verbreitung von vernetzten Sensorknoten beitragen, sagt Demler voraus. Darüber hinaus trage etwa T-Mobile mit seinem Schmaldband-IoT-Service zur Verbreitung bei.

Durchbrüche auf der Hardwareseite

Weitere Durchbrüche erwartet der Analyst laut EETimes auf der Hardwareseite. Bisher basierten die meisten Geräte auf abgespeckten Varianten von Smartphone-Prozessoren. Chipdesigns, die dezidiert auf das IoT abzielten, seien jedoch im Kommen. Darüber hinaus seien Chipdesigner wie ARM und Synopsys Arc im Begriff, ihre Konzepte der vertrauenswürdigen Code-Ausführung auszubauen, was das Hacken der Systeme erschwere. „Heutzutage ist all das Wissen vorhanden, das man braucht, um einen sicheren IoT-Chip herzustellen“, sagt Demler zuversichtlich.

So böten zum Beispiel Qualcomm, Samsung und Mediatek mittlerweile Prozessoren an, die dezidiert auf das IoT zielen. Dazu zählt etwa der Mediatek MTK2625, der einen Cortex-M4-Kern und einen Schmalband-IoT-Baustein in ein und demselben Chip vereinige.

Außerdem hat Andes Technology Kerne im Angebot, die auf der RISC-V-Architektur basieren. Sie laufen mit einer Taktfrequenz von bis zu 1,1 Gigahertz und bieten einen Leistungs-Benchmark von 3,1 Coremarks pro Megahertz. Diese technischen Entwicklungen trügen zu verbesserter Benutzerfreundlichkeit und geringeren Kostern bei, sagte Charlie Hong-Men Su, Cheftechnologe bei Andes.

Dieser Beitrag stammt von unserem Schwesterportal ELEKTRONIKPRAXIS.

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