Fünf unabhängige Funkstationen in Oberbayern

Autarkes UHF-Netz übermittelt Messwerte

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Andreas Donner

Der UHF-Datenfunkrouter SATELLAR XT 5RC IP soll sichere Datenkonnektivität für kritische Infrastrukturen garantieren.
Der UHF-Datenfunkrouter SATELLAR XT 5RC IP soll sichere Datenkonnektivität für kritische Infrastrukturen garantieren. (Bild: Welotec)

In Oberbayern haben Smart Radio Net GmbH und Welotec ein unabhängiges UHF-Funknetzwerk eingerichtet, dessen Stationen Distanzen von bis zu 141 Kilometer überbrücken. Darüber können störungsfrei kritische Betriebsdaten kleinerer Energieversorger übermittelt werden.

Technisch betrachtet hätte es genug Alternativen gegeben – dennoch hat die Smart Radio Net GmbH (Smart Radio) ganz bewusst auf DSL, GSM, eigene Glasfasernetze oder TETRA verzichtet und sich für den Aufbau eines eigenen Schmalbandfunknetzes in Oberbayern entschieden. Das Kalkül: Ein eigenes Funknetz ist unabhängig von Stromausfällen, Zusammenbrüchen des Mobilfunknetzes oder Serverabstürzen externe Anbieter – und damit ideal für die Anforderungen kleinerer Energieversorger geeignet. Im Notfall sollen die eingesetzten Systeme laut Hersteller über mehrere Tage hinweg mit Backupbatterien laufen.

Konzeptionell beraten wurde Smart Radio bei der Einrichtung von Experten des Anbieters Welotec. Das Unternehmen aus dem Münsterland beschreibt sich nicht nur als Experte für industrielle Datenkommunikation, sondern auch als exklusiver Satel-Vertriebspartner für Deutschland und Österreich. Gemeinsam wurden an fünf Standorten Funkstationen errichtet und mit Satel-Funkmodems vernetzt.

Die Modems „SATELLAR XT 5RC“ überbrücken dabei ohne weitere Repeater Strecken von bis zu 141 Kilometer auf der freien Luftlinie zwischen den Funkstationen Watzmann und der 1.404 Meter tiefer gelegenen Station Rottenburg. Topographisch bedingt fallen die Entfernungen zwischen den anderen Standorten geringer aus: Zwischen Wasserturm Lauterbach und Rottenburg liegen lediglich 51 Kilometer. Zu den weiteren Stationen zählen die Zentrale Siegenburg sowie der Flughafen München.

Vor der eigentlichen Übermittlung kritischer Betriebsdaten werden die Informationen zunächst an den Unterstationen aus der jeweiligen Anlage geleitet und gesammelt. Hierbei kommt eine Remote Terminal Unit (RTU) zum Einsatz. Die Funkmodems übertragen Daten schließlich mit 115,2 kbit/s über ein UHF-Funknetz. Das verwendete Modulationsverfahren 4 FSK (Frequency Shift Keying) sei dabei unempfindlich gegenüber Störungen.

Das Netz kann übrigens nicht nur Messdaten von Gassensoren, Füllstände sowie Durchflussmengen oder Leck-Erkennungsdaten weiterleiten. Überdies tauge die Technik laut Welotec auch für Remote-Desktop-Verbindungen, Virtual Network Computing, Fernwartung der Hardware, direktes Voice-Streaming oder Webcam-Streaming.

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