Auch Linux-Server können einfach zu verwalten sein

Alternativen für Small Business Server

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Andreas Donner

Will man den Microsoft SBS ersetzen, stehen auch einige Linux-Alternativen zur Verfügung.
Will man den Microsoft SBS ersetzen, stehen auch einige Linux-Alternativen zur Verfügung. (Bild: CC0 - Pixabay - OpenClipart-Vectors - linux [gemeinfrei])

Der auslaufende Small Business Server 2011 lässt sich auch mit Linux-Servern ersetzen. Linux-Server sind schnell und leicht einzurichten und verfügen über den gleichen wenn nicht mehr Funktionsumfang wie Small Business Server.

Soll eine auf Small Business Server 2011 basierende Infrastruktur im kleinen Netzwerk aktualisiert werden, kann man auf Windows Server 2016 Essentials setzen, zu Linux-Servern greifen oder auf NAS-Systemen von Synology nahezu alle Funktionen installieren, die auch auf herkömmlichen Servern möglich sind. Mehr dazu ist im Beitrag „NAS-Systeme von Synology effizient nutzen“ zu sehen.

Unternehmen, die als Ersatz für den Small Business Server lieber wieder einen dedizierten Server einsetzen wollen, haben zahlreiche Alternativmöglichkeit. Die bekanntesten Alternativen für Small Business Server sind vor allem folgende Linux-Lösungen:

Auch wenn die Server in den meisten Fällen auf Linux aufbauen, lassen sich Windows-Rechner problemlos an den Server anbinden. Und für Benutzer spielt es generell keine Rolle, ob auf dem Server Linux oder Windows installiert ist.

Zentyal-Server

Zentyal-Server steht als Development Edition kostenlos zur Verfügung. Um einen Server zu installieren, brennen Administratoren die ISO-Datei auf eine DVD und installieren mit dieser den Server. Nach der Installation wird der Server über eine Weboberfläche verwaltet. Das gilt generell für alle Linux-Lösungen, die sich als Ersatz für den Small Business Server anbieten.

In der Weboberfläche werden alle Verwaltungsaufgaben vorgenommen, Linux-Kenntnisse sind generell nicht notwendig. Neben einer gemeinsamen Datenablage ist der OpenSource-E-Mail-Server Postfix Bestandteil von Zentyal. Neben der kostenlosen Development Edition steht noch die kostenpflichtige Commercial Zentyal Server Edition zur Verfügung. Diese unterscheidet sich vor allem im Support. Zentyal bietet auch ActiveSync für die Anbindung von Smartphones und Tablets an die Mail-Komponente. Auch ein HTTP-Proxy ist Bestandteil von Zentyal. Windows-Rechner lassen sich an Zentyal genauso problemlos anbinden, wie Outlook-Clients.

ClearOS Community

Eine weitere bekannte Distribution für kleine Unternehmen ist ClearOS. Auch diese Distribution steht als kostenlose Community Edition und als kommerzielles Produkt zur Verfügung. Grundlage des Servers ist die Linux-Distribution CentOS. Wer nicht selbst einen Server einrichten will, kann ClearOS auch als Hardware-Appliance erwerben. Auch virtuelle Appliances stehen zur Verfügung.

Die ClearBOX 113 Series kostet etwa 700 Dollar. Mit dem Gerät können bis zu 25 Benutzer arbeiten. Natürlich stehen auch größere Versionen der Appliance zur Verfügung. Die ClearBox 133 unterstützt bis zu 50 Benutzer, wer noch mehr Benutzer anbinden will, kann eine der anderen Appliances kaufen. Vorkonfiguriert sind Freigaben, ein Outlook-Connector für den Mail-Server, eine Datenbank auf MySQL-Basis und weitere Funktionen. Die Verwaltung erfolgt auch hier über eine Webschnittstelle. Natürlich lassen sich auch hier Benutzer mit Windows-Arbeitsstationen anbinden.

Linux SME

Die kostenlose Small Business Server-Alternative Linux SME ist seit Jahren eine der bekanntesten Lösungen für kleine Unternehmen, die auch etwas Experimentierfreude mitbringen. Linux SME basiert auf CentOS. Der Server bietet vor allem eine zentrale Datenablage auf Basis vom Samba, eine Benutzerverwaltung auf LDAP-Basis sowie einen E-Mail-Server mit Viren- und Spamschutz. Linux SME verfügt auch über einen Webserver auf Apache-Basis sowie einen Faxserver, den Unternehmen auch als Anrufbeantworter konfigurieren können.

Die Installation erfolgt über einen leicht verständlichen Assistenten, der auch die Installation des Basisbetriebssystems durchführt (siehe Abbildung 2). Für den Server steht eine deutsche Oberfläche zur Verfügung. Die Verwaltung von SME basiert auf einer Weboberfläche (siehe Abbildung 3). Hinzukommt, dass SME nicht auf 10 Benutzer und Computer begrenzt ist, sondern theoretisch mehrere hundert Anwender anbinden kann. Bereits im Standardpaket sind alle wichtigen Serverfunktionen integriert. In den meisten Fällen ist eine Erweiterung des Servers mit zusätzlichen Paketen nicht notwendig. Bei der Installation muss beachtet werden, dass der Installationsassistent vorhandene Festplatten formatiert und damit die Daten löscht. Spätestens bei Problemen besteht die Gefahr, hierfür keine Lösung zu finden. Aus diesem Grund ist für SME Linux-Wissen für den Betrieb durchaus sinnvoll.

SME bietet Erweiterungen, die auch für mittelständische Unternehmen durchaus interessant sein können. Selbst Linux-Muffel, die aber gerne an Servern basteln, sollten sich zumindest in einer virtuellen Umgebung SME ansehen. Die Konfiguration ist unkompliziert, die Verwaltung erfolgt zum größten Teil über eine Weboberfläche und auch aktuelle Hardware wird unterstützt. Wer will, findet mit SME-Server eine schier unbegrenzte Erweiterungsmöglichkeit für sein Netzwerk mit hochprofessionellen Tools wie Joomla und MySQL.

Resara Server

Resara ist eine weitere Linux-Distribution für kleine Unternehmen. Das Produkt ist OpenSource-Software und bietet ebenfalls eine zentrale Datenablage. Windows-Clients lassen sich problemlos anbinden, die Verwaltung wird ebenfalls über eine grafische Oberfläche durchgeführt. Bestandteil des Servers sind auch ein DNS- und ein DHCP-Server. Die Installation und Einrichtung entspricht weitgehend den anderen Distributionen in diesem Bereich.

Schwerpunkt des Servers ist die Verwendung von Samba 4 sowie die einfache Bedienung. Auch die Anbindung an Active Directory ist möglich, was zum Beispiel für kleinere Niederlassungen sinnvoll ist, die den Server an die Active Directory-Gesamtstruktur des Unternehmens koppeln wollen.

Eisfair

Ebenfalls kostenlos aber etwas komplizierter in der Bedienung als Linux SME oder Resara ist die Linux-Distribution Eisfair. Unternehmen können die Distribution auch als Router oder Firewall für kleine Netzwerke einsetzen. Für die Installation und den Betrieb sind auch hier generell keine Linux-Kenntnisse notwendig (sieh Abbildung 4). Die Installation erfolgt wie bei den anderen SBS-Alternativen auf Linux-Basis über einen Assistenten.

Die Verwaltung des Servers erfolgt jedoch anders als bei SME oder Resera über Konfigurationsdateien (siehe Abbildung 5). Standardmäßig sind folgende Dienste auf dem Server verfügbar:

  • Webserver
  • FTP-Server
  • Mailserver
  • Newsserver
  • Nameserver
  • unterschiedliche Datenbankserver
  • Proxydienste
  • Faxserver
  • Anrufbeantworter
  • Telefonanlage
  • Samba-Fileserver
  • Druckerserver

Als Telefonanlage wird Asterisk verwendet. Mit etwas Konfigurationsarbeit lassen sich an den Server sogar AVM-Fritz!Boxen zur Telefonie anbinden. Diese und andere Anleitungen zeigen die Entwickler in deutschsprachigen How-Tos. Für den Server steht auch eine deutsche Dokumentation als PDF zur Verfügung.

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