Cisco Application Centric Infrastructure

ACI – die neue Geheimwaffe im Datacenter

| Autor / Redakteur: Piere Häußer / Andreas Donner

Eine Application Centric Infrastructure im Datacenter hilft Unternehmen enorm, das Netzwerk zu administrieren und vor allem zu optimieren.
Eine Application Centric Infrastructure im Datacenter hilft Unternehmen enorm, das Netzwerk zu administrieren und vor allem zu optimieren. (Bild: MTI Technology)

Mit Application Centric Infrastructure (ACI) von Cisco kann das Datacenter-Netzwerk maßgeblich optimiert werden – inklusive Komponenten anderer Hersteller. Dabei ist das Design die Kernkomponente zum Erfolg und damit zur Entlastung des Personals und zur Senkung des nötigen Administrations-Budgets.

Rechenzentren sind heute das Herz in Unternehmen und sowohl große als auch mittelständische Unternehmen geben beachtliche Summen für IT und das Datacenter aus, um mit dem Markt und der Konkurrenz mitzuhalten. Datacenter beanspruchen viel Expertise und Zeit von erfahrenen IT-Fachleuten und ihre zunehmende Komplexität liegt in der Vielfalt der Komponenten begründet.

Ein wesentlicher Teil der IT-Budgets wird jedoch seit jeher für administrative Aufgaben benötigt. Updates, Patches, neue Systeme und vor allem neue Software benötigen viel Zeit, um eine funktionierende und sichere Datacenter-Infrastruktur zu gewährleisten. Hier kann mit Hilfe der Application Centric Infrastructute (ACI) deutliche Entlastung erreicht werden.

In Unternehmen treffen oft unterschiedliche IT-Sichten aufeinander. Während die betriebliche Sicht vor allem die Applikationen und deren einwandfreie Funktion betrachtet, ist die Sicht auf die Infrastruktur vielfach geprägt durch Netzwerkkomponenten, Hardware oder Security. ACI von Cisco kann die Sichtweisen vereinen, deutlich spürbare Erleichterung bei der Administration im Datacenter schaffen und vor allem den Betrieb von Applikationen optimieren und sicher gestalten. Eine wesentliche Voraussetzung dabei ist ein Paradigmenwechsel vom konsolen- und hardwaregetriebenen Datacenter-Netzwerk hin zu einer applikationszentrischen Perspektive.

Datacenter-Netzwerk: CLI versus ACI

Diverse Prozesse und Lösungen im Netzwerkbetrieb eines Datacenters wurden in der Vergangenheit teilweise automatisiert, um Administrationsressourcen zu schonen. Doch meist müssen Änderungen nach wie vor manuell, CLI-gesteuert (Command Line Interface) umgesetzt werden. Die Fehleranfälligkeit ist dabei vergleichsweise hoch.

Selbst wenn der Administrator seiner Meinung nach sämtliche Auswirkungen einer Änderung durchdacht hat, besteht die Gefahr, dass bestimmte Verhalten im Netzwerk nicht vorherbestimmbar sind und Probleme machen. Dabei sind es gerade die Applikationen, die teils unberechenbar auf Änderungen im Datacenter-Netz reagieren, im ungünstigsten Fall sogar in der Security.

Grund dafür ist, dass die Netzwerkverantwortlichen meist nur unzureichende Informationen über die Funktionsweise der eingesetzten Applikationen haben. Bereits minimale Änderungen im Netzwerk können große Auswirkungen auf die Applikationen nach sich ziehen. Diese Situation verschärft sich durch die stetig wachsende Anzahl an Security- und Performance-Anforderungen im Unternehmen.

Durch den ACI-Ansatz verändert sich die Art und Weise, wie ein Datacenter-Netzwerk konfiguriert und betrieben wird. Für die Konfiguration werden nicht mehr einzelne Netzwerksysteme individuell aufgerufen und auf diversen Konsolen administriert. Ein wesentlicher Vorteil von ACI ist eine regelbasierte zentrale Konfiguration und Administration aller Datacenter-Netzwerkkomponenten.

Der Controller kennt die eingebundenen Switches und sämtliche an der Fabric angeschlossenen Systeme. Damit ist im ersten Schritt eine große Erleichterung – beispielsweise beim Rollout von Updates und Patches – erreicht. Mit entsprechenden „Device Packages“ lassen sich sogar Systeme anderer Hersteller in die ACI- Struktur einbinden.

ACI geht aber weit darüber hinaus. Über den Controller werden zudem alle notwendigen Netzwerkaufgaben durchgeführt. Dazu gehören beispielsweise Kommunikationsbeziehungen der Netzwerkgeräte und Applikationen, die applikationszentrische Verschiebung von Workloads im Netzwerk, Netzwerkrichtlinien oder das Sandboxing für das Testen neuer Applikationen vor deren Inbetriebnahme. Auch Programmierer haben große Vorteile durch ACI, denn über APIs (Application Programming Interfaces) steht einer Automatisierung im Datacenter nichts im Wege.

Durch ACI und individuelle Gruppierungen werden Änderungen einfacher und sicherer umsetzbar, da die Auswirkungen bereits im Vorfeld sichtbar sind. Damit ist erstmals ein echter applikationsbezogener Aufbau eines Datacenter-Netzwerkes möglich und dies mit genauer Definition der Kommunikationswege und mit einem hohen Maß an Sicherheit.

Deutliche Entlastung bei perfektem Design

ACI ist eine Technologie, die sich überlastete IT-Administratoren schon lange gewünscht haben, um vielfältige Herausforderungen und Probleme im Datacenter-Netzwerk zu lösen. Was ACI verspricht, kann auch gehalten werden. Gut geplant, installiert und konfiguriert bietet ACI ein sehr hohes Maß an Sicherheit, optimierte Performance für Applikationen und vor allem viel freie Ressourcen für IT-Administratoren.

Doch ganz so einfach ist es nicht. ACI fordert im Vorfeld eine sehr intensive und detaillierte Planung. Es ist kein Standardprodukt, das man ohne klare Regelwerke integrieren sollte. ACI basiert auf einer „Spine and Leaf“-Architektur, also einem „Rückgrat“ mit vielen Verzweigungen und Beziehungen, welche vor der Implementierung genau durchdacht werden muss, was viel Zeit in Anspruch nimmt. ACI muss, um perfekt zu funktionieren, detailliert und feingliedrig designt werden. Erst wenn dieser Schritt perfekt umgesetzt wurde, kann ACI seine echten Vorteile voll ausspielen.

Individuelles ACI Design gemeinsam mit Partnern

Für größere Unternehmen ist dieser entscheidende Schritt im Design von ACI relativ einfach. Dedizierte Datacenter- und/oder Netzwerkspezialisten nehmen sich der neuen Technologie an. In mittelständischen Unternehmen kann das Szenario völlig anders aussehen. Hier gibt es keine Teams, die sich ausschließlich um bestimmte Bereiche der IT und des Datacenters kümmern. Die oftmals extreme Auslastung der IT-Mitarbeiter erlaubt keine zusätzliche Schulung oder Zeit für das aufwändige Design von klassischen Datacenter-Strukturen.

Daher liegen die Vorteile einer ACI-Technologie gerade auch für den Mittelstand (circa ab 500 User) auf der Hand. Bei der Implementierung kommen Partner ins Spiel, die im Netzwerkdesign langjährige Erfahrungen haben und zugleich das Wissen für ACI mitbringen. Partner wie beispielsweise MTI Technology kennen unterschiedliche Situationen im Datacenter-Netzwerk und haben dadurch eine breite Wissensbasis, um beim ACI Design individuell und maßgeblich zu unterstützen.

Piere Häußer.
Piere Häußer. (Bild: MTI Technology)

Fazit

Eine Application Centric Infrastructure im Datacenter hilft Unternehmen enorm, das Netzwerk zu administrieren und vor allem zu optimieren – sofern die Hausaufgaben beim Design zuvor mit Bravour abgeschlossen wurden.

Über den Autor

Piere Häußer ist Network Specialist bei MTI Technology.

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